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Nachrichten

Freitag, 28. Dezember 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ISLAMABAD: Nach der Ermordung von Oppositionsführerin Benazir Bhutto ist es in ganz Pakistan zu schweren Unruhen gekommen, bei denen mehrere Menschen getötet wurden. Betroffen waren vor allem Bhuttos Heimatprovinz Sindh und die Millionenstadt Karatschi. Autos und Regierungsgebäude wurden in Brand gesteckt, Geschäfte geplündert und Straßen mit brennenden Reifen blockiert. Der Leichnam Bhuttos wurde zur Beisetzung in den Süden Pakistans geflogen. In ihrem Heimatort Garhi Khuda Bakhsh soll sie im Laufe des Tages im Familiengrab bestattet werden. Präsident Pervez Musharraf rief die Bevölkerung zur Ruhe auf und ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Am 8. Januar als Termin für die Parlamentswahl will die Regierung jedoch festhalten. Der frühere Premierminister Nawaz Sharif, ein politischer Rivale Bhuttos, rief zum Boykott der Wahl auf. Mehrere Medien berichten, das Terrornetzwerk El Kaida habe sich zur Ermordung Bhuttos bekannt. - Bhutto war am Donnerstag in Rawalpindi nach einer Wahlkampfveranstaltung erschossen worden. Der Attentäter feuerte mehrmals auf die 54-Jährige, sprengte sich dann in die Luft und riss dabei mindestens 20 Menschen mit in den Tod.

NEW YORK: Die Ermordung der pakistanischen Oppositionsführerin Benazir Bhutto hat weltweit Entsetzen ausgelöst. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York verurteilte den Anschlag. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte die Tat einen abscheulichen terroristischen Akt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sprach von einem schweren Schlag für die Demokratiebewegung in Pakistan.

PEKING: Der japanische Regierungschef Yasuo Fukuda hat während eines Besuchs in China auf die gemeinsame Verantwortung beider Staaten in wichtigen internationalen Fragen hingewiesen. Noch nie hätten Japan und China mehr Einfluss in Asien und der Welt gehabt, sagte Fukuda am Freitag bei einer Pressekonferenz mit seinem chinesischen Kollegen Wen Jiabao in Peking. Dies stelle eine große Chance dar, auch für den Klimaschutz. Ohne chinesisches Engagement auf diesem Gebiet wären alle internationalen Anstrengungen wirkungslos, erklärte ein japanischer Regierungssprecher. Das lange Zeit belastete Verhältnis zwischen den größten Wirtschaftsnationen Asiens hatte sich in jüngster Vergangenheit merklich verbessert. Beide Seiten stellten auch im Streit um die Gasvorkommen im Ostchinesischen Meer eine baldige Lösung in Aussicht.

SEOUL: Soldaten aus Südkorea bleiben ein weiteres Jahr im Irak. Das Parlament in Seoul billigte einen entsprechenden Regierungsantrag auf Verlängerung der Mission bis Dezember kommenden Jahres. Das Kontingent wird jedoch halbiert, wie ein Parlamentssprecher mitteilte. Südkorea ist der drittgrößte Truppensteller im Irak nach den USA und Großbritannien. Von zunächst rund 3.500 Soldaten zu Beginn des Irak-Einsatzes im Jahr 2004 wurden die südkoreanischen Truppen inzwischen auf 1.200 Mann abgebaut. Jetzt soll die Truppe auf rund 650 Soldaten verkleinert werden.

MOSKAU: Die russische Regierung hat iranische Berichte dementiert, denen zufolge Flugabwehrraketen an den Iran verkauft werden sollen. Entsprechende Meldungen aus Teheran entbehrten jeglicher Grundlage, hieß es von Seiten der Regierung in Moskau. Irans Verteidigungsministers Mostafa Mohammed Nadschar hatte am Donnerstag erklärt, Russland werde der Islamischen Republik Flugabwehrraketen vom Typ S-300 verkaufen. Die USA hatten umgehend Kritik an dem Geschäft geübt.

TEL AVIV: Israelis und die Palästinenser haben sich bei ihren Friedensgesprächen darauf verständigt, eines der größten Probleme zunächst auszuklammern, den Streit um den Bau neuer jüdischer Siedlungen im Westjordanland und Ostjerusalem. Das ist das Ergebnis des ersten Treffens von Israels Ministerpräsident Ehud Olmert mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas seit der internationalen Nahostkonferenz in Annapolis vor einem Monat. Bei dem Treffen in Jerusalem bekannten sich beide Seiten ausdrücklich zur so genannten 'Roadmap', die bis Ende 2008 zu einer Lösung aller strittigen Fragen im Nahost-Konflikt führen soll. Für die kommende Woche wurden weitere Verhandlungen angesetzt.

N'DJAMENA: Die im Tschad verurteilten Mitarbeiter der französischen Hilfsorganisation 'L`Arche de Zoé' sollen noch an diesem Freitag an ihr Heimatland überstellt werden. Das bestätigte ein Vertreter des Justizministeriums im Tschad . Die Auslieferung erfolge auf der Basis eines bilateralen Abkommens von 1976. Das Justizministerium in Paris hatte unter Berufung auf diese Vereinbarung die Überstellung der sechs Franzosen beantragt, damit die Verurteilten ihre Strafen in der Heimat absitzen können. Ein Gericht in der Hauptstadt N'Djamena hatte sie wegen versuchter Entführung von 103 vermeintlichen Waisenkindern aus dem Tschad zu jeweils acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

HAMBURG: Die Unternehmen in Deutschland wollen 2008 fast 130.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Unter Berufung auf eine Umfrage bei Verbänden in 16 großen Branchen berichtet die "Bild"-Zeitung, die meisten neuen Jobs seien in der Gesundheitsbranche geplant. So wollten Pflegedienste rund 30.000 neue Arbeitsplätze schaffen. In der Pharmaindustrie, Apotheken, Arztpraxen und bei Wellness-Anbietern solle es ebenfalls rund 30.000 zusätzliche Stellen geben. Dagegen würden etwa bei Firmen in der Elektroindustrie und der Telekommunikation Jobs gestrichen.

BERLIN: Nach dem Post-Mindestlohn steigen auch in anderen Branchen die Chancen auf geregelte Einkommens-Untergrenzen. Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte, gibt es derzeit Gespräche der Tarifparteien in der Entsorgungswirtschaft. Auch im Einzelhandel werde sondiert. In der Zeitarbeitsbranche gebe es bereits einen Tarifvertrag mit einer Mindestlohnregelung, der allerdings noch nicht in Kraft sei. Die SPD macht den Mindestlohn zu einem zentralen Thema in den Landtagswahlkämpfen in Hessen und Niedersachsen. Dort wird im Januar ein neues Landesparlament gewählt.

FRANKFURT AM MAIN: Die deutsche Baubranche will einheitliche Vertragskonditionen einführen, um die Risiken für den Industriezweig zu verringern. Es solle ein Konditionenkartell gebildet werden, sagte der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Hans-Peter Keitel, der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung'. Die Branche stehe deswegen bereits in Kontakt mit dem Bundeskartellamt, das eine solche Vereinbarung billigen müsse. Keitel forderte, die Bauunternehmen sollten sich untereinander verpflichten, bestimmte Risiken der Kunden nicht mehr zu übernehmen, etwa das der Genehmigung des Baus durch die Behörden. Auch sollten die allgemeinen Geschäftsbedingungen einheitlich angewendet werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordwesten und Westen regnerisch. Nur am Alpenrand und im Erzgebirgsraum auch heiter. Höchstwerte zwischen null und sieben Grad, im Südosten Dauerfrost.

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