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Nachrichten

Freitag, 24. November 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

HELSINKI: Überschattet von heftigem Streit hat in Helsinki ein Gipfeltreffen Russlands und der EU begonnen. Ursprünglich sollten dabei Verhandlungen über ein neues Kooperationsabkommen aufgenommen werden. Doch wird der Beginn der Gespräche von Polen blockiert. Die Warschauer Regierung verlangt, dass zuerst ein russisches Einfuhrverbot für polnisches Fleisch aufgehoben wird. Differenzen gibt es auch mit Blick auf den EU-Beitritt von Bulgarien und Rumänien. Der russische Präsident Wladimir Putin wirft der EU vor, die Aufnahme der beiden Staaten zum Jahreswechsel ohne jede Konsultation mit Moskau betrieben zu haben.

BAGDAD: Die Zahl der Toten der Anschlagserie von Bagdad hat sich nach irakischen Polizeiangaben auf 202 erhöht. Sie dürfte noch weiter steigen, da viele Verletzte Ärzten zufolge kaum Überlebenschancen haben. Verletzungen erlitten rund 260 Menschen. Die Explosion mehrerer mit Sprengstoff beladener Autos im schiitischen Armenviertel Sadr-City war der schwerste Gewaltausbruch seit Beginn der Irak-Invasion 2003. In Sadr-City fand trotz eines Ausgehverbots ein Trauerzug für die Opfer der Bombenexplosionen statt.

LONDON: Drei Wochen nach dem mutmaßlichen Giftanschlag auf den russischen Ex-Geheimagenten Alexander Litwinenko ist der 43-Jährige in der Londoner Universitätsklinik gestorben. Litwinenko war ein scharfer Kritiker des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB wie auch von Präsident Wladimir Putin. Er hatte vor seinem Tod die Vermutung geäußert, dass der FSB hinter dem Anschlag stecke. Litwinenko erkrankte nach einem Treffen mit russischen Informanten.

ISLAMABAD: Pakistan und China haben ein Handelsabkommen geschlossen, das unter anderem eine Verdreifachung des Warenaustausches vorsieht. Die Unterzeichung fand in Anwesenheit der Präsidenten beider Staaten, Pervez Musharraf und Hu Jintao, statt. Weitere Punkte des Abkommens sind die Förderung von chinesisch-pakistanischen Gemeinschaftsunternehmen sowie eine Kooperation bei der Nutzung der Kernenergie. Hus viertägiger Besuch in Pakistan ist der erste eines chinesischen Präsidenten seit zehn Jahren.

BEIRUT: In der libanesischen Hauptstadt haben internationale Ermittler mit der Untersuchung des Mordes an Industrieminister Pierre Gemayel begonnen. Sie berieten sich mit den obersten Vertretern der Justizbehörden in Beirut. Das Team arbeitet im Auftrag der Vereinten Nationen. Am Donnerstag hatten mehr als 100.000 Menschen an den Beerdigungsfeiern für Gemayel teilgenommen. Als der Sarg durch die Straßen Beiruts getragen wurde, schwenkten sie die Nationalflagge und riefen Slogans gegen Syrien und seine libanesischen Verbündeten. Gemayel, ein maronitischer Christ, war am Dienstag erschossen worden. Seine Anhänger vermuten die syrische Führung hinter der Bluttat.

GAZA-STADT: Mehrere radikale Palästinensergruppen haben sich im Prinzip darauf verständigt, Israel eine Waffenruhe anzubieten. Im Gegenzug müsse die israelische Armee ihre Angriffe auf den Gazastreifen und das Westjordanland beenden, forderte das Führungsmitglied der Gruppe Islamischer Dschihad, Chader Habib, in Gaza-Stadt. Der Vorschlag wird nach seinen Worten von seiner Gruppierung, der regierenden Hamas, der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und einigen kleineren Gruppen unterstützt.

BERLIN: Der Bundestag ist zur Schlussrunde über den Haushalt für 2007 zusammengekommen. Gegen Mittag soll das Parlament in dritter Lesung über den Bundes-Haushalt abstimmen. Er sieht Ausgaben von 270,5 Milliarden Euro vor. Die Neuverschuldung soll mit rund 19,6 Milliarden auf das niedrigste Niveau seit der Wiedervereinigung gesenkt werden. Die Investitionssumme beläuft sich auf knapp 24 Milliarden Euro. Damit hält der Haushalt die Euro-Stabilitätskriterien und die Schuldenregel des Grundgesetzes ein.

BERLIN: Der Streit in der CDU über die Auszahldauer des Arbeitslosengelds I dauert an. Wenige Tage vor dem Bundesparteitag in Dresden erklärten die CDU-Sozialausschüsse, es sei eine Frage der Gerechtigkeit, Erwerbslose mit vielen Beitragsjahren in der Arbeitslosenversicherung besser zu behandeln. Der Chef der Sozialausschüsse, Karl-Josef Laumann, sagte, die Reform-Beschlüsse des Leipziger Parteitags von 2003 müssten um eine soziale Komponente ergänzt werden. Trotz des Widerstands vom CDU-Wirtschaftsflügel will die Partei-Spitze in Dresden eine verlängerte Zahlung von Arbeitslosengeld I an Ältere beschließen lassen.

BERLIN: Als Konsequenz aus dem Amoklauf in einer Schule in Emsdetten hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan -CDU- ein strengeres Waffenrecht gefordert. Es dürfe nicht möglich sein, dass ein 18-Jähriger so einfach Waffen bekommen könne, sagte sie der 'Berliner Zeitung'. Bereits nach dem Schulmassaker von Erfurt vor mehr als vier Jahren hätten viele eine Verschärfung der Waffengesetze gefordert. Passiert sei aber wenig, kritisierte die Ministerin. Das müsse jetzt dringend nachgeholt werden.

BERLIN: Für die Entwicklung eines besonders scharfen Lichtmikroskops hat Bundespräsident Horst Köhler den Göttinger Forscher Stefan Hell mit dem Deutschen Zukunftspreis 2006 ausgezeichnet. Der Professor vom Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie hat ein Lichtmikroskop erfunden, dessen Schärfe nicht mehr durch die Lichtwellenlänge begrenzt wird. Damit können erstmals Details der Vorgänge in lebenden Zellen sichtbar gemacht werden.

BERLIN: Der Intendant der Deutschen Welle, Erik Bettermann, ist wiedergewählt worden. Der Rundfunkrat des deutschen Auslandssenders wählte Bettermann einstimmig bei einer Enthaltung für eine zweite sechsjährige Amtszeit. Die laufende Amtszeit des 62-jährigen Intendanten endet am 30. September 2007.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend freundlich, von Westen ziehen am Nachmittag neue Regenwolken auf. Höchstwerte zwischen elf und 17 Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 24.11.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/9QhH
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