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Nachrichten

Freitag, 27. Juni 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

HARARE: Ungeachtet internationaler Proteste findet die Stichwahl um das Amt des Präsidenten Simbabwes statt. Augenzeugen berichten allerdings von einem schleppenden Wahlverlauf. Einziger Kandidat ist der autoritär herrschende Amtsinhaber Robert Mugabe. Oppositionsführer Morgan Tsvangirai hatte nach wochenlangen Schikanen und Einschüchterungen bekannt gegeben, nicht an der Abstimmung teilzunehmen. Unmittelbar vor der Stichwahl appellierte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nochmals an die Regierung Simbabwes, die Abstimmung zu verschieben. Angesichts der Gewalt im Land könne man keine glaubwürdige und faire Wahl erwarten, sagte Ban. Zuvor hatten auch die Europäische Union und mehrere afrikanische Staaten eine Verschiebung der Wahl gefordert. Die Außenminister der G8-Staaten missbilligten das gewaltsame Vorgehen des Regierungslagers gegen die Opposition.

KYOTO: Die Außenminister der sieben größten Industriestaaten und Russlands (G8) wollen die von Nordkorea vorgelegte Liste mit Einzelheiten zum umstrittenen Atomwaffenprogramm des kommunistischen Landes überprüfen lassen. Der japanische Außenminister Masahiko Koumura sagte zum Abschluss des G8-Außenministertreffens in der japanischen Stadt Kyoto, Ziel sei nach wie vor die Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, eine Lösung im Atomkonflikt mit Nordkorea könne beispielhaft für andere derartige Krisen sein. Als Reaktion auf die Vorlage der Atom-Dokumentation hatten die USA die Aufhebung von Sanktionen angekündigt. Seine Regierung habe zudem die Absicht, Nordkorea von der Liste der Terrorismus-Unterstützerstaaten zu streichen, sagte US-Präsident George W. Bush.

MOSKAU: Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat die Hoffnung auf einen Neuanfang in den Beziehungen seines Landes zur Europäischen Union geäußert. Zum Auftakt des EU-Russland-Gipfels in der sibirischen Stadt Chanti-Mansijsk sagte Medwedew, er erwarte einen offenen Dialog und neue Impulse, um die bestehenden Probleme zu überwinden. Bei den Beratungen soll der Startschuss für ein neues Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und Russland fallen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso zeigte sich optimistisch, dass es zu einer Einigung kommt. In der Vergangenheit hatte es zwischen beiden Seiten immer wieder Differenzen gegeben. Streitpunkte waren unter anderem Menschenrechtsfragen und die Unabhängigkeit des Kosovo. Der letzte Gipfel vor rund einem Jahr war geprägt von Spannungen mit dem damaligen russischen Präsidenten Wladimir Putin.

WASHINGTON: Nach dem US-Repräsentantenhaus hat auch der Senat weiteren Milliarden-Ausgaben für die Kriege im Irak und in Afghanistan zugestimmt. Mit nur sechs Gegenstimmen billigten die Senatoren ein Gesetz, das zusätzlich rund 162 Milliarden Dollar für die beiden Militäreinsätze bereitstellt. Damit ist die Finanzierung des US-Engagements bis Mitte 2009 gesichert. Die Einigung kam nach wochenlangem Streit zwischen Demokraten und Republikanern zustande. Die Demokraten verzichteten schließlich darauf, das Budget mit einem Zeitplan für einen Truppenabzug aus dem Irak zu verknüpfen.

WASHINGTON: US-Bürger haben nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofes ein Grundrecht auf Waffenbesitz. Dieses Recht könne nicht im Interesse der öffentlichen Sicherheit beschnitten werden, urteilten die höchsten US-Richter. Damit brachte der Gerichtshof Teile des Waffengesetzes von Washington zu Fall. Bisher war in der Hauptstadt Privatleuten der Waffenbesitz verboten. Die Entscheidung des Richtergremiums, die mit fünf zu vier Stimmen denkbar knapp ausfiel, gilt als Sieg für die einflussreiche amerikanische Waffenlobby.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel kann nach einem Bericht der 'Süddeutschen Zeitung' ihre Versprechen zur künftigen Höhe der Entwicklungshilfe nicht einhalten. Grund sei das Bemühen der Koalition, die Neuverschuldung bis 2011 auf Null zu reduzieren, berichtet das Blatt unter Berufung auf den Entwurf für den Bundehaushalt 2009 und die mittelfristige Finanzplanung der Regierung. Das Budget von Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul steigt demnach zwar im kommenden Jahr deutlich an. Wegen des hohen Wirtschaftswachstums in Deutschland betrage die Entwicklungshilfe aber nur 0,37 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Merkel hatte ursprünglich eine Quote von rund einem halben Prozent für das Jahr 2010 versprochen. Dieser Wert könne nach Angaben aus Regierungskreisen nicht mehr erreicht werden, berichtet die SZ.

NEW YORK: Der Ölpreis hat erstmals die Marke von 140 Dollar überschritten. Grund des Preissprungs waren Äußerungen von OPEC-Präsident Chakib Khelil, der in einem Interview einen Anstieg des Ölpreises auf bis zu 170 Dollar noch in diesem Sommer für möglich gehalten hatte. Der hohe Ölpreis belastet zunehmend auch die Börsen. In New York fiel der Leitindex Dow Jones auf den tiefsten Stand seit 21 Monaten. Auch in Asien meldeten die Aktienmärkte zu Teil deutliche Verluste.

MANILA: Die vor den Philippinen gesunkene Fähre "Princess of the Stars" hatte zehn Tonnen hochgiftiger Pestizide an Bord. Die Bergung von mehreren hundert Opfern, die noch in dem Wrack vermutet werden, wurde deshalb gestoppt. Vertreter der Regierung in Manila zeigten sich empört, dass der Fährbetreiber nicht früher auf die gefährliche Ladung hingewiesen hatte. Die Fähre mit etwa 860 Menschen an Bord war am vergangenen Samstag gesunken. Lediglich 56 Menschen wurden gerettet.

WIEN: Spanien steht erstmals seit 24 Jahren wieder im Finale einer Fußball-Europameisterschaft. Das Team von Trainer Luis Aragones besiegte im Halbfinale in Wien Russland mit 3:0. Endspielgegner der Spanier ist am kommenden Sonntag die deutsche Nationalelf. In ganz Spanien feierten die Fans bis tief in die Nacht den Sieg ihrer Mannschaft. In der russischen Hauptstadt Moskau kam es dagegen zu Schlägereien enttäuschter Fans. Die Polizei nahm mehr als 200 Menschen vorübergehend fest. Präsident Dmitri Medwedew lobte die russische Nationalmannschaft und ihren niederländischen Trainer Guus Hiddink und sprach von einem 'hervorragenden Auftritt' seines Landes bei der EM.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Mitte und im Norden meist bewölkt und regnerisch. Im Süden mehr Sonne, am Alpenrand zeitweise Schauer und Gewitter. Höchstwerte 20 bis 28 Grad.

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