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Nachrichten

Freitag, 27. August 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

SARAJEVO: Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat die bosnischen Serben davor gewarnt, sich vom bosnischem Staat abzuspalten. Die territoriale Integrität von Bosnien-Herzegowina stehe außerhalb jeder Diskussion, sagte Westerwelle nach einem Treffen mit seinem bosnischen Kollegen Sven Alkalaj in Sarajevo. Ein Zerfall Bosnien würde auch die Chancen auf einen EU-Beitritt zunichtemachen. Der Minister rief zugleich die Vertreter der bosnischen Bevölkerungsgruppe auf, nach den Parlaments- und Präsidentenwahlen im Oktober endlich die überfällige Verfassungsreform in Angriff zu nehmen. Bosnien besteht aus zwei rivalisierenden autonomen Regionen: der bosnischen Serbenrepublik und der muslimisch-kroatischen Föderation. Von Sarajewo aus reiste Westerwelle ins Kosovo, der letzten Station seiner dreitägigen Balkan-Reise.

ISLAMABAD: Im Süden Pakistans haben die Behörden angesichts der Gefahr neuer Überflutungen zehntausende Menschen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Nach dem Bruch eines Deichs am Indus sei jetzt vor allem die Stadt Thatta in der Provinz Sindh bedroht, hieß es. Die meisten Bewohner hätten die Stadt bereits verlassen, teilten Regierungsvertreter mit. - Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden seit Mitte der Woche im Süden Pakistans rund eine Million Menschen vor dem Hochwasser evakuiert.

PJÖNGJANG: Nordkorea ist nach offiziellen Angaben zu neuen Verhandlungen über sein umstrittenes Atomprogramm bereit. Die amtliche Nachrichtenagentur KCNA meldete, die Nummer zwei in der Machthierarchie des kommunistischen Staates, Kim Yong Nam, habe dies bei einem Treffen mit dem ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter in Pjöngjang erklärt. - Die Sechs-Nationen-Gespräche über das nordkoreanische Nuklearprogramm liegen nach einem Atombombentest Pjöngjangs seit April 2009 auf Eis. - Carter hat bei seinem Besuch in Nordkorea die Freilassung eines US-Bürgers erwirkt, der wegen illegalen Grenzübertritts zu acht Jahren Haft verurteilt worden war. - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il setzte unterdessen seinen China-Besuch fort. Offiziell bestätigt ist die Reise weiterhin nicht.

NAIROBI: Kenias Präsident Mwai Kibaki hat die neue Verfassung feierlich unterzeichnet und in Kraft gesetzt, die bei einer Volksabstimmung Anfang August mit großer Mehrheit angenommen worden war. An der Zeremonie in Nairobi nahmen neben tausenden Bürgern auch zahlreiche afrikanische Staatschefs teil, unter ihnen der vor dem Internationalen Strafgerichtshof wegen Völkermord angeklagte Präsident des Sudan, Omar el Baschir. - Da Kenia den Internationalen Strafgerichtshof anerkennt, wären die Behörden eigentlich verpflichtet gewesen, Baschir festzunehmen. Ihm werden Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der sudanesischen Unruheprovinz Darfur vorgeworfen. - Die neue kenianische Verfassung begrenzt unter anderem die Macht des Präsidenten und erweitert die Rechte der Bürger.

OTTAWA: Einen Tag nach der Festnahme zweier Terror-Verdächtiger in der kanadischen Hauptstadt haben die Sicherheitskräfte ein weiteres Mitglied einer mutmaßlichen islamistischen Terrorzelle in Gewahrsam genommen. Der dritte Verdächtige ging der Polizei im Ort London in der Provinz Ontario ins Netz. In den Wohnungen der Männer wurden nach Polizeiangaben umfassende Anleitungen und Materialien zum Bombenbau sichergestellt. Die Drei werden beschuldigt, Sprengstoffanschläge in Kanada geplant und Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida zu haben. Ein Behördensprecher sagte, die Gruppe sei eine ernste Bedrohung für die Sicherheit in Kanada gewesen.

BERLIN: Die Bundesregierung setzt einem Zeitungsbericht zufolge auf eine Selbstverpflichtung der Atomkonzerne, um den geforderten Beitrag zum Ausbau von Ökostrom zu erhalten. Die Industrie solle als Gegenleistung für längere Atomlaufzeiten stärker in erneuerbare Energien investieren, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Regierungskreise. In diesem Falle würde die Koalition auf die bisher erwogene Zwangsabgabe zusätzlich zur Brennelementesteuer verzichten. Inzwischen sei die Regierung der Ansicht, dass eine Dreifachbelastung der Konzerne aus Steuer, Abgabe und schärferen Sicherheitsanforderungen einzelne Atommeiler unrentabel machen würde. Die Steuer soll mit 2,3 Milliarden Euro pro Jahr zur Sanierung des Bundeshaushalts beitragen.

BRASILIA: Der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva hat den Weg für den Bau des weltweit drittgrößten Wasserkraftwerks im Amazonas-Gebiet frei gemacht. Lula unterzeichnete in Brasilia einen Vertrag mit dem Konsortium Norte Energie, das damit für 35 Jahre die Nutzungsrechte an dem Kraftwerk Belo Monte am Amazonas-Nebenfluss Xingu erhält. Das Kraftwerk mit einer Leistung von 11.000 Megawatt soll 2015 in Betrieb gehen. - In der Region lebende Indios, die katholische Kirche und Umweltschützer laufen Sturm gegen das Projekt, für das mindestens 17.000 Menschen umgesiedelt werden müssen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Fast überall wolkenreich mit Regen, teils mit der Gefahr lokaler Überflutungen. Höchstwerte 15 bis 24 Grad.

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