1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Freitag, 21. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Die Bundesregierung muss ihre Haushaltspläne kräftig ändern. Nach einem zwölfstündigen Sitzungsmarathon beschloss der Haushaltsausschuss, im nächsten Jahr Kredite in Höhe von 18,5 Milliarden Euro aufzunehmen. Das sind acht Milliarden mehr als Finanzminister Peer Steinbrück zunächst veranschlagt hatte. Grund sind das Konjunkturprogramm im Zuge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, Steuerausfälle sowie Verzögerungen bei geplanten Privatisierungen wie etwa bei der Deutschen Bahn. Ende nächster Woche wird der Bundestag den Etat verabschieden. - Haushaltsexperten wiesen auf zahlreiche Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit den Turbulenzen an den Finanzmärkten und der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft hin. Dadurch könnten die Etatpläne schneller Makulatur sein als den Planern von Schwarz-Rot lieb sei.

FRANKFURT AM MAIN: Mit deutlichen Worten hat Bundespräsident Horst Köhler die Banken wegen der Finanzkrise kritisiert und eine grundlegende Erneuerung der Branche gefordert. Zu viele hätten sich nur an der Rendite orientiert und Risiken nicht beachtet, sagte Köhler beim Europäischen Bankenkongress, an dem führende Vertreter der Branche teilnehmen. Zugleich mahnte er die Banken, ihre Dienstleistungsaufgaben für Firmen wahrzunehmen. Das Rettungspaket der Regierung habe Bedingungen geschaffen, so dass vor allem mittelständische Firmen in Deutschland mit Krediten versorgt werden könnten.

NEW YORK: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hat den Vereinten Nationen Unterstützung im Kampf gegen die Piraterie vor der Küste Somalias zugesagt. Deutschland werde sich in angemessenem Maße an der geplanten EU-Mission 'Atalanta' beteiligen, erklärte Jung bei einem Treffen mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York. Für den Umgang mit Seeräubern brauche die internationale Gemeinschaft jedoch einen klaren Operationsplan, betonte der deutsche Minister. Derzeit leistet die Bundeswehr im Rahmen des Mandats 'Enduring Freedom' bereits Nothilfe im Kampf gegen Piraten. Zwei Angriffe von Seeräubern am Horn von Afrika konnten von der Fregatte 'Karlsruhe' abgewehrt werden.

WASHINGTON: Der US-Kongress wird vorerst keine Milliardenhilfen für die in Not geratene amerikanische Autoindustrie verabschieden. Eine Entscheidung darüber wurde bis auf weiteres vertagt. Die Autobauer General Motors, Ford und Chrysler wurden vom Kongress aufgefordert, zunächst einen Plan vorzulegen, wie sie die geforderten Gelder verwenden würden. Die Branche müsse zeigen, wie sie auf Dauer überleben könne, sagte die Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi. - An den US-Börsen ging unterdessen die Talfahrt weiter. Der Dow-Jones-Index fiel um rund fünfeinhalb Prozent auf den niedrigsten Stand seit März 2003.

MOSKAU: Das russische Parlament hat in dritter und letzter Lesung eine Verlängerung der Amtszeit des Präsidenten von vier auf sechs Jahre gebilligt. Die von Staatschef Dmitri Medwedew angestoßene Verfassungsänderung sieht zudem vor, dass das Parlament künftig alle fünf statt wie bisher alle vier Jahre gewählt wird. Die noch ausstehende Zustimmung des Föderationsrates und der Regionalparlamente gilt angesichts der Mehrheitsverhältnisse als sicher. In Moskau wird spekuliert, dass der frühere Präsident und jetzige Regierungschef Wladimir Putin nach der Verfassungsänderung erneut für das Präsidentenamt kandidieren wird.

STOCKHOLM: Als 25. Staat der Europäischen Union hat Schweden den EU-Reformvertrag von Lissabon ratifiziert. Mehr als drei Viertel der Abgeordneten des Stockholmer Reichstags stimmten in der Nacht zum Freitag für das Vertragswerk, das die EU handlungsfähiger machen soll. Nun fehlt nur noch die Zustimmung Tschechiens und Irlands. Bei einer Volksabstimmung in Irland war der Reformvertrag im Juni abgelehnt worden. Derzeit gibt es keine Gewissheit über das weitere Vorgehen. Das Verfassungsgericht in Prag will in wenigen Tagen entscheiden, ob der Lissabon-Vertrag mit der tschechischen Verfassung vereinbar ist.

NEU DELHI: Mit der Eröffnung eines weiteren Generalkonsulats in Indien hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die deutsche Präsenz auf dem Subkontinent verstärkt. Das Generalkonsulat in der südindischen Technologiemetropole Bangalore ist bereits die fünfte diplomatische Vertretung der Bundesrepublik in Indien. Aufgabenschwerpunkt soll die Wirtschaftsförderung sein. Steinmeier war aus Neu Delhi angereist, wo er sich unter anderen mit Regierungschef Manmohan Singh getroffen hatte. Der deutsche Außenminister setzt sich dafür ein, dass Schwellenländer wie Indien künftig stärker in Entscheidungen auf internationaler Ebene mit einbezogen werden. Am späten Freitagabend wird Steinmeier in Berlin zurückerwartet.

WASHINGTON: Ein US-Bundesrichter hat die sofortige Freilassung von fünf algerischen Häftlingen aus dem umstrittenen Gefangenenlager Guantanamo angeordnet, die dort seit rund sieben Jahren ohne Anklage festgehalten werden. Die Männer könnten nicht unbegrenzt als 'feindliche Kombattanten' inhaftiert werden, erklärte der Richter in Washington. Es gebe keine ausreichenden Beweise dafür, dass sie in Anschlagspläne gegen die USA verstrickt gewesen seien. Ein Sprecher des Weißen Hauses übte scharfe Kritik an der Gerichtsentscheidung. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Regierung Berufung einlegen wird.

HOUSTON: Zwei Astronauten der US-Raumfähre 'Endeavour' haben erfolgreich einen fast siebenstündigen Außeneinsatz im All absolviert. Dabei reinigten sie Drehgelenke an einem Sonnensegel der Internationalen Raumstation ISS. Außerdem stand die Wartung eines Roboterarms auf ihrem Programm. Ausgetauschte Teile wird die 'Endeavour' zurück zur Erde bringen, wo Abnutzungserscheinungen untersucht werden sollen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Arktische Kaltluft sorgt von Nord nach Süd für frostige Temperaturen und Schneefall. Das Thermometer sinkt auf zwei bis neun Grad Celsius.

Audio und Video zum Thema