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Nachrichten

Freitag, 26. Mai 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Donnerstag.

WARSCHAU: Im Zentrum der polnischen Hauptstadt haben sich hunderttausende Gläubige zu einem Gottesdienst mit Papst Benedikt XVI. versammelt. Die Messe auf dem Warschauer Pilsudski-Platz zählt zu den Höhepunkten der viertägigen Polen-Reise des deutschen Papstes. Nach dem Gottesdienst unter freiem Himmel reist Benedikt in den Wallfahrtsort Tschenstochau weiter. Sein Besuch steht ganz im Zeichen der Erinnerung an seinen polnischen Vorgänger Johannes Paul II. Außerdem will sich der Papst mit Überlebenden des ehemaligen NS-Vernichtungslagers Auschwitz treffen.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Tony Blair haben Fehler in ihrer Irak-Politik eingeräumt. Als den größten bezeichnete Bush die Misshandlung von Insassen im Gefängnis Abu Ghraib. Dennoch sei die Entscheidung zum Sturz Saddam Husseins und für die Demokratisierung richtig gewesen, verteidigten beide Politiker den Krieg. Mit der Regierungsbildung in Bagdad befinde sich das Land auf einem guten Weg zu Stabilisierung und nationaler Versöhnung, so Bush. Das ehrgeizige Programm des irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki mache Hoffnung. Weder Bush noch Blair waren bereit, einen Zeitplan für den Abzug der Koalitionstruppen zu nennen. Weitere Themen ihrer Beratungen in Washington waren der Atomstreit mit dem Iran und die Lage im Nahen Osten.

WASHINGTON: Der amerikanische Senat hat eine umfassende Reform des Einwanderungsrechts beschlossen, die Millionen von illegalen Immigranten den Weg zur US-Staatsbürgerschaft ebnen könnte. Die Senatoren stimmten mit klarer Mehrheit für eine parteiübergreifende Gesetzesinitiative, die auch von Präsident George W. Bush unterstützt wird. Allerdings kann die Reform nur mit Zustimmung des Repräsentantenhauses in Kraft treten, das erst im Dezember eine restriktive Regelung verabschiedet hatte. - Derzeit leben in den USA schätzungsweise elf bis zwölf Millionen Ausländer ohne eine Aufenthaltsgenehmigung. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt meist in schlecht bezahlten Jobs.

GAZA-STADT: Die von der radikalislamischen Hamas-Regierung im Gazastreifen eingesetzten Sicherheitskräfte ziehen sich auf Anweisung des Innenministeriums zurück. Innenminister Said Siam wolle mit der Anordnung den nationalen Dialog vereinfachen, teilte ein Kommandeur der paramilitärischen Truppe mit. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte den Einsatz der von der Hamas eigenmächtig auf die Straße geschickten Truppe nicht gebilligt. Die Abbas unterstellten Sicherheitsdienste und Anhänger der Hamas-Regierung liefern sich seit Tagen Gefechte im Gazastreifen. Vor diesem Hintergrund billigte die israelische Regierung ausländische Waffenlieferungen zum Schutz von Abbas.

ANKARA: In der Türkei hat das bislang größte Militärmanöver gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen begonnen. An der Übung beteiligen sich auch amerikanische, französische und portugiesische Soldaten. Offiziere aus 34 Staaten beobachten die Übung. Das Manöver ist Teil einer Initiative gegen Massenvernichtungswaffen, die 2003 von den USA gestartet wurde.

DILI: Angesichts tagelanger Unruhen hat Osttimor die Sicherheitshoheit über seine Hauptstadt Dili an Australien übertragen. Eigene Truppen würden vorerst abgezogen, teilte Außenminister Jose Ramos-Horta mit. Australien will bis Sonntag insgesamt 1.300 Soldaten nach Osttimor entsenden. Bislang seien 350 Soldaten eingetroffen, sagte Premierminister John Howard. Zudem werden Truppen aus Malaysia, Portugal und Neuseeland erwartet.

BERLIN: Die Bundesregierung hat eine Stellungnahme zur Affäre um die Bespitzelung von Journalisten durch den Bundesnachrichtendienst angekündigt. Zudem soll an diesem Freitag der bisher geheime Bericht über die Aktivitäten des Nachrichtendienstes veröffentlicht werden. Das Gutachten wird teilweise geschwärzt, weil einer der betroffenen Journalisten Rechtsmittel eingelegt hatte. Dem BND wird vorgeworfen, jahrelang Journalisten ausgespäht zu haben, um undichte Stellen in den eigenen Reihen aufzudecken.

BERLIN: Zum Abschluss des DGB-Bundeskongresses will der Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes seine Initiative für ein 'soziales Europa' vorstellen. Darin werden 'wirksame Maßnahmen' gegen Lohndumping gefordert. Gegen massive Einwände der Bundesregierung hatten die Delegierten in Berlin beschlossen, für einen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland zu kämpfen. Dieser sollte nach dem Willen des DGB 7-Euro-50 in der Stunde betragen. Während die Linkspartei den Vorstoß unterstützt, bekräftigten Kanzlerin Angela Merkel und Arbeitsminister Franz Müntefering ihre ablehnende Haltung.

WEIMAR: Bei einem ausländerfeindlichen Überfall sind in Thüringen drei Männer aus Mosambik und Kuba verletzt worden, einer von ihnen schwer. Wie die Polizei mitteilte, wurden die Männer während einer privaten Feier in Weimar von Rechtsextremisten erst beschimpft und schließlich geschlagen. Die acht festgenommenen Tatverdächtigen sind zwischen 19 und 29 Jahre alt. - Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Wolfgang Huber, bezeichnete den Rechtsextremismus als besonderes Problem Ostdeutschlands. Dort wendeten sich wegen schlechter Ausbildungs- und Berufschancen viele von der Gesellschaft enttäuscht ab, sagte Huber der 'Berliner Zeitung'.

LUXEMBURG: Der Übernahme-Poker um den europäischen Stahlkonzern Arcelor hat eine überraschende Wende genommen. Um eine feindliche Übernahme durch den Branchenführer Mittal Steel aus Indien abzuwehren, will Arcelor mit dem russischen Stahlkonzern SeverStal fusionieren. Eine entsprechende Vereinbarung sei bereits getroffen worden, hieß es aus Luxemburg und Moskau. Aus der Fusion von SeverStal und Arcelor soll der weltgrößte Stahlkonzern entstehen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend stark bewölkt, von Westen her teils kräftiger Regen. Im Norden und Nordosten Auflockerungen.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 10 Grad, leicht bewölkt

Berlin: 10 Grad, wolkig

Dresden: 10 Grad, stark bewölkt

Köln/Bonn: 11 Grad, bedeckt

Frankfurt am Main: 12 Grad, bedeckt

München: 11 Grad, etwas Regen