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Nachrichten

Freitag, 21. Juli 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

NEW YORK/BEIRUT: Israel hat die Forderung von UN-Generalsekretär Kofi Annan nach einer Waffenruhe umgehend zurückgewiesen. Der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman warf Annan zudem vor, die Rolle Syriens und Irans in dem Konflikt nicht erwähnt zu haben. Grundsätzlich könne Diplomatie erst dann beginnen, wenn man sich um den Terror gekümmert habe, so Gillerman vor dem UN-Sicherheitsrat. Neben den UN haben sich auch Frankreich und Russland deutlich für einen Waffenstillstand ausgesprochen. Annan warf der Hisbollah - die im Libanon mehrere Minister stellt - vor, sie habe eine ganze Nation als Geisel genommen. Israel hingegen betreibe einen exzessiven Einsatz von Gewalt. Israel setzte den zehnten Tag in Folge seine Angriffe auf Ziele im Norden und Osten des Libanon fort.

LARNAKA/BERLIN: Viele tausend Flüchtlinge aus dem Libanon warten auf Zypern auf eine Weiterreise in ihre Heimatländer. Sie waren unter anderem mit amerikanischen und britischen Kriegsschiffen sowie Fähren aus Griechenland, Italien und Indien auf die Mittelmeer- Insel evakuiert worden. Etwa 100.000 Menschen konnten in den vergangenen Tagen den Libanon verlassen. Zumeist waren sie über das benachbarte Syrien oder über die Türkei geflohen. Unter ihnen sind mehr als 3.500 Deutsche. Die Luftwaffe unternimmt weiterhin mit eigenen und gecharterten Maschinen Hilfsflüge. Bisher wurden mehr als 1.500 Menschen nach Deutschland zurück gebracht.

GAZA: Auch von der zweiten israelischen Front im Gazastreifen sind neue Opfer gemeldet worden. Durch eine israelische Panzergranate wurden laut jüngsten Berichten in Gaza ein führender Hamas-Aktivist und drei Familienangehörige getötet. - Zuvor hatte sich die Armee nach drei Tagen aus dem Flüchtlingslager Maghasi zurückgezogen. Bei dem Vorstoß waren mindestens 15 Palästinenser getötet worden.

NEW YORK: Im nach wie vor ungelösten Streit um das iranische Atomprogramm haben Deutschland, Frankreich und Großbritannien den Entwurf für eine UN-Resolution vorgelegt. Darin heißt es, der Iran müsse die Arbeiten zur Uran-Anreicherung aussetzen. Auch die Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen und der Bau eines Schwerwasser-Reaktors müssten gestoppt werden. Diese Projekte im iranischen Atomprogramm könnten zwar zivilen Zwecken dienen, ließen sich aber auch zur Herstellung einer Atombombe verwenden. Die Vetomächte Russland und China haben dem Text noch nicht zugestimmt.

KABUL/BERLIN: NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hat dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai weitere Unterstützung zugesichert. Der Wiederaufbau werde gefördert, die aufständischen Taliban müssten verstärkt bekämpft werden, sagte De Hoop Scheffer bei einem Treffen in Kabul. Die NATO dehnt den Einsatz der Internationalen Schutztruppe derzeit in den Süden des Landes aus und verstärkt dabei ihre Präsenz von fast 10.000 auf 16.000 Mann. - Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung erklärte nach der Rückkehr von einem Truppenbesuch in Nordafghanistan, die Aufbauarbeit müsse der Bevölkerung klarmachen, dass man nicht als Besatzer, sondern als Helfer gekommen sei. Konkrete Projekte wie etwa Krankenhäuser müssten verwirklicht werden.

BERLIN: 62 Jahre nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler haben Politiker aus Bund und Ländern ein klares Nein zu jeder Form von Extremismus in Deutschland beschworen. Verteidigungsminister Franz Josef Jung bezeichnete den Widerstand gegen die national- sozialistische Gewaltherrschaft als Vorbild für heute. Die Offiziere um Claus Graf Schenk von Stauffenberg hätten dem Land die Selbstachtung zurückgeben wollen. Im Gedenken an die Widerstands- Kämpfer legten am Abend 290 Rekruten im Hof des Bendlerblocks in Berlin ihr Bundeswehrgelöbnis ab. Dort waren die Attentäter vom 20. Juli 1944 hingerichtet worden.

BERLIN: Der BND-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages wird vom Kanzleramt nur eingeschränkt Informationen für seine Arbeit erhalten. Die Sicherheit der Bundesrepublik müsse angesichts der Bedrohung durch den Terrorismus im Zweifel höher gewertet werden als ein kurzfristiges Aufklärungsinteresse, sagte Kanzleramtschef Thomas de Maizière im Mitteldeutschen Rundfunk. Der BND sei im Kampf gegen den Terrorismus auf die Zusammenarbeit mit anderen Geheimdiensten angewiesen. Diese dürfe nicht gefährdet werden, so de Maizière weiter. Der Untersuchungsausschuss soll die Rolle von Agenten des Bundesnachrichtendienstes im Irak-Krieg sowie bei den geheimen CIA-Flügen aufklären.

PARIS: Nach Thomas Reiter soll im Herbst 2007 erneut ein deutscher Astronaut zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Der 54-jährige Hans Schlegel solle bei der Montage und der Inbetriebnahme des europäischen Raumlabors 'Columbus' mitwirken, teilte die Europäische Raumfahrtbehörde ESA in Paris mit. Columbus soll für Langzeitforschung im Weltall eingesetzt werden und ist Europas Hauptbeitrag zum ISS. Schlegel war bereits 1993 im All.

NEW YORK/MOGADISCHU: UN-Generalsekretär Kofi Annan hat sich besorgt gezeigt über Berichte, nach denen äthiopische Soldaten in der somalischen Stadt Baidoa einmarschiert sein sollen. Laut Korrespondenten wollen sie dort die Übergangsregierung vor dem endgültigen Sturz durch islamistische Milizen schützen. Augenzeugen berichteten aus Baidoa, in der Nacht seien weitere Militärfahrzeuge aus Äthiopien eingetroffen. Die Regierung in Addis Abeba hatte einen Einmarsch angedroht, bestritt aber, dass ihre Soldaten bereits in Somalia seien. Die Islamisten in Mogadischu riefen zum "heiligen Krieg gegen die Invasoren" auf.

JAKARTA: Indonesien will nach der neuen Flutkatastrophe auf der Insel Java die Arbeit an einem wirksamen Tsunami-Frühwarnsystem beschleunigen. Bis Mitte 2008 solle es im Land ein wirklich funktionsfähiges Warnsystem geben, sicherte Präsident Susilo Bambang Yudhoyono zu. Nach dem jüngsten Tsunami auf Java wird dort die Zahl der Toten nun mit mehr als 550 angegeben. Mehr als 320 Menschen gelten noch als vermisst.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zunächst freundlich, am Nachmittag neben sonnigen Abschnitten auch Schauer und Gewitter. Höchstwerte 30 bis 35 Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 21.07.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/8pw9
  • Datum 21.07.2006
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