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Nachrichten

Freitag, 21. September 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hat im Bundestag die geplante Teilprivatisierung der Bahn verteidigt. Damit werde das Unternehmen im internationalen Wettbewerb gestärkt. Der Bund bleibe Eigentümer des Netzes, es werde kein Volksvermögen verschleudert, versicherte Tiefensee. Auch solle die Qualität des regionalen Schienenverkehrs verbessert werden. Das Kabinett hatte Ende Juli beschlossen, dass sich der Bund von maximal 49 Prozent seiner Anteile trennen soll. Die Einzelheiten sind jedoch auch innerhalb der Großen Koalition umstritten. Die Opposition lehnt die Bahnreform gänzlich ab. Die FDP spricht von einem unkalkulierbaren finanziellen Risiko. Die Grünen halten das Vorhaben für politisch und ökonomisch unsinnig. Die Linken befürchten einen massiven Stellenabbau.

BERLIN: Mit Stimmen der großen Koalition hat der Bundestag hat den Weg für eine neue Volkszählung freigemacht. Diese soll voraussichtlich im Jahr 2011 stattfinden. Die Zählung soll nach einem neuen System erfolgen, bei dem nicht mehr die gesamte Bevölkerung befragt wird. Stattdessen finden stichprobenartige Interviews statt. Zudem soll auf Melderegister, Daten der Bundesagentur für Arbeit und Finanzbehörden zurückgegriffen werden. Die letzte Volkszählung in der Bundesrepublik fand 1987 statt, in der DDR 1981.

BERLIN: Der Bundesrat hat sich auf seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause mit zahlreichen Gesetzentwürfen befasst. So nahm unter anderem das nachgebesserte Verbraucherinformations-Gesetz die letzte parlamentarische Hürde. Es soll Lebensmittelskandalen vorbeugen und Bürgern einen besseren Zugang zu Informationen verschaffen. Desweiteren wurde grünes Licht für das Gesetz zur Verbesserung der Doping-Bekämpfung im Sport gegeben. Danach kann der Besitz größerer Mengen besonders gefährlicher Doping-Substanzen wie Testosteron und Anabolika mit Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren verfolgt werden. Der Bundesrat beschloss auch, dass Jugendliche unter 25 Jahren und schwer vermittelbare ältere Arbeitslose künftig Lohnzuschüsse des Staates in Anspruch nehmen können.

MÜNCHEN: Bayerns Innenminister Günther Beckstein hat vor möglichen Terroranschlägen gewarnt, bei denen mit Sprengstoff beladene Schiffe eingesetzt werden könnten. Die Schaffung neuer Rechtsgrundlagen für den Einsatz der Bundeswehr im Anti-Terror-Kampf dürfe nicht allein auf den Luftraum beschränkt bleiben, sagte der CSU-Politiker und designierte bayerische Ministerpräsident der 'Passauer Neuen Presse'. Kleine Polizeiboote könnten nicht viel ausrichten, wenn mit Sprengstoff beladene Schiffe in Häfen führen. Die Bundeswehr dagegen sei mit optimalem Gerät ausgestattet. Luft- und Seeüberwachung könne die Polizei nicht leisten. Daher sei es notwendig, diese Aufgaben der Bundeswehr zu übertragen.

BEIRUT: In der libanesischen Hauptstadt haben Tausende Menschen an der Beerdigung des am Mittwoch bei einem Anschlag getöteten anti-syrischen Parlamentariers Antoine Ghanem teilgenommen. Der Zug wurde von dem Drusenführer Walid Dschumblatt angeführt, der Syrien beschuldigte, hinter dem Attentat zu stecken. Bei dem Anschlag waren außer dem Abgeordneten Ghanem von der christlichen Falange-Partei sechs andere Menschen getötet worden. Mehr als 50 weitere wurden bei der Explosion der ferngezündeten Autobombe im östlichen Beiruter Stadtteil Sinn al-Fil verletzt. Der Weltsicherheitsrat in New York verurteilte unterdessen den Anschlag und warnte vor einer Destabilisierung des Landes.

WASHINGTON: Im Konflikt um das Atomprogramm des Iran wollen die USA und Frankreich den Druck auf die Führung in Teheran verstärken. US-Präsident George W. Bush erklärte, er strebe eine diplomatische Lösung an. Man werde es allerdings nicht tolerieren, dass sich Teheran das Wissen zum Bau von Atomwaffen verschaffe. Auch der französische Außenminister Bernard Kouchner bekräftigte seine harte Haltung im Atomstreit. Ein Iran mit Nuklearwaffen sei eine inakzeptable Perspektive, sagte Kouchner in Washington. Zugleich rückte er nochmals von seiner heftig kritisierten Kriegswarnung ab. - An diesem Freitag kommen in Washington Vertreter der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands zusammen, um über mögliche neue Sanktionen gegen den Iran zu beraten. Vor allem Russland und China stehen einer Verschärfung der Strafmaßnahmen eher skeptisch gegenüber.

GENF: UN-Menschenrechtskommissarin Louise Arbour hat Israel zur Zurückhaltung im Gazastreifen aufgefordert. Die Reduzierung von Strom- und Treibstofflieferungen sei eine untragbare Härte für die 1,5 Millionen Menschen in dem kleinen Landstrich, erklärte Arbour in Genf. Das Völkerrecht verbiete unangemessene und kollektive Bestrafungen. Israel hatte den Gazastreifen diese Woche zum feindlichen Gebiet erklärt. Diese Maßnahme ermöglichte die Einschränkungen für die Gazastreifen-Bewohner. Arbour verurteilte auch die Raketenangriffe radikaler Palästinenser aus dem Gazastreifen auf Israel.

TEL AVIV: Israel hat Im Vorfeld des Jom-Kippur-Feiertags in der Nacht zum Freitag das Westjordanland abgeriegelt. Damit sollten Anschläge militanter Palästinenser verhindert werden, berichtete der Rundfunk. Auch in den israelischen Städten wurden die Sicherheitsvorkehrungen massiv verstärkt. Der jüdische Versöhnungstag gilt als wichtigster Festtag im jüdischen Kalender. Er beginnt an diesem Freitag bei Sonnenuntergang und dauert bis zum Samstagabend.

KABUL: Bei einem Selbstmordanschlag auf die Internationale Schutztruppe ISAF ist in der afghanischen Hauptstadt nach Polizeiangaben mindestens ein französischer Soldat getötet worden. Mehrere Zivilisten seien verletzt worden, sagte der Chefermittler der Kabuler Polizei, Alishah Paktiawal. Ein Augenzeuge sprach von mehreren Opfern. Die Detonation habe einen Bus mit Zivilisten schwer beschädigt, hieß es. Die NATO-geführte ISAF bestätigte, der Anschlag habe der Schutztruppe gegolten. Es habe sich um eine Autobombe gehandelt.

MADRID: Nach zweijährigen Ermittlungen hat die spanische Polizei zwei Terrorverdächtige gefasst. Die beiden Islamisten seien in Madrid und Barcelona festgenommen worden, teilte das spanische Innenministerium mit. Den aus Pakistan stammenden Männern wird vorgeworfen, Terrorgruppen finanziert zu haben. An den Ermittlungen war auch die US-Bundespolizei FBI beteiligt.

BRASILIA: Brasilien und Venezuela haben eine noch engere Zusammenarbeit vereinbart. Die Staatspräsidenten Luiz Inácio Lula da Silva und Hugo Chávez beschlossen im brasilianischen Manaus die Beschleunigung verschiedener Integrationsprojekte. Für die gesamte Region sei vor allem die Realisierung des Großprojekts einer gemeinsamen Gaspipeline im Amanzonasgebiet von großer Bedeutung. Die beiden Staatschefs teilten außerdem mit, sie wollten sich in Zukunft alle drei Monate treffen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zunächst im Nordwesten noch wolkig mit seltenen Schauern. Sonst durchweg sonnig. Etwas wärmer bei maximal 18 bis 24 Grad.

Am Mittag meldeten:

Hamburg: 16 Grad, stark bewölkt;
Berlin, Dresden und Köln/Bonn: 18 Grad, leicht bewölkt;
Frankfurt am Main: 16 Grad, leicht bewölkt und
München: 17 Grad, wolkenlos.

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