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Nachrichten

Freitag, 25. August 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

BRÜSSEL: Die geplante UN-Friedenstruppe für den Libanon nimmt langsam Gestalt an. Einen Tag nach der Zusage Frankreichs, sein Libanon-Kontingent doch auf insgesamt 2.000 Mann aufzustocken, trafen jetzt zunächst weitere 170 französische Soldaten in der Region ein. Ebenso wie Italien, das bis zu 3.000 Soldaten angeboten hatte, signalisierte auch Frankreich wieder Bereitschaft, das Kommando der Unifil-Truppe im Südlibanon zu führen. Angesichts des zunehmenden internationalen Drucks beraten die EU-Außenminister an diesem Freitag über Beiträge und Aufgaben bei der Verstärkung der UN-Friedenstruppe für den Libanon. Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan nimmt an dem Sondertreffen in Brüssel teil.

WASHINGTON: Die USA untersuchen nach einem Pressebericht, ob Israel bei den Angriffen im Libanon gegen Geheimabkommen mit der US-Regierung verstoßen und Streubomben eingesetzt hat. Im US-Außenministerium seien bereits Ermittlungen eingeleitet worden, berichtet die 'New York Times' unter Berufung auf nicht namentlich genannte Regierungsmitarbeiter. Es werde Meldungen nachgegangen, wonach die israelische Armee in den USA hergestellte Streubomben im Südlibanon eingesetzt haben soll. Diese Bomben öffnen sich bereits in der Luft und werfen weitflächig kleinere Bomben ab.

MOSKAU: Russland sieht weiter keine Notwendigkeit von Sanktionen gegen den Iran. Verteidigungsminister Sergej Iwanow sagte vor Journalisten, Sanktionen hätten sich auf internationalem Parkett als ineffektiv zur Lösung von Problemen erwiesen. Russland setze weiter auf Diplomatie, um den Atomstreit zu lösen. Die USA, Frankreich und Deutschland hatten die Antwort des Iran auf das Kompromissangebot der fünf Vetomächte im Weltsicherheitsrat und Deutschlands als unzureichend bezeichnet. Bundeskanzlerin Angela Merkel bemängelte, dass mit der Nicht-Erwähnung des Stopps der Urananreicherung der entscheidende Satz fehle.

BERLIN: Die Bundesregierung will bis zum 4. September eine Einigung mit den Ländern über die umstrittene Anti-Terror-Datei erreichen. Ministerin Brigitte Zypries sagte im deutschen Fernsehen, die Datei werde einen Mittelweg darstellen zwischen der Zugriffsmöglichkeit auf vollständige Informationen oder auf ein Indexverzeichnis der Informationen. Wichtig sei, so Zypries, dass das Gesetz verfasssungskonform sei. Deshalb würden Informationen von Polizei und Geheimdiensten weiter getrennt bleiben, ein Austausch solle aber erleichtert werden. Für den 4. September ist eine Innenminister-Sonderkonferenz zum Thema geplant.

BERLIN: Im Zusammenhang mit den gescheiterten Bombenanschlägen auf zwei Regionalzüge wird nach Presseberichten noch gegen sieben weitere Verdächtige ermittelt. Die 'Bild'-Zeitung schreibt, zwei Personen seien namentlich, die restlichen fünf nicht namentlich bekannt. Am Donnerstag hatte sich der zweite mutmaßliche Bombenleger in seiner libanesischen Heimatstadt Tripoli der Polizei gestellt, gut drei Wochen nach den gescheiterten Anschlägen. Deutsche Kriminalbeamte sind vor Ort, um den Verdächtigen ebenfalls zu befragen. Die 'Süddeutsche Zeitung' berichtet, die beiden mutmaßlichen Bombenleger hätten sich in Deutschland kennengelernt.

BERLIN: Die am Donnerstag bekannt gewordenen ersten Details der geplanten Gesundheitsreform stoßen auf heftigen Widerstand. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte, eine Verstaatlichung der privaten Krankenversicherung werde es mit der CDU nicht geben. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sprach von einem 'Ausbluten' der Privatversicherungen. Der Chef des Verbandes der privaten Krankenversicherung, Volker Leienbach, drohte mit einer Verfassungsklage. Nach den Plänen des Finanzministeriums sollen die Privatkassen einen Basistarif für Versicherte einführen, der für junge Versicherte höher, für ältere niedriger ist. Befürchtet werden Beitragserhöhungen für junge Versicherte von rund 37 Prozent.

PEKING: Ein chinesischer Mitarbeiter der 'New York Times' ist in Peking wegen Betrugs zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Freigesprochen wurde Zhao Yan jedoch von der Anklage des Verrats von Staatsgeheimnissen. Bei einem Schuldspruch hätten ihm wegen dieses Delikts bis zu zehn Jahre Haft gedroht. Der 44-jährige Zhao Yan wurde 2000 verhaftet. Zuvor hatte die 'New York Times' einen Bericht veröffentlicht über den später durchgeführten Plan des damaligen Staatschefs Jiang Zemin, sein Amt als Leiter der Zentralen Militärkommission der Regierung aufzugeben.

COLOMBO: Im Norden Sri Lankas ist erstmals seit der Belagerung der Halbinsel Jaffna vor einigen Wochen dort wieder ein Schiff mit Hilfsgütern eingetroffen. Die mehr als 1.000 Tonnen Lebensmittel würden dringend benötigt, sagte ein Sprecher des Internationalen Roten Kreuzes. Ein zweites Schiff der Hilfsorganisation ist unterwegs, um aus der von Rebellen belagerten Region etwa 150 Ausländer in Sicherheit zu bringen. Bei ihnen handelt es sich vor allen um Briten und Kanadier tamilischer Herkunft. In der Nacht zu diesem Freitag war es im Norden Sri Lankas wieder zu Feuergefechten zwischen tamilischen Rebellen und der Armee gekommen.

KUALA LUMPUR: Die Handelsminister des Verbands Südostasiatischer Staaten (ASEAN) haben ein neues Handelsabkommen mit den USA unterzeichnet. Die in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur erzielte Vereinbarung ermöglicht der amerikanischen Exportwirtschaft einen leichteren Zugang in den Wirtschaftsraum der zehn ASEAN-Staaten. Dazu gehört auch eine Vereinheitlichung der Zollbestimmungen für den Import von US-Produkten. Der Handel zwischen den ASEAN-Ländern und den USA war im vergangenen Jahr um mehr als 12 Prozent auf 152 Milliarden Dollar gestiegen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nur im Süden noch freundlich; sonst viele Wolken, zeitweise Regen oder Gewitter. Tageswerte zwischen 16 und 23 Grad.

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