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Nachrichten

Freitag, 26. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KÖLN: Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei hat auf dem Flughafen Köln/Bonn zwei Terrorverdächtige gefasst. Wie das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt mitteilte, konnten die beiden Männer in einer Maschine der niederländischen Fluggesellschaft KLM festgenommen werden. Die mutmaßlichen Terroristen - ein 23 Jahre alter Somalier und ein 24-jähriger in Somalia geborener deutscher Staatsbürger - wollten mit der KLM-Maschine nach Amsterdam fliegen. Nach Angaben der Polizei hatten sie in Abschiedsbriefen angekündigt, sich am sogenannten 'Heiligen Krieg' und an Terroranschlägen beteiligen zu wollen.

NEW YORK: In der Finanzkrise hat es die bislang größte Bankenpleite der US-Geschichte gegeben. Die ehemals führende Sparkasse Washington Mutual wurde von der Regierung geschlossen und zum Großteil vom Finanzkonzern J.P. Morgan Chase übernommen. Der Kaufpreis liegt bei 1,9 Milliarden Dollar. Durch die Übernahme wurde die Sparkasse mit Sitz in Seattle vor dem völligen Zusammenbruch gerettet. Das Institut hatte durch die Kreditkrise Verluste in Milliardenhöhe erlitten und in den vergangenen Monaten mehr als 90 Prozent seines Börsenwertes verloren. Der Verkauf soll angeblich keine Auswirkungen auf die Kunden von Washington Mutual haben. J.P. Morgan Chase hatte bereits im März die Investmentbank Bear Stearns übernommen, die damals ebenfalls kurz vor dem Aus gestanden hatte.

WASHINGTON: Die Verhandlungen über das geplante Rettungspaket für die US-Finanzmärkte sind festgefahren. Ein mit Spannung erwartetes Krisengespräch im Weißen Haus brachte nicht den erhofften Durchbruch. Zu dem Treffen hatte US-Präsident George W. Bush seine möglichen Nachfolger John McCain und Barack Obama sowie führende Kongressmitglieder eingeladen. Grund für das Scheitern der Gespräche sollen vor allem Meinungsunterschiede innerhalb des republikanischen Lagers gewesen sein. Bedenken gegen Teile des Regierungsvorschlags gebe es aber auch noch bei den Demokraten, hieß es. Vor dem Treffen im Weißen Haus hatten Kongressmitglieder erklärt, beide Parteien hätten sich in den zuständigen Ausschüssen grundsätzlich auf das Programm geeinigt. Es soll einen Umfang von 700 Milliarden Dollar haben und sieht im Kern vor, dass die Regierung den Finanzinstituten faule Kredite abkauft. Der Kongress will an diesem Freitag weiter über einen Kompromiss verhandeln.

BERLIN: Trotz der weltweiten Finanzkrise will die Deutsche Bahn Ende kommenden Monats an die Börse gehen. Erster Handelstag für die Bahn-Aktien werde der 27. Oktober sein, teilte der Konzern in Berlin mit. Zunächst will die Deutsche Bahn AG knapp 25 Prozent ihrer Verkehrs- und Logistiktochter 'DB Mobility Logistics' privatisieren. Sein Unternehmen gehe trotz der angespannten Situation an den Finanzmärkten zuversichtlich in die heiße Phase des Börsengangs, erklärte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn.

KAIRO: Die Wüsten-Odyssee der vor knapp einer Woche in Ägypten entführten europäischen Reisegruppe geht weiter. Die fünf Deutschen, fünf Italiener und eine Rumänin wurden mit ihren acht ägyptischen Begleitern nach Libyen verschleppt. Das Außenministerium des Sudan teilte mit, die Gruppe habe das Land verlassen und befinde sich nun 15 Kilometer tief auf libyschem Gebiet. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte am Rande der UN-Vollversammlung in New York, der Krisenstab in Berlin bemühe sich weiter intensiv um die Freilassung der Geiseln.

ISLAMABAD: Bei ihrer Großoffensive im Grenzgebiet zu Afghanistan hat die pakistanische Armee nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Aufständische getötet. Unter ihnen befänden sich auch fünf Anführer der islamistischen Rebellen, teilte ein hochrangiger Militärvertreter mit. Während des Einsatzes im Distrikt Bajaur im Nordwesten Pakistans seien auch 27 Soldaten getötet worden. - Staatspäsident Asif Ali Zardari verwahrte sich abermals gegen Militäraktionen der USA auf pakistanischem Boden. Durch solche Aktionen würden die Extremisten nur gestärkt, erklärte Zardari vor der UN-Vollversammlung in New York.

MÜNCHEN: Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohamed ElBaradei, hat die USA zu direkten Verhandlungen mit dem Iran über dessen umstrittenes Atomprogramm aufgefordert. Wenn die USA mit Nordkorea verhandelten, dann könnten sie dies auch mit dem Iran tun, sagte ElBaradei der 'Süddeutschen Zeitung'. Eine militärische Lösung existiere nicht. Ein Angriff auf Irans Nuklearanlagen würde den gesamten Nahen Osten in einen Feuerball verwandeln, warnte der Chef der Atomenergiebehörde.

PEKING: Die Weltgesundheitsorganisation hat den Umgang chinesischer Behörden mit dem Skandal um verseuchte Milchprodukte kritisiert. Der Repräsentant der WHO in China, Hans Troedsson, warf den Behörden vor, sie hätten den Skandal vertuschen wollen. Dadurch habe sich die Krise noch verschärft. Wären die entsprechenden Informationen sofort weitergegeben worden, hätte es Erkrankungen in diesem Ausmaß nicht gegeben, sagte Troedsson in Peking. - Durch Melamin-verseuchte Milchprodukte sind in China nach offiziellen Angaben mehr als 50.000 Kleinkinder erkrankt. Mehrere Säuglinge sind bereits gestorben.

BERLIN: Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hat die finanzielle Ausstattung der Krankenhäuser in Deutschland gegen die Kritik von Klinikmanagern, Ärzten und Pflegekräften verteidigt. Zugleich schloss sie eine Aufstockung der von der Bundesregierung beschlossenen Krankenhaus-Nothilfe aus. Am Donnerstag waren in Berlin rund 130.000 Klinikmitarbeiter auf die Straße gegangen, um ihrem Unmut über die finanzielle Notlage der Krankenhäuser Luft zu machen. Bis Ende nächsten Jahres fehlten den 2.100 Kliniken 6,7 Milliarden Euro, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Rudolf Kösters. Das Drei-Milliarden-Euro-Hilfspaket der Regierung reiche nicht aus.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend heiter. Südlich der Donau kompaktere Wolkenfelder, aber auch dort weitgehend trocken. Im Norden örtlich neblig-trüb. Höchstwerte elf bis 19 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 9 Grad, Nebel;
Berlin: 9 Grad, wolkenlos;
Dresden: 6 Grad, dunstig;
Köln/Bonn: 6 Grad, Bodennebel;
Frankfurt am Main: 10 Grad, wolkenlos
und München: 8 Grad, stark bewölkt.

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