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Nachrichten

Freitag, 28. Juli 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

BEIRUT: Die israelische Armee hat mit weiteren massiven Luftangriffen im Libanon versucht, die radikal-islamische Hisbollah-Miliz zu schwächen. Nach Militär-Angaben wurden unter anderem Hisbollah-Stützpunkte in der östlichen Bekaa-Ebene attackiert. Von hier aus schießt die Miliz Raketen auf Städte im Norden Israels ab. Medien-Berichte, die israelische Luftwaffe habe eine Kommandozentrale der Hisbollah in der Hafenstadt Tyrus zerstört, wurden bisher nicht bestätigt. Das israelische Sicherheitskabinett hatte am Donnerstag beschlossen, vorerst auf eine große Bodenoffensive im Libanon zu verzichten und stattdessen weiter mit Luftangriffen gegen die Hisbollah vorzugehen.

GAZA-STADT: Zwei Tage nach ihrem Panzervorstoß in den Norden des Gazastreifens haben sich die israelischen Streitkräfte von dort wieder zurückgezogen. Die Luftangriffe wurden allerdings fortgesetzt. Augenzeugen berichteten, mehrere Häuser seien zerstört worden. Bei der zweitägigen Bodenoffensive sollen etwa 30 Palästinenser getötet worden sein.

NEW YORK: Nach zähem Ringen hat sich der Weltsicherheitsrat doch noch auf eine gemeinsame Erklärung zu dem israelischen Angriff auf einen UN-Posten im Südlibanon verständigt. In der Erklärung heißt es, der Sicherheitsrat sei über den Tod von vier Blauhelm-Soldaten 'tief schockiert'. Zugleich rief das höchste UN-Gremium die israelische Regierung auf, den Vorfall umfassend zu untersuchen. Auf Druck der USA wurde davon abgesehen, Israel wegen des Bombardements zu verurteilen. Der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman zeigte sich mit der Erklärung zufrieden. Diese sei sehr fair und ausgewogen, sagte Gillerman.

MADRID: Die spanische Energie-Regulierungsbehörde CNE will das umstrittene milliardenschwere Angebot des deutschen Eon-Konzerns zur Übernahme des einheimischen Energieversorgers Endesa nicht blockieren. Wie die Behörde mitteilte, soll es aber Auflagen geben. Einzelheiten sollten später bekannt gegeben werden. Zeitungen in Spanien hatten berichtet, die Energieaufsicht werde von Eon die Abgabe von Unternehmensteilen Endesas in einer Größenordnung von mindestens 15 Prozent verlangen. Dabei gehe es möglicherweise auch um Atomkraftwerke, die überwiegend als Gemeinschaftsunternehmen geführt werden. Eon will Endesa gegen den bisherigen Widerstand der spanischen Regierung für 29 Milliarden Euro übernehmen und damit zu einem der weltweit größten Strom- und Gaskonzerne aufsteigen.

DÜSSELDORF: Der weltgrößte Einzelhandelskonzern, der US-Kaufhausriese Wal-Mart, überlässt nach jahrelangen Verlusten in der Bundesrepublik dem Handelskonzern Metro das Deutschland-Geschäft. Metro will nach eigenen Angaben mit der Übernahme die zuletzt angeschlagene Supermarktkette Real stärken. Insgesamt sollen 85 deutsche Wal-Mart-Warenhäuser an Metro gehen. Bei 19 Standorten will Metro auch das Immobilien-Eigentum übernehmen. Zu den finanziellen Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.

HAMBURG: Die Reallöhne in Deutschland werden in diesem Jahr voraussichtlich wieder sinken - zum dritten Mal in Folge. Wie das 'Hamburger Abendblatt' unter Berufung auf eine Studie der gewerkschaftseigenen Hans-Böckler-Stiftung berichtet, sinkt das verfügbare Einkommen der Arbeitnehmer 2006 um vermutlich 0,7 Prozent. Der Grund dafür sind die hohen Lebenshaltungskosten, die Lohnerhöhungen mehr als ausgleichen. Die Inflationsrate wird in der Studie für dieses Jahr mit voraussichtlich 2,2 Prozent angegeben.

BERLIN: Die Bundesagentur für Arbeit will den Katalog der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen drastisch zusammenstreichen. Das Angebot solle für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Arbeitslose übersichtlicher und effektiver werden, sagte der Vorstand der Bundesagentur, Heinrich Alt, der 'Berliner Zeitung'. Derzeit gebe es 80 arbeitsmarktpolitische Instrumente, deren Nutzen höchst unterschiedlich sei.

BERLIN/ROM: Deutschland will Italien dabei helfen, den Ansturm von Flüchtlingen auf die Insel Lampedusa zu bewältigen. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, schickte das Bundesinnenministerium deutsche Grenzschützer nach Lampedusa. Italiens Innenminister Giuliano Amato hatte zuvor einen Hilfsappell an die anderen EU-Länder gerichtet. Allein in den vergangenen zwei Wochen seien mehr als 2.000 illegale Einwanderer auf Lampedusa eingetroffen. Die kleine Insel liegt nur etwa 300 Kilometer von der Küste Afrikas entfernt.

KINSHASA: Bei Ausschreitungen in der Demokratischen Republik Kongo sind kurz vor den ersten freien Wahlen seit Jahrzehnten zwei Polizisten getötet worden. Nach Augenzeugen-Berichten randalierten in der Hauptstadt Kinshasa Anhänger des Präsidentschaftskandidaten Jean-Pierre Bemba, nachdem einer ihrer Versammlungsräume in Flammen aufgegangen war. Der frühere Rebellenführer Bemba ist einer von insgesamt 32 Kandidaten bei der Präsidentenwahl am 30. Juli. Auch das Parlament wird gewählt. Zur Absicherung der Wahlen sind Soldaten der Vereinten Nationen und der Europäischen Union im Einsatz, unter ihnen auch fast 800 aus Deutschland.

JAKARTA: Nach einem Vulkanausbruch auf der indonesischen Insel Sulawesi haben tausende Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Die Behörden brachten sie in Sicherheit. Der Mount Karangetang schleuderte Lava und heiße Asche empor. Er gehört zu den aktivsten Vulkanen Indonesiens.

MÜNCHEN: Die Schauspielerin Elisabeth Volkmann ist tot. Die ausgebildete Sopranistin wurde leblos in ihrer Wohnung gefunden. Nach Polizeiangaben gibt es keinen Anhaltspunkt für Selbstmord oder Fremdverschulden. Einem breiten Publikum bekannt wurde Volkmann in den 70er Jahren durch ihre schrille Rolle in der Familiencomedy-Serie 'Klimbim'. Später spielte sie in mehreren Filmen von Rainer Werner Fassbinder. Die Münchner Polizei gab das Alter Volkmanns mit 70 Jahren an.

ZUM RADSPORT: Der Sieger der diesjährigen Tour de France, der amerikanische Rad-Profi Floyd Landis, hat den gegen ihn erhobenen Dopingvorwurf zurückgewiesen. Er habe nicht betrogen, um die Frankreich-Rundfahrt zu gewinnen, sagte Landis. Eine Erklärung, weshalb bei ihm zu hohe Testosteron-Werte festgestellt worden seien, habe er nicht. Wie sein Schweizer Phonak-Team mitteilte, wurden bei Landis nach der 17. Etappe zu hohe Testosteron-Werte festgestellt. Auf diesem Streckenabschnitt hatte er gesiegt, nachdem er am Vortag in den Alpen schlecht abgeschnitten hatte. Sollte sich der Verdacht gegen ihn dort bestätigen, könnte Landis der Tour-Sieg aberkannt werden. Der deutsche Radprofi Jan Ullrich, der wegen Doping-Vorwürfen für die Frankreich-Rundfahrt gesperrt war, darf jetzt auch bei der spanischen Vuelta nicht starten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zum Teil wieder sonnig, verbreitet auch Schauer oder kräftige Gewitter. Tageswerte 26 bis 33 Grad, im Osten 37 Grad.

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