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Nachrichten

Freitag, 24. Februar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag.

KIEL: In Deutschland ist die Vogelgrippe in einem zweiten Bundesland nachgewiesen worden. Wie das Landwirtschaftsministerium in Kiel mitteilte, wurde bei zwei Enten in Schleswig-Holstein das auch für Menschen gefährliche Virus H5N1 festgestellt. Zuvor war die Krankheit nur in Mecklenburg-Vorpommern aufgetreten. Die französische Regierung teilte derweil mit, dass die Vogelgrippe erstmals auf Nutzgeflügel übergesprungen sei. Das Virus der H-5-Gruppe sei bei einem Truthahn aus einer Zuchtfarm im Osten Frankreichs nachgewiesen worden, hieß es. Noch unklar ist, ob es sich um den Erreger-Typ H5N1 handelt. Die EU-Gesundheitsminister beraten an diesem Freitag in Wien über den Umgang mit der Tierseuche.

BERLIN: Die Bundesregierung hat ihren Bericht zu dem umstrittenen Irak-Einsatz des Bundesnachrichtendienstes und anderer Aktivitäten der Sicherheitsbehörden vorgelegt. Darin weist sie den Vorwurf zurück, der BND habe den USA im Irak bei der Auswahl von Kriegszielen geholfen. Die an die USA weiter gegebenen Meldungen zweier in Bagdad stationierter Agenten hätten nur Angaben über zu schützende Einrichtungen enthalten, heißt es. Von der Entführung des Deutsch-Libanesen Khaled el-Masri durch die CIA hätten deutsche Stellen erst nach seiner Rückkehr erfahren. Die Verwertung von Verhören von Gefangenen durch ausländische Ermittler wird in den Bericht verteidigt, auch wenn dabei in Einzelfällen die Rechte der Befragten verletzt werden könnten. Mit dem Papier will die Regierung einen Untersuchungsausschuss des Bundestages verhindern.

BERLIN: In der Diskussion über die Einführung von Mindestlöhnen hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag seine ablehnende Haltung bekräftigt. Dessen Präsident Ludwig Georg Braun sagte, ein Mindestlohn von beispielsweise sieben Euro pro Stunde würde zahlreiche Arbeitsplätze vernichten. Derzeit gebe es viele Tarife, die unter diesem Niveau lägen. Zuvor hatte sich SPD-Chef Matthias Platzeck für Mindestlöhne ausgesprochen. Platzeck wies darauf hin, in Deutschland arbeiteten zweieinhalb Millionen Menschen in Vollzeitjobs und lebten trotzdem unter der Armutsgrenze. Zur Höhe eines Mindestlohns äußerte sich Platzeck nicht.

MANILA: Die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo hat nach einem angeblichen Umsturzversuch den Notstand über das Land verhängt. Arroyo sagte in einer Fernsehansprache, Angehörige des Militärs hätten einen Putsch geplant. Die Lage sei nun aber unter Kontrolle. Mehrere Personen seien festgenommen worden. Die Polizei löste unmittelbar nach Ausrufung des Notstandes zwei Demonstrationen mit Wasserwerfern auf. Die Opposition hatte für diesen Freitag mehrere Versammlungen zur Erinnerung an den Sturz des einstigen Machthabers Ferdinand Marcos vor 20 Jahren angekündigt. Gleichzeitig wollte sie die Demonstrationen nutzen, um gegen Arroyo zu protestieren, die wegen Vorwürfen des Wahlbetrugs in der Kritik steht.

PARIS: Französische Regierungsvertreter, religiöse Würdenträger und rund 1.500 Menschen haben in der Pariser Sieges-Synagoge des entführten und ermordeten jüdischen Verkäufers Ilan Halimi gedacht. An der Gedenkfeier nahmen auch Präsident Jacques Chirac und Premierminister Dominique de Villepin teil. Der 23-jährige Halimi war von einer Pariser Vorstadtbande entführt worden. Nach drei Wochen starb er an seinen schweren Misshandlungen. Der mutmaßliche Chef der Bande wurde inzwischen in der Elfenbeinküste festgenommen.

BAGDAD: Die irakische Regierung hat nach der jüngsten Eskalation der Gewalt die Ausgangssperre für Bagdad und drei angrenzende Provinzen bis zum Nachmittag verlängert. Damit sollen die Gläubigen auch an der Teilnahme an den Freitagsgebeten gehindert werden. Nach Korrespondentenberichten wird die Ausgangssperre weitgehend eingehalten. Mit den Maßnahmen will die Führung in Bagdad das Abgleiten des Landes in einen Bürgerkrieg verhindern. Nach dem Anschlag auf die Goldene Moschee in Samarra war es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Schiiten und Sunniten gekommen. Dabei waren mehr als 130 Menschen getötet worden.

MOSKAU: Am Tag nach dem Einsturz der großen Markthalle in Moskau haben die Rettungskräfte die Suchaktion in den Trümmern eingestellt. Die Einsatzleitung des rusischen Zivilschutzes teilte mit, es gebe praktisch keine Chance mehr, noch Überlebende zu finden. Bislang wurden nach offiziellen Angaben 57 Tote geborgen. Die Dachkonstruktion der Halle war am Donnerstag vermutlich unter der großen Schneelast zusammengebrochen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechsel von Sonne und Wolken und meist trocken, nur im äußersten Südwesten sowie in Alpennähe leichter Schneefall. Temperaturen zwischen minus zwei und plus sechs Grad Celsius. Am Vormittag meldeten bei zumeist wolkigem Himmel:

Hamburg: minus 2 Grad;

Berlin: minus 2 Grad;

Dresden: minus 4 Grad;

Köln/Bonn: 1 Grad;

Frankfurt am Main: 2 Grad und

München: minus 1 Grad.