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Nachrichten

Freitag, 23. Dezember 2005

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat eine weitere politische Niederlage hinnehmen müssen. Sowohl das Repräsentantenhaus als auch der Senat in Washington verlängerten die zentralen Vorschriften des umstrittenen Anti-Terror-Gesetzes, des so genannten "Patriot Act" nur um einen Monat bis Anfang Februar. In einer ersten Abstimmung hatte der Senat noch eine sechsmonatige Verlängerung des Gesetzes befürwortet. Bush strebt eine unbefristete Verlängerung an. Das nach den Anschlägen vom 11. September 2001 verabschiedete Gesetz erlaubt heimliche Überwachungsmaßnahmen in den USA. Die Regierung argumentiert, diese seien notwendig zur Abwehr von Terroranschlägen. Die meisten Demokraten, aber auch viele Republikaner sehen dagegen die bürgerlichen Freiheiten verletzt.

NEW YORK: Die Lage im öffentlichen Nahverkehr in New York normalisiert sich nach Ende des dreitägigen Streiks nur langsam. Inzwischen sind die ersten Busse wieder im Einsatz. Das U-Bahnnetz soll im Laufe des Tages wieder voll zur Verfügung stehen. Eine Einigung im Tarifkonflikt um höhere Löhne und Renten wurde nicht erreicht. Gewerkschaft und Nahverkehrsgesellschaft verständigten sich unter zunehmenden Druck der Öffentlichkeit lediglich auf neue Verhandlungen über einen Tarifvertrag. Von dem Streik in New York waren etwa sieben Millionen Pendler und Touristen betroffen. Die Behörden beziffern den wirtschaftichen Schaden mit fast einer Milliarde Dollar. Es war der erste Streik seit 25 Jahren.

BAGDAD: US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat eine Reduzierung der US-Truppen im Irak angekündigt. Im Frühjahr sollten zwei Brigaden mit bis zu 9.000 US-Soldaten das Land verlassen, sagte Rumsfeld am zweiten Tag seines unangekündigten Irakbesuchs vor US-Soldaten in einem Militärcamp bei Falludscha. Er begründete den Schritt mit Fortschritten der Iraker bei der Sicherung der Lage im Land. Über einen weitern Truppenabbau werde im kommenden Jahr entschieden. Großbritanniens Premierminister Tony Blair sagte bei einem Truppenbesuch in Basra, der Abzug der britischen Soldaten könnte in einem halben Jahr beginnen. Voraussetzung sei, dass die irakischen Sicherheitskräfte eigenständig für Ruhe und Ordnung sorgen könnten. Derzeit sind mehr als 140.000 US-Soldaten und rund 8.000 Briten im Irak stationiert.

ISLAMABAD: Deutschland und Pakistan bauen ihre militärische Zusammenarbeit aus. Ein entsprechendes Abkommen wurde am Rande des Pakistan-Besuchs von Verteidigungsminister Franz Josef Jung unterzeichnet. Beide Staaten seien dem internationalen Kampf gegen den Terror verpflichtet, betonte Jung. Zum Abschluss seines Besuchs fliegt der Minister an diesem Freitag in das pakistanische Erdbebengebiet. Dort leisten etwa 75 Bundeswehrsoldaten mit vier Hubschraubern Katastrophenhilfe. Bereits am Donnerstag hatte Jung in Islamabad ein Röntgen- und ein Ultraschallgerät sowie weitere medizinische Hilfsgüter übergeben.

BERLIN: Das Bundesverteidigungsministerium hat eine lückenlose Aufklärung der Vorwürfe gegen Bundeswehr-Soldaten zugesagt. Nach Informationen des Ersten Deutschen Fernsehens gaben sich im Juli 2003 Soldaten der UN-Mission in Bosnien als Journalisten aus und ermittelten nachrichtendienstlich. Sie befragten eine Frau, deren Ehemann im US-Lager Guantanamo einsitzt. Ein Ministeriumssprecher sagte, sollten Angehörige der Bundeswehr gegen geltende Weisungen verstoßen haben, müssten sie sich verantworten.

KAIRO: Wenige Tage nach dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad haben auch die Moslembrüder in Ägypten den Holocaust als 'Mythos' bezeichnet. Die westlichen Demokratien würden beim Thema Holocaust jeden angreifen, der nicht die Darstellung Israels teile, erklärte der Anführer der Bruderschaft, Mohammed Mahdi Akef. Als Beispiele nannte Akef den britischen Holocaust-Leugner David Irving und den französischen Schriftsteller Roger Garoudy. Dieser war 1998 wegen Leugnung des Massenmords an den Juden verurteilt worden. Die von Akef geführte islamistische Organisation ist seit kurzem die stärkste Oppositionsgruppierung im ägyptischen Parlament.

SEOUL: Der südkoreanische Klonpionier Hwang Woo Suk hat nach Angaben seiner Universität seine als bahnbrechend gefeierten Arbeiten in der Stammzellenforschung größtenteils manipuliert. Laut Untersuchungs- Kommission waren neun von elf Stammzellkulturen eine vorsätzliche Fälschung. Das Gremium bestätigte damit frühere Angaben eines Kollegen. Nun sollen auch andere Forschungsergebnisse Hwangs überprüft werden. Der Wissenschaftler erklärte inzwischen seinen Rücktritt als Professor der Univerität von Seoul. Hwang galt bis vor kurzem als einer der renomiertesten Klon- und Stammzellenforscher weltweit. 2005 machte er Schlagzeilen mit der Mitteilung, er habe einen menschlichen Embryo geklont.

BERLIN: Angesichts der hohen Strompreise hat das Bundeskartellamt vor einer weiteren Konzentration am deutschen Energiemarkt gewarnt. Man müsse darauf achten, dass es keine weiteren Aufkäufe von Verteilungsunternehmen, etwa von Stadtwerken gebe, sagte Kartellamtspräsident Ulf Böge. Zudem forderte Böge mehr Wettbewerb. So teilten sich nur vier Unternehmen 80 Prozent der Stromproduktion. Hier müsse es zu einer weiteren Öffnung des europäischen Binnenmarktes kommen.

BERLIN: Der Bundesrechnungshof hat der Bundesagentur für Arbeit schwere Versäumnisse bei der Verfolgung von Leistungsmissbrauch vorgeworfen. Obwohl es einen Verdacht auf millionenschweren Betrug gegeben habe, sei ein von Stuttgarter Fahndern beantragter Abgleich von Daten abgelehnt worden, berichtet die 'Stuttgarter Zeitung'. In dem Fall geht es um türkische Arbeitslose in Deutschland, die ihre Guthaben bei der Staatsbank in Ankara verheimlicht haben. Der Bundesrechnungshof geht davon aus, dass allein in Baden-Württemberg 30 Millionen Euro Arbeitslosenhilfe zu Unrecht ausbezahlt worden sind.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken mit etwas Regen, in höchsten Lagen auch Schnee. Am Nachmittag im Westen meist trocken. Höchstwerte zwischen zwei und acht Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 6°, leichtes Nieseln; Berlin: 5°, bedeckt; Dresden: 3°, leichtes Nieseln; Köln/Bonn: 6°, bedeckt; Frankfurt am Main: 4°, dunstig und München: 1°, leichter Schneefall.