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Nachrichten

Freitag, 23. März 2007

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

HAMBURG: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für den Aufbau einer europäischen Armee und für klare EU-Strukturen ausgesprochen. Diesen Zielen müsse die EU näher kommen, sagte sie der 'Bild-Zeitung'. Für eine straffe Handlungsfähigkeit sei die EU-Verfassung nötig. Merkel verwies darauf, dass es oft zu lange dauere, bis die 27 EU-Mitglieder eine gemeinsame Linie gefunden hätten. In ihrer 'Berliner Erklärung' will Merkel als EU-Ratspräsidentin am Sonntag die gemeinsamen Wertvorstellungen der EU-Staaten herausstellen. Die Staatenchefs kommen in Berlin zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung der 'Römischen Verträge' zusammen.

BERLIN: Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczoreck-Zeul hat die Bekämpfung der Immunschwächekrankheit Aids als eine Daueraufgabe für jede neue Generation bezeichnet. Dies sagte sie zum Auftakt der Bundestagsdebatte zum Aktionsplan der Bundesregierung zur nationalen und internationalen Aids-Bekämpfung. Die Ministerin wies darauf hin, dass weltweit rund 40 Millionen Menschen mit dem HI-Virus leben. Vier Millionen infizierten sich jährlich neu. Umfassende Prävention und Aufklärung seien dringend notwendig. Deutschland arbeite dabei mit rund 50 Entwicklungsländern zusammen und habe die Mittel zur Bekämpfung von Aids von 300 auf 400 Millionen Euro erhöht.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat berät an diesem Freitag über den überarbeiteten verschärften Resolutionsentwurf gegen den Iran. Wenn er die Zustimmung aller 15 Mitglieder erhält, soll er nach Angaben des britischen UN-Botschafters Emyr Jones Parry am Samstag verabschiedet werden. Der Iran muss sich dann auf Reise- und Finanzbeschränkungen für weitere Personen und Institutionen ebenso einstellen wie auf weitere Einschränkungen bei der Kreditvergabe.

WASHINGTON: Die Demokraten im US-Kongress unternehmen einen neuen Versuch, Präsident George W. Bush zum Truppenabzug aus dem Irak zu bewegen. Ein Ausschuss des Senats verabschiedete einen Gesetzentwurf, nach dem dem Präsidenten weitere Gelder für die Einsätze im Irak und Afghanistan nur dann gewährt werden sollen, wenn die meisten US-Soldaten bis zum 31. März 2008 den Irak verlassen haben. Auch im Repräsentantenhaus wird über einen entsprechenden Entwurf beraten. Mit einer Abstimung wird an diesem Freitag gerechnet. Bush hatte vorab bereits sein Veto angekündigt.

MAPUTO: Nach den Explosionen in einem Waffenlager des mosambikanischen Militärs in der Hauptstadt Maputo steigt die Zahl der Opfer weiter. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums kamen mehr als 70 Menschen ums Leben. Etwa 360 wurden verletzt. Der Flughafen der Stadt, der in der Nähe des Waffenlagers liegt, wurde geschlossen. Präsident Armando Guebuza sagte einen für heute geplanten Südafrika-Besuch ab. Die Explosionen wurden wahrscheinlich durch die anhaltende Hitze ausgelöst.

KINSHASA: In der Demokratischen Republik Kongo ist Haftbefehl gegen den früheren Rebellenchef Jean-Pierre Bemba erlassen worden. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft ihm Hochverrrat vor. Bembas Truppen hatten sich am Donnerstag geweigert, ihre Waffen abzugeben. Anschließend kam es zu den heftigsten Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Bembas Anhängern seit der Präsidentenwahl im Dezember vergangenen Jahres. Auch heute morgen wurden weitere Kämpfe gemeldet. Bemba flüchtete sich in die südafrikanische Botschaft in Kinshasa.

MOGADISCHU: In der seit Tagen von heftigen Kämpfen erschütterten somalischen Hauptstadt soll wieder Ruhe herrschen. Ein Sprecher der islamistischen Rebellen, die sich vor allem aus dem Hawiye-Clan rekrutieren, teilte mit, man habe sich mit der äthiopischen Armee auf eine Waffenruhe geeinigt. Diese bleibe in ihren Camps und unterstütze nicht weiter die somalischen Truppen; im Gegenzug würden die Angriffe auf sie eingestellt. Am Mittwoch war es in Mogadischu zu den blutigsten Kämpfen seit Wochen gekommen. Mehr als 20 Menschen wurden dabei getötet.

PEKING: Der US-Unterhändler für die Sechs-Staaten-Atomverhandlungen mit Nordkorea, Christopher Hill, ist zuversichtlich über eine baldige Wiederaufnahme der Verhandlungen. Diese waren gestern in Peking von Nordkorea abgebrochen worden, da von den USA bei einer Bank in Macao eingefrorene Gelder noch nicht wie zugesagt auf dem nordkoreanischen Konto eingegangen waren. Hill betonte, die gestrige vorzeitige Abreise des nordkoreanischen Unterhändlers Kim Kye-gwan bedeute kein Abrücken Nordkoreas von der im Februar getroffenen Zusage, das Atomprogramm zu stoppen.

MÜNCHEN: Der taiwanesische Elektronikkonzern BenQ soll von seiner deutschen Handy-Tochter vor deren Pleite Vermögen im Wert von einer halben Milliarde Euro abgezweigt und nach Asien transferiert haben. Das berichtet die 'Süddeutsche Zeitung' unter Berufung auf den Insolvenzverwalter der früheren Siemens-Mobilfunksparte, Martin Prager. Er prüfe derzeit die Möglichkeiten, BenQ zu verklagen. Die Staatsanwaltschaft München hatte bereits Anfang März Ermittlungen aufgenommen.

BERLIN: Verbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) hat die geplanten Ausnahmeregelungen vom Nichtraucherschutz kritisiert. Den Ministerpräsidenten der Länder warf er in den 'Ruhr Nachrichten' vor, mit ihrem uneinheitlichem Vorgehen das Passivrauchen nicht einzuschränken. Jedes Jahr erkrankten Tausende in Folge des Passivrauchens; da dürfe es keinen Kompromiss geben. Auch die ehemalige Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) sagte der Oldenburger 'Nordwest-Zeitung', man müsse sich die Frage stellen, ob die Länder-Regierungschefs eher Lobby-Interessen verträten als die Gesundheit von Erwachsenen und Kindern. Die Ministerpräsidenten hatten sich zwar auf einen weitgehenden Nichtraucherschutz in der Gastronomie und in öffentlichen Gebäuden geeinigt, Ausnahmen für Kneipen sollen aber möglich sein.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Osten meist aufgelockert. Nach Westen und Süden hin regnerisch und oberhalb von 400 Metern Schnee. Maximal zwei bis elf Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 6 Grad, fast wolkenlos; Berlin: 5 Grad, wolkenlos; Dresden: 4 Grad, fast wolkenlos; Köln/Bonn und Frankfurt am Main: 3 Grad, Nieselregen und München: 1 Grad, etwas Schnee.

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