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Nachrichten

Freitag, 20. März 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Im Bundestag hat die FDP das geplante Gesetz zur Enteignung der Aktionäre der angeschlagenen Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) scharf kritisiert. FDP-Vize-Chef Rainer Brüderle sagte, damit breche die Bundesregierung ein Tabu und torpediere den Schutz des privaten Eigentums. Der Fraktionschef der Linken, Gregor Gysi, beschuldigte nochmals die Regierung, nicht genug gegen die Finanzkrise zu tun. Die Grünen sprachen sich im Grundsatz für das geplante Gesetz aus. Es soll die Grundlage bilden, um Aktionäre der Hypo Real Estate enteignen zu können. Es soll aber nur greifen, falls die Verhandlungen mit dem amerikanischen HRE-Großaktionär Christopher Flowers nicht zu einer einvernehmlichen Regelung führen.

BRÜSSEL: Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten beraten zum Abschluss ihres Frühjahrsgipfels weiter über das gemeinsame Vorgehen bei der Bekämpfung der Finanz- und Wirtschaftskrise. Nach Korrespondentenberichten aus Brüssel wollen sich die EU-Staaten für eine deutliche Aufstockung der Mittel einsetzen, mit denen der Internationale Währungsfonds - IWF - in finanzielle Bedrängnis geratenen Staaten unter die Arme greift. Dies soll beim Weltfinanzgipfel Anfang April in London durchgesetzt werden. Umstritten ist offenbar noch, ob und in welchem Umfang der so genannte EU-Notfallfonds erhöht wird. Mit ihm werden Mitgliedsstaaten unterstützt, die nicht der Euro-Zone angehören. - Am Donnerstag hatte der Gipfel ein EU-Konjunkturprogramm im Umfang von fünf Milliarden Euro beschlossen.

WASHINGTON: Im Eiltempo hat das US-Repräsentantenhaus einen Gesetzentwurf verabschiedet, der Bonus-Zahlungen an Manager maroder Unternehmen einen Riegel vorschieben soll. Bei Unternehmen, die mehr als fünf Milliarden Dollar Staatshilfe erhalten haben, sollen Bonus-Zahlungen durch eine 90-prozentige Sondersteuer abgeschöpft werden. Die Abgeordneten reagierten damit auf die öffentliche Empörung über die Millionen-Boni für Manager des Versicherungskonzerns AIG. Das Unternehmen war durch Staatshilfen von fast 180 Milliarden Dollar vor dem Zusammenbruch gerettet worden. Damit die Sondersteuer wirksam werden kann, muss der Senat dem Gesetz noch zustimmen.

WASHINGTON: US-Präsident Barack Obama hat dem Iran nach Jahren der Feindschaft einen Neuanfang in den bilateralen Beziehungen angeboten. In einer Videobotschaft an die Bevölkerung des Landes aus Anlass des iranischen Neujahrsfestes erklärte Obama, die USA wollten, dass der Iran seinen rechtmäßigen Platz in der Gemeinschaft der Nationen einnehme. Dieser Platz könne aber nicht mit Terror und Waffen erreicht werden, betonte Obama. In Teheran begrüßte ein Sprecher von Präsident Mahmud Ahmadinedschad die Erklärung Obamas. Ihr müssten aber Taten folgen. - Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana rief den Iran auf, Obamas Gesprächsangebot anzunehmen.

KABUL: Bei Kämpfen im Süden Afghanistans haben Soldaten der Regierungsarmee und der internationalen Truppen 30 Aufständische getötet. Wie die US-Armee in Kabul mitteilte, griffen die alliierten Truppen mit Luftunterstützung Stellungen der Rebellen an, nachdem diese eine Patrouille attackiert hätten. - Die afghanische Provinz Helmand ist eine Hochburg der radikal-islamischen Taliban.

CANBERRA: Australien wird nach den Worten von Ministerpräsident Kevin Rudd sein Truppenkontingent in Afghanistan nicht wie andere Länder erhöhen. Er denke, dass der gegenwärtige Einsatz mit rund 1.000 Mann genau richtig sei, sagte Rudd in einem Rundfunkinterview. Am Donnerstag war in Afghanistan der zehnte australische Soldat ums Leben gekommen. - In der kommenden Woche trifft Rudd in Washington mit US-Präsident Barack Obama zusammen, der für eine Aufstockung der internationalen Truppen in Afghanistan wirbt.

POTSDAM: Um die Sicherheit beim bevorstehenden NATO-Gipfel zu gewährleisten, werden die Kontrollen bei der Einreise nach Deutschland vorübergehend ausgeweitet. Wie die Bundespolizei in Potsdam mitteilte, werden alle Reisende von sofort an wieder an den deutschen Land- und Seegrenzen sowie auf den Flughäfen überprüft. Der Schengener Grenzkodex sehe diese Möglichkeit ausdrücklich vor, die Reisefreizügigkeit zwischen den EU-Mitgliedsstaaten einzuschränken. – Das NATO-Spitzentreffen soll am 3. und 4. April im französischen Straßburg sowie auf deutscher Seite in Baden-Baden und Kehl stattfinden.

JAUNDE: Papst Benedikt XVI. hat seinen dreitägigen Aufenthalt in Kamerun beendet und ist nach Angola, der zweiten und letzten Station seiner Afrika-Reise, weitergereist. Bei seiner Abschiedsrede auf dem Flughafen der Hauptstadt Jaunde rief das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche zum Einsatz gegen Armut, Ungerechtigkeit und Hunger auf. - In Angola wird Benedikt mit Politikern und den Bischöfen des Landes zusammentreffen. Zudem sind Messen unter freiem Himmel erwartet.

HOUSTON: Die Internationale Raumstation ISS hat ihr letztes Paar Sonnensegel erhalten. Astronauten der angedockten US-Raumfähre "Discovery" befestigten die autobusgroße Vorrichtung mit den gewaltigen Flügeln in einem mehr als sechsstündigen Außeneinsatz. Die rund 16 Tonnen schwere Vorrichtung soll die Energieversorgung der Raumstation komplettieren. Dies ist Voraussetzung, um die Langzeitbesatzung der ISS von jetzt drei Astronauten künftig dauerhaft auf sechs aufzustocken.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist freundlich und trocken, im Südosten bewölkt. An den Alpen und am Erzgebirge fällt etwas Schnee. Höchsttemperaturen zwei bis neun Grad.

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