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Nachrichten

Freitag, 27. Oktober 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

BERLIN: Der Bundestag hat mit der ersten Beratung der umstrittenen Gesundheitsreform begonnen. Ministerin Ulla Schmidt verteidigte den Gesetzentwurf der Bundesregierung. Die Reform sei eine gute Grundlage, um eine hochwertige Gesundheitsversorgung in Deutschland sicherzustellen. Hinter diesem Ziel müssten alle Lobby-Interessen zurücktreten, sagte Schmidt angesichts der Kritik von Krankenkassen, Ärzten, Apothekern und Kliniken. Mit der Reform will die große Koalition die Finanzierung des Gesundheitssystems neu regeln und für mehr Wettbewerb sorgen. Das entsprechende Gesetz soll am 1. April 2007 in Kraft treten. Zentrale Elemente - wie der Gesundheitsfonds und der neue Kassen-Finanzausgleich - kommen jedoch erst 2009.

BERLIN: Erstmals hat sich ein beteiligter Bundeswehr-Soldat zu den Skandal-Fotos in Afghanistan geäußert. Die Totenschädel, mit denen die Soldaten posiert hatten, stammten aus einer Kiesgrube nahe der afghanischen Hauptstadt Kabul, sagte der Soldat der 'Bild'-Zeitung. Als Ursachen für das Verhalten der Bundeswehr-Angehörigen nannte er vor allem Anspannung und Nervosität nach mehreren Unglücken und Anschlägen. Die Fotos seien Mitte 2003 entstanden. Inzwischen gibt es auch Aufnahmen von ähnlichen Vorfällen in Afghanistan im Jahr 2004. Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe, verlangte, die Ausbildung der Soldaten zu überprüfen. Fachlich seien sie optimal ausgebildet, doch müsse mehr auf die Vermittlung ethischer Werte und interkultureller Kompetenz geachtet werden, so Robbe im deutschen Fernsehen.

JERUSALEM/BERLIN: Die deutsche Marine hält an ihrem Vorwurf fest, vor der libanesischen Küste von israelischen Kampfflugzeugen beschossen worden zu sein. Ein Sprecher des Einsatz-Führungskommandos in Potsdam erklärte nochmals, bei dem Vorfall seien auch Infrarot-Täuschkörper zur Abwehr von Raketen abgefeuert worden. Die Berliner Zeitung 'Tagesspiegel' berichtet zudem unter Berufung auf Bundeswehrkreise, bei dem von israelischen Kampfflugzeugen überflogenen deutschen Schiff handele es sich um den mit hochmodernen Ortungsgeräten ausgerüsteten Aufklärer 'Alster', der nicht direkt am UN-Einsatz teilnimmt. Zuvor hatte das israelische Außenministerium gegenüber dem ARD-Fernsehen eingeräumt, der Vorfall habe sich nahe dem Schiff 'Alster' ereignet, rund 100 Kilometer von der Küste entfernt in internationalem Gewässer.

KINSHASA: Drei Tage vor der Stichwahl in der Demokratischen Republik Kongo sind bei einer Schießerei zwischen Anhängern der beiden Präsidentschaftskandidaten vier Menschen getötet worden. Nach den Zusammenstößen am Donnerstag in der nordkongolesischen Stadt Gbadolite machten sich beide Seiten gegenseitig dafür verantwortlich. Unter den Todesopfern ist nach Berichten eines Radiosenders auch ein Kämpfer des Oppositionskandidaten Jean-Pierre Bemba.

PEKING: Der südkoreanische Außenminister und künftige UN-Generalsekretär Ban Ki Moon spricht heute und morgen mit führenden chinesischen Politikern über die Umsetzung der UN-Sanktionen gegen Nordkorea. Beide Staaten haben Bedenken, dass eine zu strikte Umsetzung der Sanktionen die Sicherheitslage in Asien destabilisieren kann. Nordkorea hatte zuletzt mit Krieg gedroht, sollte Südkorea die Sanktionen umsetzen. Ein Sicherheitsberater des südkoreanischen Präsidenten warnte zudem im Parlament heute auch vor Auswirkungen auf die inner-koreanischen Wirtschaftsbeziehungen.

OTTAWA: Mexikos designierter Präsident Felipe Caldéron hat den Bau einer Sperranlage entlang der Grenze zu den USA scharf kritisiert. Bei einem Besuch in Kanada verglich Caldéron diese mit der Berliner Mauer. US-Präsident George W. Bush hatte am Donnerstag das Gesetz zum Bau der etwa 1.100 Kilometer langen Sperranlage unterzeichnet und es damit in Kraft gesetzt. Die Anlage besteht aus Zäunen, Fahrzeugssperren, Infrarotkameras und Radarstationen und soll illegale Einwanderer aus Mexiko abschrecken.

WASHINGTON: Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer wird nach seinem Besuch in Russland an diesem Freitag in den USA erwartet. Ein Thema seines Treffens mit Präsident George W. Bush dürfte das Ergebnis des Gesprächs mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vom Donnerstag sein. De Hoop Scheffer hatte Putin versichert, die Nato habe derzeit keine Pläne, neue Staaten aufzunehmen. Hintergrund sind Befürchtungen in Russland, die Nato könne nach der Aufnahme vieler osteuropäischer Staaten nun auch den Wunsch Georgiens nach einem Beitritt erfüllen.

PARIS: Die französische Polizei hat ihre Kräfte in der Hauptstadt anlässlich des ersten Jahrestages der Vorstadt-Unruhen an diesem Freitag verstärkt. Die Regierung entschied zudem, dass ab sofort Polizisten in Linienbussen mitfahren, die in kritische Vorstädte spät abends und nachts fahren. Hintergrund sind Überfälle von Jugendlichen auf mehrere Busse in den vergangenen Tagen.

MOSKAU: Die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS hat weiter mit Problemen beim Entladen von Versorgungsgütern zu kämpfen. Nach Angaben der Bodenkontrolle in Moskau konnte der Nachschub noch nicht durch die Ladeluke der russischen Sonde 'Progress' geschleust werden. Die Sonde hatte bereits am Donnerstag mit Schwierigkeiten an die ISS angedockt. Die Besatzung muss nun weiter auf die rund 2,5 Tonnen Fracht warten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden noch stürmisch, sonst teils aufgelockerte, teils starke Bewölkung und nur wenige Schauer. Die Tageshöchstwerte liegen zwischen 15 und 24 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 12 Grad, wolkig; Berlin: 18 Grad, leicht bewölkt; Dresden: 19 Grad, bewölkt; Köln/Bonn und Frankfurt am Main: 16 Grad, stark bewölkt und München: 15 Grad, wolkenlos.

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