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Nachrichten

Freitag, 22. August 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Russland setzt nach den Worten von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung seinen Truppenabzug aus Georgien fort. Jung sagte in der ARD, nach seinen Informationen verlaufe der Abzug aus dem georgischen Kernland so, dass er wie angekündigt bis Mitternacht beendet sein könnte. Dies deckt sich mit einer Ankündigung des russischen Vize-Generalstabschefs Anatoli Nogowizyn. Jung betonte, wenn der Truppenabzug abgeschlossen sei und es eine einigermaßen friedliche Lage im Kaukasus gebe, könne die von der Nato ausgesetzte militärische Zusammenarbeit mit Russland wiederaufgenommen werden. Der Weltsicherheitsrat erreichte erneut keine gemeinsame Position zum Kaukasus-Konflikt. Es sei noch viel Arbeit bis zu einer Verständigung nötig, sagte ein französischer UN-Diplomat in New York.

MOSKAU: Der wegen Steuerhinterziehung verurteilte ehemalige russische Ölmagnat und Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski wird nicht vorzeitig aus der Haft entlassen. Ein Gericht in der Stadt Tschila lehnte nach russischen Agenturberichten einen Antrag des früheren Chefs des Yukos-Ölkonzerns auf Begnadigung ab. Chodorkowski war im Oktober 2003 festgenommen und im Mai 2005 in einem umstrittenen Verfahren zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Westliche Beobachter vermuteten hinter dem Urteil politische Beweggründe. Nach russischem Recht können Häftlinge bei guter Führung entlassen werden, wenn sie mehr als die Hälfte ihrer Strafe verbüßt haben.

ISLAMABAD: In Pakistan soll am 6. September ein neuer Präsident gewählt werden. Diesen Termin teilte die Wahlkommission in Islamabad mit. Amtsinhaber Pervez Musharraf war am Montag zurückgetreten. Der umstrittene Ex-Armeechef war damit einem von den Regierungsparteien angekündigten Amtsenthebungsverfahren zuvorgekommen. Der pakistanische Präsident wird von den beiden Kammern des Zentralparlaments sowie den vier Provinzversammlungen gewählt. Über mögliche Kandidaten ist noch nichts bekannt. - Als Reaktion auf den Doppel-Selbstmordanschlag auf eine Waffenfabrik bei Islamabad wurden in ganz Pakistan die Sicherheitsmaßnahmen vor Militäreinrichtungen verschärft. Bei dem Anschlag am Donnerstag wurden nach neuen Angaben 67 Menschen getötet. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu der Tat.

KABUL: Der britische Premierminister Gordon Brown hat bei einem Besuch in Afghanistan die Entschlossenheit seines Landes im Kampf gegen den Terrorismus bekräftigt. Nach einem Treffen mit Präsident Hamid Karsai kündigte Brown zusätzliche Finanzhilfen von umgerechnet 150 Millionen Euro für die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte an. Die Gewalt in dem Land nahm in den vergangenen Monaten stark zu. - Bei Angriffen und einem Bombenanschlag wurden weitere sieben NATO-Soldaten getötet. Drei polnische Soldaten fuhren in der zentralen Provinz Ghasni mit ihrem Auto über einen Sprengsatz. Drei Kanadier wurden im südlichen Kandahar getötet. Die Nationalität des siebten Soldaten ist unbekannt.

MADRID: Auch zwei Tage nach dem Flugzeugunglück in der spanischen Hauptstadt mit 153 Todesopfern gibt es noch keine Hinweise auf die Ursache der Katastrophe. Entgegen bisherigen Annahmen war beim Start der Maschine der spanischen Gesellschaft Spanair offenbar kein Triebwerk in Brand geraten. Dies geht nach Medienberichten aus einem Videofilm hervor, den eine Kamera der Flughafengesellschaft aufgenommen habe. Danach sei das Flugzeug erst in Flammen aufgegangen, als es nach dem missglückten Start auf dem Boden zerschellt sei. - Unter den Todesopfern ist mit großer Wahrscheinlichkeit auch eine vierköpfige Familie aus Bayern. Das Auswärtige Amt geht zudem Hinweisen aus Spanien nach, wonach ein weiterer Deutscher bei dem Unglück ums Leben gekommen sei.

BERLIN: Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat neue Maßnahmen zur Bekämpfung des illegalen Datenhandels vorgeschlagen. Zusätzlich zu den bisher vorgesehenen Regelungen mit Bußgeldern bis zu 250.000 Euro sollte im Bundesdatenschutzgesetz die Möglichkeit einer Gewinnabschöpfung eingeführt werden, sagte die SPD-Politikerin. Firmen müssten dann jeden Cent, den sie unrechtmäßig eingenommen haben, wieder herausgeben. Dann werde sich jedes Unternehmen gründlich überlegen, ob sich das Risiko lohne. Eine vergleichbare Regelung gibt es bereits im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb.

DORTMUND: Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert kurzfristig ein staatliches Investitionsprogramm in Höhe von 25 Milliarden Euro. Es solle einem Konjunkturabsturz vorbeugen, sagte DGB-Chef Michael Sommer der "Westfälischen Rundschau". Das Programm müsste bereits im Oktober greifen, um eine Rezession zu verhindern. Sommer warnte vor einer negativen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Im Abschwung rächten sich die Fehler der Arbeitsmarktpolitik. Mini-Jobber und Leiharbeiter bekämen den Abschwung zuerst zu spüren.

ACCRA: In der Hauptstadt Ghanas hat eine einwöchige UN-Klimakonferenz begonnen, bei der es um den Folgevertrag für das Kyoto-Protokoll geht. Der Vertrag soll im nächsten Jahr beschlossen werden. Rund 1.600 Delegierte aus 160 Ländern sind nach Accra angereist. Ghanas Präsident John Kufour forderte zum Auftakt der Tagung mehr Unterstützung für Afrika bei der Bekämpfung des globalen Klimawandels. Überschwemmungen und Dürreperioden hätten die Auswirkungen der langfristigen Wetterveränderungen in den vergangenen Jahren bereits deutlich gezeigt.

ROM: In Italien sind nach Angaben der Behörden seit Donnerstag fast 900 Flüchtlinge mit Booten über das Mittelmeer angekommen. Allein auf der kleinen Insel Lampedusa wurden rund 800 Flüchtlinge aufgenommen, die meisten von ihnen aus Afrika. In Kalabrien landete ein Boot mit rund 50 Menschen an einem Strand zwischen Badenden und Touristen. - Gerade in den vom Wetter her günstigen Sommermonaten wagen tausende Einwanderer von Nordafrika aus die Fahrt über das Mittelmeer nach Europa.

PEKING: In China sind erstmals Ausländer, die am Rande der Olympischen Spiele für Tibet demonstriert hatten, zu zehn Tagen Haft verurteilt worden, unter ihnen offenbar auch ein deutscher Staatsbürger. Insgesamt seien zehn ausländische Tibet-Aktivisten in Haft, hieß es in Agenturberichten. Neben einem Deutsch-Tibeter seien dies Bürger der USA und Großbritanniens. Bislang hatten die chinesischen Behörden ausländische Tibet-Aktivisten meist nur wenige Stunden festgehalten und dann abgeschoben. Die Botschaft der USA in Peking kritisierte das chinesische Vorgehen und forderte die Regierung auf, Menschenrechte und Redefreiheit zu beachten.

ZU DEN OLYMPISCHEN SPIELEN: Zum vierten Mal in Folge hat der Viererkajak der deutschen Rennkanutinnen die olympische Goldmedaille gewonnen. Das Boot mit Fanny Fischer, Nicole Rheinhardt, Katrin Wagner-Augustin und Conny Waßmuth setzte sich über 500 Meter in einem Start-Ziel-Sieg vor Ungarn durch. Bronze ging an Australien. - Eine zweite deutsche Goldmedaille gewannen Martin Hollstein und Andreas Ihle im Zweier-Kajak über 1.000 Meter. Silber errang Dänemark, Bronze Italien. - Der dreimalige Canadier-Olympiasieger Andreas Dittmer belegte im olympischen 1000-m-Finale von Peking den achten Rang. Der 36-Jährige kündigte umgehend seinen Rücktritt von der Wettkampfbühne an. An diesem Freitag kämpfen die deutschen Hockey-Damen gegen Argentinien um die Bronzemedaille.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselhaft, von Westen her Regengüsse und Gewitter. Höchsttemperaturen zwischen 19 und 27 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 16 Grad, dunstig;

Berlin: 16 Grad, stark bewölkt;

Dresden: 15 Grad, wolkig;

Köln/Bonn: 17 Grad, nach Regen;

Frankfurt am Main: 15 Grad, wolkig und

München: 16 Grad, wolkig.

Audio und Video zum Thema