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Nachrichten

Freitag, 23. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MÜNCHEN: Der finanziell angeschlagene Chiphersteller Qimonda ist pleite. Das Unternehmen stellte beim Münchner Amtsgericht einen Insolvenzantrag. Die Infineon-Tochter war im Dezember durch ein 325-Millionen-Euro-Rettungspaket des Landes Sachsen, einer portugiesischen Bank und des Mutterkonzerns vor der Pleite bewahrt worden. Gespräche über eine weitere Finanzspritze scheiterten nach Medienberichten, weil der Chiphersteller kein tragfähiges Zukunftskonzept habe vorlegen können. Qimonda, mit Standorten in Dresden, München und Porto und weltweit 13.000 Beschäftigten, leidet seit langem unter dem Preisverfall bei Speicherchips.

WASHINGTON: US-Präsident Barack Obama hat bekräftigt, dass er eine umfassende Friedenslösung im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern anstrebt. Seine Regierung plane "aktive und aggressive Schritte", sagte er in seiner ersten ausführlichen Erklärung zur jüngsten Krise im Nahen Osten. Ziel der amerikanischen Politik ist laut Obama eine Zwei-Staaten-Lösung. Der neue US-Präsident betonte, die USA stünden hinter den Sicherheitsinteressen Israels. Zugleich bezeichnete er eine - so wörtlich - "Zukunft ohne Hoffnung" für die Palästinenser als inakzeptabel. Obama ernannte den früheren Nordirland-Vermittler George Mitchell zum Nahost-Sonderbeauftragten und den früheren UN-Botschafter Richard Holbrooke zum Sonderbeauftragten für Afghanistan und Pakistan.

JERUSALEM: Nach der Militäroffensive im Gazastreifen bereitet sich Israel auf mögliche Klagen wegen Kriegsverbrechen vor. Ministerpräsident Ehud Olmert ernannte Justizminister Daniel Friedmann zum Chef einer Sonderkommission, die die Verteidigung von Soldaten und Zivilisten koordinieren soll. Aus Regierungskreisen hieß es, Israel rechne vor allem mit Klagen internationaler Instanzen. Der UN-Berichterstatter zur Menschenrechtslage in den Palästinensergebieten, Richard Falk, hatte der Regierung in Jerusalem Kriegsverbrechen bei den jüngsten Kämpfen im Gazastreifen vorgeworfen und sich für eine unabhängige Prüfung ausgesprochen.

WASHINGTON/BRÜSSEL: Die von US-Präsident Barack Obama angekündigte Kehrtwende in der amerikanischen Anti-Terror-Politik ist von der Europäischen Union und den Vereinten Nationen begrüßt worden. Die Schließung des Gefangenenlagers Guantánamo innerhalb eines Jahres und das Verbot folterähnlicher Verhörmethoden bei Terrorverdächtigen hätten "große symbolische und praktische Bedeutung", erklärte die tschechische EU-Ratspräsidentschaft in Brüssel. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, bezeichnete die Anordnungen Obamas als äußerst ermutigend.

KABUL: In Afghanistan haben Nato-geführte und einheimische Soldaten einen ranghohen Rebellenchef getötet. Dabei soll es sich um einen mutmaßlichen Drahtzieher des Anschlags vor der deutschen Botschaft in Kabul handeln, bei dem am vergangenen Samstag fünf Menschen getötet und rund 30 verletzt worden waren. Bei Razzien in Kabul und in der benachbarten Provinz Logar seien außerdem mehrere weitere Rebellen festgenommen worden, teilte die Nato-Truppe ISAF mit. Unter ihnen soll auch ein Mann sein, der den Sprengstoff für den Selbstmordanschlag besorgt hat. Zu der Tat bekannt hatten sich die radikalislamischen Taliban.

PJÖNGJANG/PEKING: Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il hat angeblich erstmals seit Monaten wieder einen ausländischen Gast empfangen, einen ranghohen Vertreter der Kommunistischen Partei Chinas. Kim und der für Außenbeziehungen zuständige KP-Funktionär Wang Jiarui hätten sich in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang getroffen, meldete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Einzelheiten des Gesprächs wurden nicht mitgeteilt. Der 66-jährige Kim hat nach Informationen aus Südkorea und den USA im August vergangenen Jahres einen Schlaganfall erlitten und ist seitdem nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten.

KINSHASA: Der Anführer der Tutsi-Rebellen in der Demokratischen Republik Kongo, Laurent Nkunda, ist festgenommen worden. In einer vom kongolesischen und ruandischen Militär gemeinsam herausgegebenen Erklärung heißt es, Nkunda sei am Donnerstag auf der Flucht in Ruanda gefasst worden. Er wird nach inoffiziellen ruandischen Angaben an einem geheimen Ort festgehalten. Ruandische Regierungstruppen und die kongolesische Armee kämpfen seit Dienstag Seite an Seite, um die Aufstände der ruandischen Hutu-Rebellen im Grenzgebiet sowie den Widerstand von Nkundas Tutsi-Rebellen gegen die kongolesische Regierung zu beenden.

BAMAKO/BERLIN: In Mali sind offenbar eine Deutsche und drei weitere europäische Touristen entführt worden. Das Auswärtige Amt in Berlin geht nach Angaben eines Sprechers Meldungen nach, denen zufolge eine deutsche Staatsangehörige seit Donnerstagmittag in dem nordwestafrikanischen Land vermisst wird. Laut einem Bericht von "Spiegel Online" handelt es sich um eine 75-jährige Frau aus Hessen, die gemeinsam mit einem Schweizer Ehepaar und einem Briten verschleppt worden sei. Die vier sollen in der Grenzregion zwischen Mali und Niger überfallen worden sein, als sie von einem mehrtägigen Wüsten-Volksfest der Tuareg zurückfuhren.

DÜSSELDORF: Die angeschlagene Westdeutsche Landesbank will sich offenbar aufspalten. Das "Handelsblatt", die "Financial Times Deutschland" und die "Süddeutsche Zeitung" berichten, es solle eine Zweckgesellschaft gegründet werden, die alle risikoreichen Wertpapierbestände und Investments im Volumen von 70 bis 100 Milliarden Euro übernehmen solle. Die bisherige WestLB werde sich auf das Kerngeschäft Kapitalmarkt, Mittelstandsfinanzierung und Firmenkundengeschäft konzentrieren. Damit wäre der Weg geebnet für die von der nordrhein-westfälischen Landesregierung gewünschte Fusion mit der Landesbank Hessen-Thüringen, HELABA, und dem Zentralinstitut der Sparkassen, der DZ-Bank.

WILHELMSHAVEN: Die deutsche Fregatte "Rheinland-Pfalz" ist zum Kampf gegen die Piraten am Horn von Afrika ausgelaufen. Ziel der 220 Soldaten an Bord, die sich in Wilhelmshaven auf den Weg machten, ist das rund 9.000 Kilometer entfernte Dschibuti. Die Fregatte soll ihr Ziel in zwei Wochen erreichen und dann ihr Schwesterschiff "Karlsruhe" ablösen, das seit Dezember im Rahmen der EU-Mission "Atalanta" vor Somalia patrouilliert.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nur Richtung Oder und Neiße noch aufgelockert, sonst viele Wolken und Regen. Heftiger Wind, gebietsweise Sturmböen. Tageswerte zwischen zwei bis zehn Grad.

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