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Nachrichten

Freitag, 27. April 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag

OSLO: Die 26 Nato-Staaten haben die Beitrittskandidaten Albanien, Kroatien und Mazedonien zu weiteren Reformen aufgefordert. Es seien noch keine 'Freifahrtscheine' für die Aufnahme in das Militärbündnis ausgestellt worden, sagte ein Sprecher nach Beratungen der Nato-Außenminister in Oslo. Die Entscheidung über den Beitritt der drei Länder werde erst auf einem Gipfeltreffen im April 2008 fallen. Russische Bedenken gegen die Erweiterung der Nato könnten diese jedoch nicht verhindern, betonte der Sprecher. Nach seinen Angaben forderten die Minister zudem eine rasche Entscheidung des Weltsicherheitsrates über den künftigen Status des Kosovo. Unnötige Verzögerungen in dieser Frage könnten die Spannungen in der südserbischen Provinz vergrößern. Zu einer weitgehenden Loslösung des Kosovo von Serbien gebe es keine Alternative.

MOSKAU: Russland hat seine Bereitschaft erklärt, mit der Nato über die von Präsident Wladimir Putin angekündigte Aussetzung des KSE-Abrüstungsvertrages zu verhandeln. Der russische Generalstabschef Juri Balujewski teilte mit, er werde im kommenden Monat das Nato-Hauptquartier in Brüssel besuchen und Putins Position erläutern. Der Präsident hatte am Donnerstag überraschend angekündigt, den 1990 zwischen der Nato und dem damaligen Warschauer Pakt geschlossenen Abrüstungsvertrag einseitig auf Eis zu legen. Er begründete seinen Schritt unter anderem mit den US-Plänen für ein Raketenabwehrsystem in Osteuropa. Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer zeigte sich besorgt. Das Auswärtige Amt in Berlin forderte eine Debatte über das amerikanische Vorhaben. Es müsse jetzt sehr offen über die politischen Folgen des umstrittenen US-Projekts gesprochen werden, sagte Staatsminister Gernot Erler.

BERLIN: Der Bundestag hat sich erwartungsgemäß mit großer Mehrheit für die weitere deutsche Beteiligung an der UN-Friedensmission im Südsudan ausgesprochen. Der Einsatz von bis zu 75 Soldaten wurde um weitere sechs Monate bis zum 15. November dieses Jahres verlängert. Deutschland ist seit April 2005 an dem UN-Einsatz beteiligt, der bei der Überwachung des Friedensabkommens zwischen der sudanesischen Regierung und dem nach Unabhängigkeit strebenden Süden des Landes helfen soll. In der westsudanesischen Krisenregion Darfur ist die Bundeswehr nicht im Einsatz. - Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt brachte das geplante Gesetz über Rauchverbote in Bundesbehörden und öffentlichen Verkehrsmitteln in den Bundestag ein. Rauchen sei das Gesundheitsrisiko Nummer Eins, mahnte die Ministerin.

BERLIN: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat sich der scharfen Kritik an Online-Durchsuchungen von Computern durch die Geheimdienste gebeugt und die umstrittene Methode vorerst verboten. Zunächst solle die aktuelle Rechtsgrundlage für die umstrittene Ermittlungsmethode überprüft werden, sagte eine Ministeriumssprecherin der 'Financial Times Deutschland'. Solange diese laufe, dürfe der Bundesverfassungsschutz nicht heimlich Computer-Daten ausspähen. Parlamentarier aller Fraktionen hatten mit Kritik und Unverständnis darauf reagiert, dass die Geheimdienste bereits jetzt heimlich Computer ausforschen. Die von der Regierung als Grundlage hierfür genannte Dienstvorschrift des ehemaligen Innenministers Otto Schily bewerteten die Abgeordneten als äußerst fragwürdige rechtliche Basis.

FRANKFURT AM MAIN: Verdi-Chef Frank Bsirske hat der Deutschen Telekom mit Streiks gedroht, sollte der Bonner Konzern im Konflikt um die Auslagerung von 50.000 Beschäftigten kein verbessertes Angebot vorlegen. Ein Einigungsversuch zwischen der Telekom und Verdi war am Donnerstag gescheitert. Die Telekom will die Beschäftigten in drei neue Service-Gesellschaften ausgliedern, wo sie länger arbeiten und weniger verdienen sollen, um den Konzern wettbewerbsfähiger zu machen. Mit zahlreichen Warnstreiks haben Mitarbeiter der Telekom in mehreren Bundesländern heute bereits gegen die Pläne protestiert.

TALLINN: In Estland ist es wegen der Demontage eines umstrittenen sowjetischen Kriegerdenkmals zu schweren Ausschreitungen gekommen. Wie die Polizei mitteilte, wurden bei den Krawallen in der Hauptstadt Tallinn ein Mensch getötet und mehr als 40 verletzt. Etwa 300 Personen seien festgenommen worden. Das Denkmal wurde inzwischen abgebaut und vom Stadtzentrum an einen geheimen Ort gebracht. Die russische Minderheit kritisiert die geplante Verlegung der Bronze-Statue auf einen Friedhof als Entehrung der sowjetischen Soldaten, die die Nazis aus Estland vertrieben haben. Viele Esten erinnert das Denkmal hingegen an die jahrzehntelange sowjetische Besatzung.

MOSKAU: Im Alter von 80 Jahren ist der weltbekannte russische Musiker und Dirigent Mstislaw Rostropowitsch gestorben. Das bestätigte seine Sprecherin. Rostropowitsch erlangte zunächst als Cellist Weltruhm, in den 70er Jahren begann er dann auch zu dirigieren. 1974 ging er ins Exil, nachdem er bei der damaligen sowjetischen Regierung in Ungnade gefallen war. Zuletzt lebte er wieder überwiegend in Russland.

GERA: Mit einer festlichen Gala ist im thüringischen Gera die Bundesgartenschau 2007 eröffnet worden. Im Beisein von Bundespräsident Horst Köhler als Schirmherr und Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus erinnerte im Hofwiesenpark eine Bergmannsparade mit 500 Mitwirkenden daran, dass in diesem Jahr besonders die Geschichte des Uranbergbaus und seiner Altlastensanierung im Mittelpunkt der Gartenschau steht. Das rund 90 Hektar große Gelände war zu DDR-Zeiten ein riesiger Bergbaukomplex. Bis zum 14. Oktober werden rund 1,5 Millionen Besucher erwartet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Sonnig und warm. Im Südwesten im Tagesverlauf einzelne Quellwolken. Höchstwerte 25 bis 30 Grad, an den Küsten 13 bis 18 Grad.

Zuletzt meldeten bei wolkenlosem Himmel:

Hamburg und Köln Bonn: 24 Grad;
Berlin und Dresden: 23 Grad;
Frankfurt am Main: 22 Grad und
München: 21 Grad.

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