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Nachrichten

Freitag, 20. Juni 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BRÜSSEL: Die EU-Staats- und Regierungschefs verzichten darauf, ein neues Zieldatum für die Ratifizierung des EU-Reformvertrags zu setzen. Vielmehr wollen sie sich im Oktober erneut mit der Frage befassen, wie es nach dem Nein der Iren zum Vertrag von Lissabon weitergehen soll. Dies geht aus dem Entwurf der Abschlusserklärung für das EU-Gipfeltreffen in Brüssel hervor. Ursprünglich sollte der Vertrag 2009 in Kraft treten. Nach Korrespondentenberichten soll in der Erklärung aber dazu aufgefordert werden, das Ratifizierungsverfahren für den Vertrag in den anderen EU-Staaten fortzusetzen. Tschechien hatte das zunächst abgelehnt, weil das Reformwerk dort sehr umstritten ist und derzeit vom Verfassungsgericht überprüft wird.

CARACAS: Die Kritik lateinamerikanischer Staaten an der neuen EU-Abschieberichtlinie nimmt zu. Nach Ecuador und Bolivien äußerten auch Venezuela und Paraguay ihren Unmut über die am Mittwoch vom EU-Parlament gebilligten Regelungen. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez drohte den EU-Staaten, die die Richtlinie befolgen, mit einem Lieferstopp für Erdöl. Fernando Lugo, der gewählte Staatschef Paraguays, erklärte, die neuen Bestimmungen würden Lateinamerika, das von der Freizügigkeit der Menschen träume, stärken. Auch Menschenrechtler übten Kritik. Die EU-Richtlinie sieht unter anderem eine Abschiebehaft für illegale Einwanderer von bis zu 18 Monaten und ein anschließendes Einreiseverbot von maximal fünf Jahren vor.

BRÜSSEL: Die EU-Staaten heben ihre Sanktionen gegen Kuba auf. Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner teilte am Rande des Gipfeltreffens in Brüssel mit, die Europäische Union wolle den politischen Wandel in dem Karibikstaat unter dem neuen Präsidenten Raoul Castro unterstützen. Der Schritt sei mit der Aufforderung verbunden, die Menschenrechtslage zu verbessern und politische Gefangene freizulassen. Die Lage in Kuba soll in einem Jahr überprüft werden. Die USA kritisierten die Entscheidung. Die Strafmaßnahmen, die ein Kontaktverbot zwischen EU-Vertretern und kubanischen Politikern bedeuteten, waren nach der Verhaftungswelle gegen Dissidenten im März 2003 verhängt und 2005 bereits ausgesetzt worden. Ihre Aufhebung muss formal noch durch einen Ministerratsbeschluss bestätigt werden.

HARARE: Der Generalsekretär der simbabwischen Oppositionspartei MDC, Tendai Biti, ist eine Woche nach seiner Festnahme offiziell angeklagt worden. Biti werden versuchter Umsturz, Verschwörung, Verbreitung falscher Informationen und Beleidigung des Präsidenten vorgeworfen. Er muss mit der Todesstrafe rechnen. Der Anwalt des Oppositionspolitikers sprach von gefälschten Unterlagen, auf die sich die Anklage stütze. - US-Außenministerin Condoleezza Rice forderte internationale Bemühungen für Simbabwe. Die Präsidentenstichwahl am 27. Juni zwischen Staatschef Robert Mugabe und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai werde weder frei noch fair ablaufen, sagte Rice vor afrikanischen Diplomaten und UN-Vertretern in New York.

BANGKOK: In der thailändischen Hauptstadt haben tausende Menschen den Rücktritt von Ministerpräsident Samak Sundaravej gefordert. Sie warfen Samak insbesondere vor, als Bevollmächtigter des früheren Regierungschefs Thaksin Shinawatra zu handeln. Thaksin war im September 2006 vom thailändischen Militär unter anderem unter dem Vorwurf der Korruption gestürzt worden. Im Februar dieses Jahres kehrte er aus dem Exil zurück. An den Protesten in Bangkok beteiligten sich nach unterschiedlichen Angaben bis zu 10.000 Menschen. Zahlreiche Demonstranten durchbrachen eine Polizeiabsperrung, um zu Regierungsgebäuden zu gelangen.

PEKING: China hat die staatlich kontrollierten Treibstoffpreise drastisch erhöht. Benzin und Diesel kosten je nach Qualität nun umgerechnet 58 bis 67 Euro-Cents pro Liter. Dies entspricht einer Steigerung von 16 bis 18 Prozent. Die oberste Wirtschaftslenkungsbehörde begründete die Erhöhung mit der wachsenden Kluft zwischen den künstlich niedrig gehaltenen Treibstoffpreisen in China und den immer höheren Rohölpreisen auf dem Weltmarkt. Viele Raffinerien mussten bereits die Produktion einstellen, weil sie die gestiegenen Kosten nicht an die Kunden weiter geben durften und deshalb nicht mehr profitabel arbeiten konnten.

BASEL: Erstmals seit zwölf Jahren steht eine deutsche Fußballmannschaft wieder im Halbfinale einer Europameisterschaft. Das Team von Trainer Joachim Löw besiegte am Donnerstag die Mannschaft aus Portugal im Baseler Stadion mit 3:2. Die Tore für Deutschland schossen Bastian Schweinsteiger, Miroslav Klose und Michael Ballack. Nach dem Sieg feierten in der Schweiz und in deutschen Städten Hunderttausende Fußballfans den Sieg. Größere Zwischenfälle wurden von der Polizei nicht gemeldet. Das deutsche Team tritt erst am kommenden Mittwoch wieder an. Dann spielt es in Basel gegen den Sieger aus der Partie Kroatien - Türkei. Das Spiel findet an diesem Freitag statt.

WASHINGTON: Nach dem Rückschlag für EADS bei der Vergabe eines Milliardenauftrags der US-Luftwaffe, hat ein US-Partner des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns den Bau eines Montagewerks auf unbestimmte Zeit verschoben. Der erste Spatenstich werde nicht wie geplant in der kommenden Woche stattfinden, teilte das Unternehmen Northrop Grumman mit. In dem geplanten Werk im Bundesstaat Alabama sollten die von EADS konstruierten Tankflugzeuge zusammengebaut werden. EADS hatte den Auftrag für 179 Maschinen bereits sicher. Am Mittwoch aber gab der US-Rechnungshof einer Beschwerde des Konkurrenten Boeing statt und empfahl den US-Streitkräften, ihre Entscheidung zu überprüfen. Der Großauftrag für EADS steht damit auf der Kippe.

WASHINGTON: Nach den schweren Überschwemmungen in den US-Bundesstaaten Iowa und Illinois wälzt sich die Flutwelle des Mississippis weiter südwärts und bedroht nun die Flussanrainer im Bundesstaat Missouri. Nördlich von St. Louis gab ein erster Schutzwall nach. Weiter im Norden, wo die Wassermassen wieder abfließen, wird langsam das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar. In dem Farmstaat Iowa sind ganze Ernten vernichtet. Die Schäden werden bereits jetzt auf weit mehr als drei Milliarden Dollar beziffert. Der Bundesstaat ist ein Zentrum des Mais- und Sojaanbaus. Viele Häuser und Bauernhöfe sind zerstört. Das Hochwasser hinterließ zudem Schlammschichten belastet mit Dünger und anderen Chemikalien.

PARIS: Frankreichs Filmemacher Jean Delannoy ist im Alter von 100 Jahren gestorben. Nach Angaben seiner Familie entschlief er bereits am Mittwochabend in seinem Haus im Südwesten von Paris. Bekannt wurde er durch die Verfilmung von 'Der Glöckner von Notre Dame' 1956. Delannoy führte auch Regie bei den Fällen von 'Kommissar Maigret'. Er arbeitete mit Schauspielern zusammen wie Jean Marais, Anthony Quinn, Gina Lollobrigida und Jean Gabin.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Ein Mix aus Sonne, Wolken und einzelnen Schauern. Tageswerte zwischen 17 und 25 Grad.

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