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Nachrichten

Freitag, 23. Juni 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

WIEN: Im Streit um ihr Atomprogramm schließt die iranische Führung nicht mehr aus, der Forderung des Westens nach einem Stopp der Uran- Anreicherung nachzukommen. Der Anreicherungsstopp könne allerdings bestenfalls das Ergebnis von Verhandlungen sein, nicht die Vorbedingung, sagte der Vizechef des Nationalen Sicherheitsrates, Dschawad Waidi. Bei einem Besuch in Wien erklärte er, sein Land nehme sich Zeit, um auf das jüngste Angebot der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands zu reagieren. Sie wollen den Iran vor allem mit wirtschaftlichen Anreizen dazu bewegen, auf die Uran-Anreicherung zu verzichten. Die USA forderten die Führung in Teheran nochmals zu einer baldigen Antwort auf.

BERLIN: Der Deutsche Bundestag hat seine abschließenden Beratungen über den ersten Haushalt der großen Koalition wieder aufgenommen. Am frühen Nachmittag soll der Etat für das laufende Jahr verabschiedet werden. Bei Gesamtausgaben von mehr als 261 Milliarden Euro ist eine Neuverschuldung von gut 38 Milliarden Euro vorgesehen. Das ist die höchste Nettokreditaufnahme, die jemals in einem Haushaltsplan angesetzt wurde. Mit dem Etat 2006 verstößt Deutschland zum fünften Mal in Folge gegen die EU-Defizitgrenze und auch gegen die Verfassungsvorgabe, wonach die Neuverschuldung nicht höher sein darf als die Summe der Investitionen. Dafür hat die Koalition lediglich etwa 23 Milliarden Euro eingeplant.

FRANKFURT AM MAIN: Im Übernahmepoker um die europäische Vierländer- Börse Euronext hat die Bundesregierung ihr Interesse an einer europäischen Lösung zu erkennen gegeben. Wirtschaftsstaatssekretär Bernd Pfaffenbach warnte vor Schäden für die europäische Wirtschaftskultur, sollte Euronext wie bislang geplant mit der New Yorker Börse zusammengehen. Bei aller Liberalität müsse es erlaubt sein, darüber nachzudenken, ob es für Deutschland und Europa nicht eine bessere Lösung gebe, sagte Pfaffenbach der 'Börsenzeitung'.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat die Aufnahme Montenegros in die Vereinten Nationen befürwortet. Der kleine Balkanstaat soll das 192. Mitglied der Völkerfamilie werden. Die Zustimmung der UN- Vollversammlung in der kommenden Woche gilt als sicher. Montenegro hatte sich Anfang Juni nach einer Volksabstimmung aus dem Staatenbund mit Serbien gelöst und für unabhängig erklärt. Seither wurde das Land von der Europäischen Union, den USA und zahlreichen weiteren Staten anerkannt.

RIAD: Bei einer Schießerei sind in der saudiarabischen Hauptstadt sechs mutmaßliche Extremisten mit Verbindungen zum Netzwerk 'El Kaida' und ein Polizist getötet worden. Ein siebter Terrorist wurde verletzt festgenommen, wie das Innenministerium in Riad mitteilte.

JERUSALEM: Israel wird nach den Worten von Ministerpräsident Ehud Olmert an seiner Politik der so genannten gezielten Tötung militanter Palästinenser festhalten. Trotz der Gefahr ziviler Opfer werde sein Land jeden angreifen, der sich an Terror beteilige, Raketen abfeuere oder Selbstmordattentäter schicke, sagte er in Jerusalem. Gleichzeitig entschuldigte sich der Regierungschef für die palästinensischen Zivilopfer bei israelischen Angriffen im Gazastreifen.

DILI: Beobachtet von den australischen Friedenstruppen sind in der Hauptstadt Ost-Timors wieder mehr als 2.000 Demonstranten aufmarschiert, um den Rücktritt von Ministerpräsident Mari Alkatiri zu fordern. Präsident Xanana Gusmao überdenke unterdessen seine Drohung mit einem eigenen Amtsverzicht, berichtete der einflussreiche katholische Bischof Alberto Ricardo Da Silva, nachdem Gusmao in Dili eine Reihe von Delegationen empfangen hatte. Gusmao hatte ultimativ verlangt, Alkatiri müsse die Verantwortung für die jüngsten Unruhen übernehmen und zurücktreten.

MOSKAU: Ein neuer Gasstreit mit der Ukraine könnte Europa nach Ansicht des russischen Energiekonzerns Gazprom wieder in eine Versorgungskrise stürzen. Die von der designierten ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko angedrohte radikale Überprüfung des Gas-Vertrages lasse 'eine neue Alarmglocke für Europa läuten', sagte Gazprom-Sprecher Sergei Kuprijanow vor der Presse. Russland hatte Anfang des Jahres die Lieferungen unterbrochen und dann eine drastische Erhöhung der Preise für die Ukraine durchgesetzt.

ZUR FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT: Nach Titelverteidiger Brasilien hat in der Vorrundengruppe F auch Australien das Achtelfinale erreicht. Den Australiern reichte am Donnerstagabend ein 2:2 gegen Kroatien. Brasilien setzte sich mit 4:1 gegen Japan durch und trifft nun im Achtelfinale auf Ghana, das die USA in der Gruppe E mit 2:1 besiegte. Nächster Gegner Australiens ist Italien, das Geheimfavorit Tschechien mit 2:0 aus dem Turnier warf. - An diesem Freitag finden die letzten Gruppenspiele statt. Zunächst treffen Spanien auf Saudi-Arabien und die Ukraine auf Tunesien. Am Abend spielen Frankreich gegen Togo und die Schweiz gegen Südkorea.

ROM: Im größten italienischen Fußball-Skandal seit mehr als zwei Jahrzehnten müssen sich die vier Erstliga-Vereine Juventus Turin, AC Mailand, Lazio Rom und AC Florenz ab kommender Woche vor einem Sportgericht verantworten. Sollten die Traditions-Klubs wegen Manipulation von Spielen schuldig gesprochen werden, droht ihnen unter anderem der Zwangsabstieg. Wie der Fußball-Verband mitteilte, wird gegen insgesamt 30 beteiligte Personen Anklage erhoben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend sonnig und trocken. In Küstennähe und im Süden örtlich Schauer. Höchstwerte 18 bis 27 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 14 Grad, stark bewölkt; Berlin: 17 Grad, leicht bewölkt; Dresden: 16 Grad, wolkig; Köln/Bonn: 15 Grad, gering bewölkt; Frankfurt am Main: 16 Grad, wolkig und München: 18 Grad, stark bewölkt.