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Nachrichten

Freitag, 23. Oktober 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: CDU/CSU und FDP wollen den zu Jahresbeginn gestarteten Gesundheitsfonds nach Medienberichten grundlegend ändern. Nach Angaben aus Kreisen der künftigen schwarz-gelben Koalition sollen die gesetzlichen Krankenkassen längerfristig wieder einen Teil der Beiträge selbst erheben können. Damit sieht der Kompromiss eine Abkehr vom einheitlichen Beitragssatz vor. Das erwartete Defizit der Krankenversicherung von 7,5 Milliarden Euro im kommenden Jahr soll nach anderen Berichten aus einer Mischung aus Steuerdarlehen, Einsparungen und Beitragsanpassungen gedeckt werden. Eine Einigung gab es auch bei Bildung und Forschung. Wie Unions-Fraktionschef Volker Kauder sagte, sollen hier jährlich drei Milliarden Euro mehr investiert werden.

BRATISLAVA: Die Bundesregierung plant derzeit nicht die Entsendung zusätzlicher Soldaten nach Afghanistan. Verteidigungsminister Franz Josef Jung sagte beim NATO-Treffen in der slowakischen Hauptstadt Bratislava, das Mitte Dezember auslaufende Bundestagsmandat solle mit einer unveränderten Obergrenze von 4500 deutschen Soldaten erneuert werden. Erst nach der geplanten internationalen Afghanistan-Konferenz könne neu darüber diskutiert werden. Der Termin ist aber wegen der offenen Wahlentscheidung in Afghanistan noch offen. Die US-Regierung dringt darauf, dass jene Staaten, die keine zusätzlichen Soldaten entsenden, ihre Finanzhilfen für den Wiederaufbau des Landes aufstocken.

ISLAMABAD: Die Serie von Anschlägen in Pakistan reißt nicht ab. Auf dem Parkplatz eines Restaurants in der Stadt Peschawar wurde eine Bombe gezündet. Ersten Angaben zufolge wurden mindestens acht Menschen verletzt. Wenige Stunden zuvor waren bei einem Selbstmordanschlag in der Nähe einer Militärbasis mindestens sieben Menschen getötet und mehr als zwölf verletzt worden. Wie die Polizei mitteilte, sprengte sich ein Radfahrer an einer Straßensperre nahe dem Luftwaffenstützpunkt Kamra in die Luft. - Pakistan wurde in den vergangenen drei Wochen von mehreren Anschlägen erschüttert. Dabei wurden mindestens 170 Menschen getötet. Unterdessen setzte die Armee ihre Offensive gegen Kämpfer der radikal-islamischen Taliban in Süd-Wasiristan an der Grenze zu Afghanistan fort.

BANGKOK: In Thailand hat das 15. Gipfeltreffen der südostasiatischen Staatengemeinschaft ASEAN begonnen. In seiner Eröffnungsrede rief der thailändische Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva die Mitgliedsländer zu größeren Anstrengungen auf, um bis 2015 eine Staatengemeinschaft ähnlich der Europäische Union aufbauen zu können. Weitere Themen des Treffens sind die globale Wirtschafts- und Finanzkrise, die gemeinsame Bewältigung von Naturkatastrophen sowie die Gründung einer asiatischen Menschenrechtskommission. Der Gipfel findet unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen im Badeort Cha-am 130 Kilometer südwestlich von Bangkok statt.

TEGUCIGALPA: In Honduras spitzt sich der Machtkampf zwischen der Übergangsregierung unter Roberto Micheletti und dem gestürzten Staatschef Manuel Zelaya weiter zu. Micheletti wies ein Ultimatum Zelayas zurück, nach dem er der Wiedereinsetzung Zelayas hätte zustimmen müssen und kündigte einen Gegenvorschlag an. Zelaya brach daraufhin wie angekündigt die Gespräche über eine Beilegung der Staatskrise ab. Er verhandelt von der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa aus, in der er nach seiner heimlichen Rückkehr nach Honduras am 21. September Zuflucht gefunden hatte. - Zelaya war am 28. Juni im Streit um ein Verfassungsreferendum gestürzt und außer Landes gebracht worden. Die internationale Staatengemeinschaft sieht in ihm den einzig rechtmäßigen Präsidenten Honduras und fordert seine Wiedereinsetzung.

MONTEVIDEO: Der frühere uruguayische Diktator Gregorio Alvarez ist wegen der Verwicklung in mindestens 37 Todesfälle während der Zeit der Militärdiktatur zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Ein mitangeklagter Marineoffizier erhielt wegen Totschlags in 29 Fällen 20 Jahre Haft. Der heute 83-jährige Alvarez war während der Militärherrschaft von 1973 bis 1985 zunächst Armee- und dann amtierender Staatschef. Gegen das Urteil sind Rechtsmittel zulässig.

BERN: Die USA haben die Schweiz formell um die Auslieferung von Starregisseur Roman Polanski ersucht. Dem Oscar-Preisträger wird sexueller Missbrauch einer 13-Jährigen im Jahre 1977 vorgeworfen. Polanski hatte sich in dem Verfahren schuldig bekannt, war aber vor der Urteilsverkündung ins Ausland geflohen und seitdem nicht wieder in die USA zurückgekehrt. Der 79-Jährige, der die polnische und französische Staatsbürgerschaft besitzt, war auf Ersuchen der USA am 26. September bei seiner Einreise in die Schweiz festgenommen worden.

BRUNSBÜTTEL: Im abgeschalteten Atomkraftwerk Brunsbüttel in Schleswig-Holstein hat es wieder eine Panne gegeben. An einem Schalter im Notstandssystem sei ein Defekt festgestellt worden, bestätigte die Landesregierung in Kiel. Es war der zweite Defekt binnen weniger Tage. Brunsbüttel gehört zu den ältesten Atomkraftwerken in Deutschland. Die neue, von Union und FDP geführte Bundesregierung will die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängern. Neue Meiler sollen aber nicht gebaut werden.

BERLIN: Bei der Namensauswahl für Internetseiten gibt es von diesem Freitag an mehr Möglichkeiten. Die Adressen mit der Deutschlandendung ".de" können jetzt aus einem oder zwei Buchstaben bestehen, auch ausschließlich Zahlen sind nun zulässig. Der erste Antragssteller bekommt den Zuschlag. Einschränkungen gibt es allerdings durch das Markenrecht. Zuständig für die Vergabe der Adressen im Internet ist in Deutschland die Genossenschaft DENIC, das Deutsche Network Information Center. Neuanmeldungen erfolgen allerdings meist über kommerzielle Anbieter, die so genannten Provider. Mit über 13 Millionen registrierten Adressen wird die Deutschlandendung ".de" im Internet nur noch von ".com" übertroffen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist wechselnd bis stark bewölkt, teils Nebel, gelegentlich etwas Regen. Nur örtlich freundlicher. Höchstwerte sieben bis 16 Grad.

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