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Nachrichten

Freitag, 21. März 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NEU DELHI: Die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat das Vorgehen der chinesischen Behörden gegen die Demonstranten in Tibet verurteilt und die internationale Gemeinschaft zum Handeln aufgerufen. Nach einem Treffen mit dem Dalai Lama, dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter, im nordindischen Dharamsala sagte die Spitzenpolitikerin der Demokratischen Partei, die Lage in Tibet sei eine Herausforderung für das Gewissen der Welt. Die Welt müsse wissen, was dort vorgehe. Wenn freiheitsliebende Menschen in aller Welt sich nicht zu China und den Chinesen in Tibet äußerten, würden sie alle moralische Autorität verlieren, sich zu Menschenrechten zu äußern. Nach Angaben von Exiltibetern wurden bei den antichinesischen Unruhen in Tibet und der Nachbarprovinz Gansu insgesamt 99 Menschen getötet. Die Regierung in Peking gibt die Zahl der Todesopfer mit 16 an.

BERLIN: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat eine ernüchternde Menschenrechtsbilanz für China gezogen. Es gebe nach wie vor Folter, Misshandlungen, willkürliche politische Inhaftierungen, Repressalien wie Umerziehung durch Arbeit und viele Todesurteile, kritisierte Dirk Pleiter, der China-Experte der Menschenrechtsorganisation. Amnesty sei dennoch weiter gegen einen Boykott der Olympischen Spiele, da dies nicht zu einer Verbesserung der Lage in China führen würde. Im Gegenteil, die Spiele böten die Chance, dass China größere Schritte in die richtige Richtung gehe. Amnesty geht davon aus, dass es allein im Jahr 2006 in China mehr als 1.000 Hinrichtungen gab, mehr als in allen anderen Ländern der Erde zusammen.

BERLIN: Als teuerste Sackgasse aller Zeiten hat Bischof Wolfgang Huber den Irak-Krieg bezeichnet. In seiner Karfreitagspredigt in Berlin sprach der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland von einer Straße des Elends und der Hoffnungslosigkeit. Besonders beklagte er die Lage der Christen im Land. Was ihnen widerfahre, gleiche ethnischen Säuberungen und Völkermorden an anderen Orten, die von der Weltöffentlichkeit tatenlos wahrgenommen werden. Es sei auf beklemmende Weise grotesk, dass es den Christen unter der Herrschaft des Diktators Saddam Hussein besser ging als unter dem Protektorat der US-Schutzmacht, so Huber. Im April 2003 hätten noch etwa 1,5 Millionen Christen im Irak gelebt. Inzwischen habe etwa die Hälfte von ihnen das Land verlassen.

JERUSALEM: Tausende Pilger aus aller Welt haben am Karfreitag in Jerusalem am traditionellen Kreuzweg teilgenommen. Einige trugen schwere Holzkreuze, um an das Leiden Jesu zu erinnern. In der Grabeskirche berührten Pilger den Stein, auf dem der Überlieferung zufolge die Leiche des Religionsstifters gewaschen wurde, nachdem sie vom Kreuz genommen worden war. Da das christliche Osterfest in diesem Jahr mit dem jüdischen Purim-Fest zusammenfällt, sind tausende Polizisten im Einsatz. Aus Furcht vor Anschlägen hat Israel landesweit die Sicherheitsvorkehrungen verschärft und die Palästinensergebiete bis Montag abgeriegelt. In Rom will Papst Benedikt XVI. am Nachmittag mit einem Gottesdienst im Petersdom an das Leiden und den Kreuzestod Jesu erinnern.

NIKOSIA: Die Führer der griechischen und der türkischen Volksgruppe Zyperns, Dimitris Christofias und Mehmet Ali Talat, sind in Nikosia zusammengekommen. Sie wollen sondieren, wie die Gespräche zur Überwindung der seit 1974 bestehenden Teilung der Mittelmeerinsel wieder beginnen können. Das Treffen findet am Sitz des Vertreters der Vereinten Nationen, Michael Moller, im alten Flughafen von Nikosia statt, der seit 1974 geschlossen ist. Der Reformkommunist Christofias, der im Februar die Präsidentenwahl in Zypern gewonnen hat, ist auch bei den türkischen Zyprern populär und gilt als Hoffnungsträger für eine baldige Überwindung der Teilung. Während der Amtszeit seines Vorgängers Tassos Papadopoulos waren die Zyperngespräche ins Stocken geraten.

NEW YORK: In der Debatte über eine UN-Reform haben Deutschland und Zypern einen neuen Vorschlag zur Erweiterung des Weltsicherheitsrates vorgelegt. Demnach soll das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen um sieben auf 22 Mitglieder aufgestockt werden. Je zwei der zusätzlichen Sitze würden Länder aus Asien, Afrika und Europa erhalten. Ein zusätzlicher Sitz ginge laut Entwurf nach Lateinamerika. Ziel sei es, den Sicherheitsrat repräsentativer zu machen, ohne dessen Handlungsfähigkeit einzuschränken. Deutschland erhofft sich von einer UN-Reform ebenso wie Japan, Indien und Brasilien einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat.

NEW YORK: Mit dem klaren Auftrag für eine bessere Zusammenarbeit mit der NATO hat der Weltsicherheitsrat das Mandat seiner Afghanistan-Mission um ein Jahr verlängert. Unter dem neuen Sondergesandten, dem Norweger Kai Eide, solle es eine kohärentere Unterstützung der internationalen Gemeinschaft für die afghanische Regierung geben, heißt es in der einstimmig verabschiedeten Resolution. Eide war im März von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zum Nachfolger des Deutschen Tom Koenigs ernannt worden. Großbritannien, Frankreich und Deutschland begrüßten das neue Mandat umgehend. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte in Berlin, die Verlängerung um ein Jahr sei "das richtige Signal zum richtigen Zeitpunkt". Im Süden Afghanistans wurde derweil ein NATO-Soldat durch eine Explosion getötet.

PEKING: Ein Erdbeben mit einer Stärke von mindestens 7,2 hat die nordwestchinesische Provinz Xinjiang nicht weit von der Grenze zu Tibet erschüttert. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, wurden bisher keine Toten oder Verletzten in der dünn besiedelten Region gemeldet . Das Erdbebengebiet liegt rund 230 Kilometer südöstlich der Stadt Hotan. Nach Angaben der Provinzregierung gab es mehrere Nachbeben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Bei starker Bewölkung verbreitet Regen, im Bergland oberhalb von 400 Metern Schneeregen und Schneeschauer. Örtlich auch kurze Gewitter. Im Süden bis in tiefe Lagen Schnee. Höchstwerte zwei bis sieben Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 4 Grad, wolkig;
Berlin: 4 Grad, Regen;
Dresden: 3 Grad, bedeckt;
Köln/Bonn: 6 Grad, Schauer ;
Frankfurt am Main: 4 Grad, bedeckt und
München: 2 Grad, Schneeregen.

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