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Nachrichten

Freitag, 25. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PEKING: Die chinesische Regierung hat sich bereit erklärt, einen Vertreter des Dalai Lama zu treffen. Das Gespräch mit einem Gesandten des Oberhaupts der Tibeter werde bereits in den nächsten Tagen stattfinden, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Mit der Aufnahme des Dialogs würde China einen Kurswechsel im Tibet-Konflikt einleiten. Trotz internationalen Drucks hatte die Führung in Peking bisher direkte Kontakte mit der tibetischen Exilregierung abgelehnt. China beschuldigt den Dalai Lama, Drahtzieher der jüngsten Unruhen in Tibet zu sein. - Die Lage in Tibet war auch Thema eines Gesprächs zwischen Chinas Regierungschef Wen Jiabao und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso. Dabei habe er auf die Einhaltung der Menschenrechte gedrungen, sagte Barroso. Das Treffen in Peking fand im Rahmen der ersten Runde regelmäßiger europäisch-chinesischer Konsultationen statt.

JERUSALEM: Israel hat ein Angebot der radikal-islamischen Hamas für eine Waffenruhe im Gazastreifen zurückgewiesen. Damit wolle die Hamas nur auf Zeit spielen, um sich neu zu bewaffnen und neu zu ordnen, sagte ein Regierungssprecher in Jerusalem. Die militante Palästinenser-Organisation hatte zuvor erklärt, sie sei mit einer sechs Monate langen Feuerpause im Gazastreifen einverstanden. Bedingung sei allerdings, dass Israel die Blockade des Gazastreifens aufhebe und die Grenzübergänge wieder öffne. - Im Westjordanland kam es unterdessen zu einem blutigen Zwischenfall. Wie ein Militärsprecher mitteilte, wurden auf einem Fabrikgelände nahe der Stadt Tulkarem zwei israelische Wachleute erschossen. Bei dem Täter soll es sich um einen palästinensischen Extremisten handeln.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat den Palästinensern nachdrücklich seine Unterstützung im Streben nach einem eigenen Staat zugesichert. Nach einem Treffen mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas in Washington sprach Bush die israelische Siedlungspolitik zwar nicht direkt an. Er betonte aber, ein Palästinenserstaat dürfe nicht wie ein -so wörtlich- 'Schweizer Käse' aussehen. Abbas bezeichnete den israelischen Siedlungsbau im Westjordanland erneut als Haupthindernis für den Friedensprozess im Nahen Osten.

WASHINGTON: Die USA haben Nordkorea offiziell vorgeworfen, Syrien beim Bau eines Atomreaktors geholfen zu haben. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino, erklärte in Washington, die US-Regierung sei aufgrund verschiedener Informationen davon überzeugt, dass Nordkorea geheime syrische Nuklearaktivitäten unterstützt habe. Der Reaktor sei nicht zu friedlichen Zwecken bestimmt gewesen. Die mutmaßliche Atomanlage in Syrien war im September 2007 vermutlich durch einen israelischen Luftangriff zerstört worden. - Syrien wies die US-Vorwürfe zurück. Bei der zerstörten Anlage habe es sich gar nicht um einen Atomreaktor gehandelt.

NEW YORK: Die Vereinten Nationen wollen nach den Worten von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erreichen, dass sich bis 2010 alle Menschen weltweit vor Malaria schützen können. Jährlich erkrankten bis zu 500 Millionen Menschen an der gefährlichen Tropenkrankheit, mehr als eine Million würden daran sterben, erklärte Ban anlässlich des Welt-Malariatages an diesem Freitag. Dabei lasse sich Malaria mit einfachen Mitteln wie Moskitonetzen, Insektiziden und Medikamenten verhindern und behandeln.

TEHERAN: Knapp sechs Wochen nach der Parlamentswahl finden im Iran Stichwahlen zur Bestimmung noch freier Parlamentssitze statt. 82 der insgesamt 290 Abgeordnetensitze waren im ersten Wahlgang am 14. März nicht besetzt worden, weil keiner der Kandidaten die erforderlichen 25 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen konnte. Erwartet wird eine starke Unterstützung der ultrakonservativen Anhänger von Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Sie hatten bereits im ersten Wahlgang eine Mehrheit errungen und können Schätzungen zufolge rund 75 Prozent der Abgeordneten stellen. Zahlreichen reformorientierten Kandidaten war eine Wahlzulassung verwehrt geblieben.

BERLIN: Die Affäre um die Bespitzelung einer Journalistin durch den Bundesnachrichtendienst hat für BND-Chef Ernst Uhrlau keine personellen Konsequenzen. Allerdings rügte das Parlamentarische Kontrollgremium den deutschen Geheimdienst und Uhrlau in scharfer Form. Die Überwachung der E-Mail-Korrespondenz einer 'Spiegel'-Reporterin mit einem afghanischen Minister sei eine 'erhebliche Grundrechtsverletzung'. Nach Presseinformationen wurden inzwischen disziplinarische Maßnahmen gegen Uhrlaus Büroleiter, einen für die Bespitzelung zuständigen Abteilungsleiter und einen weiteren BND-Beamten ergriffen. Die Anweisung dafür sei direkt aus dem Kanzleramt gekommen, berichtet die Tageszeitung 'Die Welt'.

BERLIN: Die umstrittene Reform der Pflegeversicherung in Deutschland kann zum 1. Juli dieses Jahres in Kraft treten. Nach dem Bundestag stimmte auch der Bundesrat dem Reformprojekt zu. Es soll deutliche Verbesserungen für die mehr als zwei Millionen Pflegebedürftigen, ihre Angehörigen und das Pflegepersonal bringen. Neben höheren finanziellen Leistungen ist auch eine strengere Kontrolle von Pflegeheimen geplant. Zur Finanzierung der Reform werden die Beiträge zur Pflegeversicherung um einen Viertel Prozentpunkt angehoben.

BONN: Im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Post und der Gewerkschaft Verdi ist die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik angelaufen. Sollten sich die Tarifbeschäftigten für einen Streik aussprechen, könnte der Arbeitskampf nach Gewerkschaftsangaben am 2. Mai beginnen. Abgestimmt wird bis zum kommenden Dienstag. Mit dem Streik will die Gewerkschaft ihrer Forderung nach Lohnerhöhungen um sieben Prozent Nachdruck verleihen. Außerdem will Verdi eine Verlängerung der Arbeitszeiten bei der Post verhindern. Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen hatte es in den vergangenen Tagen bereits Warnstreiks gegeben. Millionen Briefe und Pakete wurden deshalb verspätet zugestellt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bis stark bewölkt, vor allem im Osten und Südosten Regen. Höchstwerte zehn bis 18 Grad.

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