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Nachrichten

Freitag, 24. März 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag.

MINSK: Die weißrussische Polizei hat die seit fünf Tagen andauernden Straßenproteste von Oppositionellen auf dem Oktoberplatz in der Hauptstadt aufgelöst. Die mehreren hundert Demonstranten wurden in ein Untersuchungsgefängnis des Innenministeriums gebracht. Die Gegner des autoritär regierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko halten dennoch an einer Großkundgebung am Samstag in Minsk gegen Fälschungen bei der Präsidentenwahl vom 19. März fest. In Brüssel kritisierten die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union die Stimmabgabe als undemokratisch und kündigten mögliche Reisebeschränkungen für weißrussische Politiker an.

PARIS: Nach Wochen des Protests gegen das geplante Arbeitsmarktgesetz will sich der französische Premierminister Dominique de Villepin an diesem Freitag mit Vertretern von Gewerkschaft und Unternehmen treffen. Am Donnerstag war die Polizei in mehreren Städten gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen, die gegen die umstrittene Lockerung des Kündigungsschutzes für Berufsanfänger protestierten. Mehr als 420 Menschen wurden festgenommen. In Paris wurden bei schweren Krawallen mindestens 60 Menschen verletzt.

BRÜSSEL: Mit Beratungen über die konkreten Ziele der europäischen Arbeitsmarktpolitik geht der so genannte EU-Frühjahrsgipfel zu Ende. Zuvor hatten sich die Staats- und Regierungschefs grundsätzlich geeinigt, eine gemeinsame Strategie in der Energiepolitik zu erarbeiten. Kompetenzen wollen die EU-Staaten dabei aber nicht an die EU-Behörden in Brüssel abtreten. Das Thema Energie war auf die Tagesordnung gerückt, nachdem es Anfang des Jahres zu Versorgungsengpässen bei Gaslieferungen aus Russland gekommen war. Zudem bereiten die Spannungen im Nahen Osten Sorge.

BERLIN: Mehrere zehntausend niedergelassene Ärzte wollen an diesem Freitag aus Protest gegen die Sparpolitik der Bundesregierung auf die Straße gehen. Patienten müssen sich auf Praxisschließungen einstellen. Notdienste soll es aber geben. Der Unmut der Kassenärzte richtet sich vor allem gegen die zuletzt vom Bundestag beschlossene 'Bonus-Malus-Regelung'. Danach soll Ärzten, die häufig teure Medikamente verordnen, ihr Honorar gekürzt werden. Derweil wollen sich die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und die Arbeitgeber im Tarifkonflikt der Krankenhausärzte in der kommenden Woche wieder zu Verhandlungen zusammensetzen. Die Streiks an Unikliniken und Landeskrankenhäusern sollen dennoch weitergehen.

SINGAPUR: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat die 'German Expo' in Singapur eröffnet, die Leistungsschau der in dem Stadtstaat angesiedelten deutschen Unternehmen. Er rief dabei vor allem mittelständische deutsche Unternehmen dazu auf, sich stärker in Asien zu engagieren. Der Export Deutschlands boome zwar. Doch das Potenzial sei bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Besonders Singapur, so Glos wörtlich, sei ein wichtiger Türöffner für Asien. Der Minister will sich vor seiner Rückreise an diesem Freitag noch mit Mitgliedern der Regierung Singapurs treffen.

KABUL: Im Fall des wegen seines Übertrittes zum Christentum mit der Todesstrafe bedrohten Abdul Rahman wächst der internationale Druck auf den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai. Nach den USA und Australien hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel diesen in einem Telefongespräch gedrängt, das Verfahren gegen Rahman positiv zu Ende zu bringen. Afghanistans Wirtschaftsminister Amin Farhang stellte in Aussicht, dass der Prozess wegen Unzurechnungsfähigkeit des Angeklagten scheitern könnte.

MADRID: In Spanien ist um Mitternacht eine Waffenruhe der baskischen Untergrundorganisation ETA in Kraft getreten. Die separatistische Gruppierung hatte am Mittwoch angekündigt, dass sie ab diesem Freitag keine Terroranschläge mehr verüben werde. Der Gewaltverzicht soll nach Angaben der Organisation dauerhaft sein. Sie kam jedoch der Forderung der spanischen Regierung nach einer endgültigen Niederlegung der Waffen nicht nach. Die ETA strebt nun ein Abkommen über die Zukunft des Baskenlandes an, das dessen Pluralität und Integrität berücksichtigt.

BUENOS AIRES: Tausende Menschen haben in der argentinischen Hauptstadt mit einem nächtlichen Konzert auf der Plaza de Mayo die Gedenkfeiern zum Militärputsch vor 30 Jahren eingeleitet. Am 24. März 1976 kurz nach drei Uhr morgens hatten die Putschisten bekannt gegeben, dass sie die Regierung unter 'Evita' Peron gestürzt hätten. In den folgenden sieben Jahren wurden von der Militärjunta nach Schätzungen bis zu 30.000 Menschen getötet oder verschleppt.

LEVERKUSEN: Die beiden Chemiekonzerne Bayer und Schering haben sich auf einen Zusammenschluss ihres Pharmageschäfts geeinigt. Schering akzeptierte ein Barangebot Bayers von 86 Euro pro Aktie. Das würde einem Wert von 16,3 Milliarden Euro entsprechen. Beide Konzernchefs sprachen davon, dass sich ihre Geschäftsbereiche sinnvoll ergänzten. Interesse an einer Übernahme Scherings hatte auch der Darmstädter Merck-Konzern. Ein entsprechendes Angebot hatte Schering jedoch vor knapp zwei Wochen als zu niedrig abgelehnt.

BERLIN: Ausgediente Elektrogeräte dürfen in Deutschland von diesem Freitag an nicht mehr in den Hausmüll. Sämtliche Altgeräte - vom Handy bis zur Tiefkühltruhe - müssen separat gesammelt werden. Nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz übernehmen die Hersteller künftig die Entsorgungskosten. Eingesammelt werden die ausrangierten Geräte in Containern bei den Kommunen. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten noch sonnig. Sonst zunehmend wolkig und von Westen aufkommender Regen. Tageswerte zwischen vier und 15 Grad.