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Nachrichten

Freitag, 26. Januar 2007

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

BRÜSSEL: Die USA wollen zusätzlich 10,6 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau Afghanistans zur Verfügung stellen. Dies teilte US-Außenministerin Condoleezza Rice am Rande des NATO- Außenministerrates in Brüssel mit. Zugleich will Rice nach Angaben von Diplomaten die Verbündeten auffordern, auch die militärischen Anstrengungen im Rahmen der Afghanistan-Schutztruppe ISAF zu verstärken. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte dagegen, eine Stabilisierung in Afghanistan sei alleine mit militärischer Präsenz nicht zu erreichen. NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer erklärte bei der Eröffnung des Treffens, das Bündnis werde über einen 'ganzheitlichen Ansatz' sprechen, der zivile und militärische Instrumente zusammenbringe.

BERLIN: Im Fall des ehemaligen Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier das Vorgehen der früheren Bundesregierung verteidigt. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 habe die Sicherheit der Bundesbürger oberste Priorität gehabt, sagte der SPD-Politiker. Eine Rückkehr Kurnaz nach Deutschland sei nie hintertrieben worden. Man habe sich nichts vorzuwerfen. Einen Rücktritt lehnte Steinmeier erneut ab. Dagegen berichtet die 'Berliner Zeitung', Steinmeier sei als damaliger Kanzleramtsminister unmittelbar in die Planungen einbezogen worden, die Rückkehr Kurnaz zu verhindern. Dies gehe aus einem Schreiben an den damaligen Innenstaatssekretär Claus Hennig Schapper hervor.

MÜNCHEN: Im Streit um den CSU-Vorsitz wollen Spitzenpolitiker und der scheidende Parteichef Edmund Stoiber an diesem Freitag in einem weiteren Krisengespräche eine Lösung suchen. Nach wie vor erheben Bundeslandwirtschaftminister Horst Seehofer und der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber Anspruch auf das Amt. Beide schlossen auch eine Kampfkandidatur auf dem Parteitag Ende September nicht aus. Stoiber will dann das Parteiamt und den Posten des Regierungsschefs niederlegen.

MÜNCHEN: Trotz massiver Kritik wegen des Korrutionsskandals, der BenQ-Pleite und der üppigen Erhöhungen der Vorstandsgehälter hat die Siemens-Hauptversammlung die Konzernspitze entlastet. Allerdings gab es viele Gegenstimmen. So erhielt Aufsichtratschef Heinrich von Pierer 34 Prozent Nein-Stimmen, bei Vorstandchef Klaus Kleinfeld waren es 29 Prozent. Beide hatten zuvor eine umfassende Aufklärung der Schmiergeldaffäre angekündigt. Von Pierer räumte in seiner Rede erstmals Versäumnisse ein und entschuldigte sich für Fehler während seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender. Kleinfeld verwies auf die guten Bilanzen. Alle Geschäftsbereiche seien profitabel. Der Umbau des Konzerns gehe weiter.

WASHINGTON: Das Weiße Haus hat einem Pressebericht zufolge grünes Licht für die Gefangennahme und auch Tötung 'iranischer Agenten' im Nachbarland Irak gegeben. Nach einem Bericht der 'Washington Post' ist dies Teil einer neuen, härteren Strategie der Regierung von Präsident George W. Bush im Kampf gegen die Aufständischen im Irak. Den Iranern wird von Washington vorgeworfen, die schiitischen Milizen im Irak zu trainieren und mit Waffen auszurüsten. Nach den früheren Richtlinien durfte das US-Militär die Iraner nur vorübergehend festnehmen und musste sie dann nach einer biometrischen Erfassung ihrer Identität wieder auf freien Fuß setzen.

WASHINGTON: Wegen der Ermordung dreier irakischer Gefangener ist ein US-Soldat zu einer Haftstrafe von 18 Jahren verurteilt worden. Ein Militärgericht im US-Bundesstaat Kentucky befand den 21 Jahre alten Soldaten für schuldig, die Gefangenen nach deren Freilassung in der Nähe von Tikrit erschossen zu haben. Der Angeklagte hatte sich in dem Verfahren geständig gezeigt. Im Zusammenhang mit der Tat waren bereits mehrere andere Soldaten verurteilt worden.

PARIS: Ein halbes Jahr nach dem Krieg im Libanon will die internationale Gemeinschaft dem Land beim Wiederaufbau mit Milliardenhilfen unter die Arme greifen. Auf einer Geber-Konferenz in Paris sagten Vertreter aus rund 40 Staaten dem Libanon mehr als 7,6 Milliarden US-Dollar zu. Allein Saudi-Arabien kündigte eine Unterstützung von 1,1 Milliarden US-Dollar an. Der pro-westliche Ministerpräsident Fuad Siniora stellte sein Programm für den Wiederaufbau vor und kündigte dabei auch Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft an. Er zeigte sich zufrieden über die Höhe der finanziellen Unterstützung.

BEIRUT: Bei den Ausschreitungen im Libanon zwischen Anhängern der Regierung von Ministerpräsident Fuad Siniora und der Opposition sind in Beirut nach jüngsten Polizeiangaben vier Menschen getötet und mehr als 150 verletzt worden. Die Zusammenstöße in muslimischen Vierteln der Hauptstadt hatten auf dem Gelände der Arabischen Universität im Süden Beiruts begonnen und sich auf die benachbarten Stadtteile ausgeweitet. Regierungs- und Oppositionsanhänger gingen mit Stöcken und Steinen aufeinander los und zündeten Autoreifen an. Wegen der Gewaltausbrüche war eine nächtliche Ausgangssperre verhängt worden.

DAVOS: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas zusammengetroffen. Die Kanzlerin habe Abbas ihre Unterstützung bei der Bildung einer Regierung der nationalen Einheit in den palästinensischen Gebieten zugesichert, teilte ein Sprecher mit. Frau Merkel äußerte die Hoffnung, dass Europa zusammen mit den Vereinten Nationen, den USA und Russland im Rahmen des so genannten Nahost-Quartetts eine konstruktive Rolle beim Friedensprozess spielen werde. Da Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft inne habe, erwarte er sich von den Bemühungen viel, sagte Abbas.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Nordwesten teils Regen, teils Schnee, der bis zum Abend bis zur Mitte Deutschlands vorankommt. Im Süden meist sonnig. Höchstwerte minus fünf bis plus fünf Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: minus 1°, Glatteisregen; Berlin und Frankfurt am Main: minus 7°, wolkig; Dresden: minus 10°, leicht bewölkt; Köln/Bonn: minus 5°, bedeckt, sowie München: minus 8°, dunstig.

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