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Nachrichten

Freitag, 25. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KABUL: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist zu einem viertägigen Afghanistanbesuch in Herat im Westen des Landes eingetroffen. Der Minister will sich dort über den Fortgang der Restaurierung der historischen Altstadt informieren, die mit deutscher Hilfe wieder aufgebaut wird. Ebenfalls mit Unterstützung aus der Bundesrepublik wurde in Herat eine funktionierende Trinkwasserversorgung für mehr als eine halbe Million Menschen geschaffen. Zum weiteren Verlauf der Reise wurde aus Sicherheitsgründen nichts bekanntgegeben. Steinmeiers Besuch soll auch der Vorbereitung der im Oktober anstehenden Bundestagsentscheidung über die Verlängerung des Bundeswehr-Mandates für Afghanistan dienen. Nach einem Kabinettsentscheid sollen künftig maximal 4.500 statt wie bisher höchstens 3.500 Bundeswehrsoldaten für die ISAF-Schutztruppe zum Einsatz kommen.

BERLIN: Die Rede des Präsidentschaftsbewerbers der US-Demokraten, Barack Obama, in Berlin ist bei deutschen Politikern auf ein weitgehend positives Echo gestoßen. Der Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Eckart von Klaeden, nannte sie "beeindruckend". Es sei aber eine Wahlkampfrede gewesen, die so ähnlich auch von Obamas republikanischem Gegner, John McCain, hätte gehalten werden können. Der Sprecher der SPD-Fraktion, Gert Weisskirchen, sprach von der Rede eines "Weltbürgers", die sich gleichsam an Deutsche, Europäer und US-Amerikaner gerichtet habe. In dem knapp 30-minütigen Auftritt an der Siegessäule hatte Obama vor etwa 200.000 Menschen dazu aufgerufen, die Herausforderungen dieses Jahrhunderts wie Klimawandel und Terrorismus gemeinsam anzugehen. Europa und die USA sollten ihre historische Freundschaft erneuern. Von Deutschland verlangte er ein größeres militärisches Engagement in Afghanistan.

BERLIN: Das Kabinen- und Bodenpersonal der Lufthansa beginnt Montagnacht einen unbefristeten Streik. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi stimmten bei einer Urabstimmung 90,7 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten für die Arbeitsniederlegung. Gefordert sind 9,8 Prozent mehr Lohn für die 50.000 Beschäftigten. Die Lufthansa bot zuletzt 6,7 Prozent an. Nach einem Bericht der 'Rheinischen Post' soll die Lufthansa bereits einen Notfall-Flugplan aufgestellt haben, um Flugausfälle zu verhindern.

NIKOSIA: Auf der geteilten Mittelmeerinsel Zypern hat ein für die Zukunft der Insel möglicherweise entscheidendes Treffen der Führer der griechischen und türkischen Volksgruppe begonnen. Die beiden Spitzenpolitiker Dimitris Christofias, für die griechischen Zyprer und Mehmet Ali Talat für die türkische Volksgruppe, wollen bei diesen Vorgesprächen entscheiden, wann echte direkte Verhandlungen zwischen ihnen zur Überwindung der Teilung beginnen sollen. Das Gespräch findet in Anwesenheit des Vertreters der Vereinten Nationen auf Zypern, Taye-Brook Zerihoun, in Nikosia statt. Zahlreiche Bemühungen zur Überwindung der seit 1974 bestehenden Teilung waren in den vergangenen Jahrzehnten gescheitert.

BELGRAD: Die serbische Regierung hat im Streit mit der Europäischen Union über die Unabhängigkeit des Kosovo erstmals Kompromissbereitschaft signalisiert. Außenminister Vuk Jeremic sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", es gebe keinen Zweifel, dass die EU im Kosovo eine sehr bedeutende Rolle spielen sollte. Notwendig sei dafür aber ein neues Mandat des UN-Sicherheitsrates für die Polizei- und Rechtsstaatsmission der EU im Kosovo. Zudem kündigte Jeremic an, dass auch die beiden letzten flüchtigen Angeklagten des UN-Kriegsverbrechertribunals für Ex-Jugoslawien, Ratko Mladic und Goran Hadzic, bald an Den Haag ausgeliefert würden. Die Regierung in Belgrad erwarte im Gegenzug eine deutlichere Unterstützung der EU für ihren proeuropäischen Kurs.

LONDON: Der britische Premierminister Gordon Brown hat eine weitere Niederlage hinnehmen müssen. Seine Labour-Partei hat in einer Unterhausnachwahl im schottischen Glasgow ihr Mandat an die Schottische Nationale Partei verloren. Die Nachwahl war nach dem Rücktritt eines langjährigen Labour-Abgeordneten erforderlich geworden. Die Labour-Partei ist seit mehr als einem Jahrzehnt an der Regierung und angesichts der schwächelnden britischen Wirtschaft auf einem Tiefpunkt in der Popularität bei Wählern angelangt. Innerhalb der Labour-Partei wird vor allem Premier Brown für das Stimmungstief der Partei verantwortlich gemacht.

PARIS: Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki wird an diesem Freitag zum ersten EU-Südafrika-Gipfeltreffen im französischen Bordeaux erwartet. Mbeki will gemeinsam mit dem französischen Präsidenten und EU-Ratsvorsitzenden Nicolas Sarkozy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso die Möglichkeiten seines Landes erörtern, zur Beilegung von Konflikten in Afrika beizutragen. Die Europäische Union wolle die südafrikanischen Vermittlungsbemühungen in Simbabwe weiter unterstützen, hieß es von Seiten der EU. Gleiches gelte für die Konflikte in der sudanesischen Provinz Darfur, im Kongo und in Burundi. Weiteres Thema des Treffens ist der Klimawandel.

BOGOTA: Die linksgerichtete kolumbianische Rebellenorganisation FARC hat erstmals seit der spektakulären Befreiung der früheren Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt wieder mehrere ihrer Geiseln freigelassen. Bei den acht Menschen die freikamen handelt es sich um Zivilisten, die am 17. Juli dieses Jahres von der Rebellengruppe entführt worden waren. Sie befinden sich in der Obhut des Roten Kreuzes, das nach eigenen Angaben die Freilassung vermittelte. Schätzungen zufolge befinden sich noch bis zu 700 Menschen in der Hand der FARC.

QUITO: Die Verfassungsgebende Versammlung in Ecuador hat sich erwartungsgemäß mit klarer Mehrheit auf ein neues Grundgesetz für den Andenstaat geeinigt. Die Verfassung soll nun in einem Referendum am 28. September vom Volk bestätigt werden. Bei einer Annahme der neuen Verfassung würden die Machtbefugnisse des Präsidenten gestärkt und die Einflussmöglichkeiten der Parteien beschnitten. Das Abstimmungsergebnis in der Verfassungsgebenden Versammlung kam nicht überraschend, weil die Allianz-Partei des linksgerichteten Präsidenten Rafael Corea mehr als 60 Prozent der Delegierten stellt. Das neue Verfassungswerk sieht maximal drei Amtsperioden für den Präsidenten vor, statt bisher eine.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vielfach heiter. Im Osten und Südosten dichtere Wolken und einige Schauer. Höchstwerte 21 bis 31 Grad.

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