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Nachrichten

Freitag, 22. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Führende SPD-Politiker haben sich für einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan zeitgleich mit den US-Truppen ab 2011 ausgesprochen. In einem Positionspapier zu einer Afghanistan-Konferenz ihrer Partei in Berlin lehnten der Vorsitzende Sigmar Gabriel und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier weitere deutsche Kampfeinheiten am Hindukusch ab. Gefordert wurde dagegen eine bessere Ausbildung und Ausrüstung der afghanischen Sicherheitskräfte. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg lehnte einen konkreten Abzugstermin erneut ab. Eine Obergrenze für die deutsche Truppenstärke kündigte der CSU-Politiker für die kommende Woche an.

KABUL: Der afghanische Präsident Hamid Karsai hält trotz der erklärten Feindschaft der Taliban an seiner Absicht fest, gemäßigte Mitglieder der extremistischen Organisation wieder ins zivile Leben einzubinden. Ihnen solle die Möglichkeit gegeben werden, Arbeit zu finden und in ihre Heimatdörfer zurückzukehren, sagte er dem britischen Sender BBC. Dafür wolle er Gelder aus den Fonds der internationalen Gemeinschaft verwenden. Karsai kündigte an, dass die internationale Gemeinschaft auf der Afghanistan-Konferenz in London in der nächsten Woche seinen Plan und die Finanzierung billigen werde. Der britische Außenminister David Miliband beklagte bei einem Besuch in Washington, die NATO sei noch weit von dem Ziel entfernt, eine tüchtige afghanische Polizeitruppe aufzubauen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy stimmten ihre Positionen zu Afghanistan telefonisch ab. - Die Konferenz findet am 28. Januar auf Außenminister-Ebene statt, Merkel selbst wird nicht daran teilnehmen.

PORT-AU-PRINCE: Nach dem Erdbeben in Haiti will die Regierung etwa eine halbe Million Menschen aus ihren Elendslagern in der zerstörten Hauptstadt vorübergehend umsiedeln. Um dem Ausbruch von Seuchen entgegenzuwirken, werden für jeweils 10.000 Menschen provisorische Unterkünfte außerhalb von Port-au-Prince errichtet. Die Regierung sei dabei, wieder die Kontrolle zu erlangen, sagte Präsident René Préval. Die Hilfe laufe immer besser an, obwohl fast alle notwendigen Unterlagen in den eingestürzten Regierungsgebäuden vernichtet seien. Der Hafen wurde inzwischen von US-Helfern weiter instandgesetzt. Ein erster Frachter mit dringend benötigten Hilfsgütern legte bereits an. Auch konnte ein vierter Flughafen in Betrieb genommen werden. Die Weltbank kündigte an, Haiti werde für fünf Jahre der Schuldendienst erlassen. Auch werde geprüft, ob ein genereller Verzicht möglich sei. Der Karibikstaat ist mit 38 Millionen Dollar verschuldet.

NEU DELHI: Die indischen Behörden haben für alle Flughäfen des Landes eine Terrorwarnung herausgegeben. Grund dafür sind Hinweise der Geheimdienste auf eine mögliche Flugzeugentführung durch islamische Extremisten. Die Sicherheitsmaßnahmen auf den Flughäfen wurden verstärkt. Indische Medien berichteten, mögliches Ziel der Extremisten sei eine Maschine der Air India oder Indian Airlines, die in ein benachbartes südasiatisches Land fliege.

BERLIN: Nach der Sicherheitspanne am Münchner Flughafen hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière eine Überprüfung der bisherigen Sicherheitskontrollen angekündigt. Diese seien in Deutschland zwar bereits auf hohem Niveau, könnten möglicherweise aber noch verbessert werden. Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz schlug vor, die Personalien oder den Flugschein künftig direkt bei der Sicherheitskontrolle zu registrieren. Damit könne bei einem Alarm die betreffende Person nicht -wie in München geschehen- unerkannt verschwinden. Sein CDU-Kollege Wolfgang Bosbach wies Gewerkschafts-Kritik an Qualifikation und Bezahlung des Sicherheitspersonals an deutschen Flughäfen zurück. Der Eindruck, dort arbeiteten nur Billigstkräfte, sei falsch, sagte er.

WASHINGTON: US-Präsident Barack Obama will den Banken künftig Zügel anlegen, um eine Wiederholung der Finanzkrise zu verhindern. So sollen die Institute künftig ihre Aktivitäten in Handels - und Investmentbanken trennen. Keine Handelsbank soll sich den Plänen nach künftig an hochspekulativen Hedge-Fonds beteiligen oder solche besitzen dürfen. Auch der so genannte Eigenhandel mit Wertpapieren soll beschränkt werden. Obama warf den Banken vor, nach wie vor unter den Regeln zu arbeiten, die zum Kollaps der Finanzsysteme geführt hätten. Die Maßnahmen sollten verhindern, dass Banken nochmals durch den Steuerzahler gerettet werden müssten. Der Kongress muss den Plänen noch zustimmen.

SAN FRANCISCO: Die Behörden im US-Bundesstaat Kalifornien haben für weite Teile des Landes den Notstand ausgerufen. Hintergrund sind tagelange schwere Unwetter. Orkanartige Stürme legten den Betrieb an mehreren Flughäfen lahm. Nach den sintflutartigen Regenfällen sind viele Straßen überflutet, mehr als 1000 Häuser wurden wegen Erdrutschgefahr evakuiert. Ein Abschnitt der Schnellstraße zwischen Los Angeles und San Francisco musste nach starkem Schneefall gesperrt werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nordöstlich der Elbe meist trübe mit Hochnebel. Sonst neben vielen Wolken auch etwas Sonne. Höchsttemperaturen zwischen minus 9 Grad Celsius im Nordosten und plus 5 Grad im Südwesten.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: minus 6 Grad, bedeckt;

Berlin: minus 8 Grad, stark bewölkt;

Dresden minus 8 Grad, bedeckt;

Köln/Bonn: 2 Grad, bedeckt;

Frankfurt am Main: 1 Grad, stark bewölkt und

München: minus 1 Grad, dunstig.

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