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Nachrichten

Freitag, 20. Juli 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag

KABUL: In Afghanistan haben sich die radikal-islamischen Taliban-Milizen zur jüngsten Entführung von zwei Deutschen und einer weiteren Gruppe von etwa 20 Südkoreanern bekannt. Im Gegenzug für die Freilassung der beiden verschleppten Deutschen forderte ein Vertreter der Aufständischen den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan und die Freilassung aller Taliban-Gefangenen. Das Auswärtige Amt in Berlin äußerte zuächst Zweifel an der Bekennerschaft. Die Gruppe der Koreaner, unter ihnen auch zahlreiche Frauen, wurde verschleppt, als sie mit einem Bus in der südlich von Kabul gelegenen Provinz Ghasni unterwegs war.

TEL AVIV: Israel hat wie vereinbart mehr als 250 palästinensische Häftlinge freigelassen. Busse brachten sie ins Westjordanland, wo sie Vertretern der Autonomiebehörde übergeben wurden. Die meisten Häftlinge gehören der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas an, keiner der radikal-islamischen Hamas oder dem Islamischen Dschihad. Mit der Freilassung will die israelische Regierung die Position von Abbas stärken. - Bei einem Treffen im portugiesischen Lissabon hatte zuvor das so genannte Nahost-Quartett Israelis und Palästinenser aufgefordert, sich dauerhaft um einen Frieden in der Region zu bemühen. Vor allem Palästinenserpräsident Abbas sagte die Vierergruppe aus Vereinten Nationen, Europäischer Union, Russland und den USA ihre Unterstützung zu.

PEKING: Die Sechs-Parteien-Gespräche über den endgültigen Stopp des umstrittenen nordkoreanischen Atomprogramms sind in der chinesischen Hauptstadt ohne einen konkreten Fahrplan für das weitere Vorgehen zu Ende gegangen. Die Delegation der USA, Chinas, Südkoreas, Japans und Russlands einigten sich auf eine neue Gesprächsrunde Anfang September, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet. Arbeitsgruppen sollen zuvor technische Fragen für eine Beseitigung der nuklearen Einrichtungen klären. Nordkorea fordert dafür ein Ende der internationalen Sanktionen, weitere Wirtschaftshilfen sowie eine Normalisierung der Beziehungen zu den USA.

MOSKAU: Der russische Präsident Wladimir Putin hat im Konflikt mit Großbritannien um die Ausweisung des mutmaßlichen Litwinenko-Mörders von einer Mini-Krise gesprochen. Er warne vor einer Überbewertung des Falls, sagte Putin. Am Donnerstag hatte der Kreml als Reaktion auf die Ausweisung von vier russischen Diplomaten durch Großbritannien vier britische Botschaftsangehörige des Landes verwiesen. Zudem setzte Moskau die Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus aus und stoppte die Visa-Ausstellung für britische Amtsträger. Großbritannien fordert die Auslieferung des russischen Geschäftsmanns Andrej Lugowoi, der laut Londoner Staatsanwaltschaft Ex-Geheimdienstagent Alexander Litwinenko im November 2006 mit dem Strahlengift Polonium 210 getötet haben soll. Der Kreml verweigert die Auslieferung.

WASHINGTON: Die USA haben damit gedroht, die Unabhängigkeit der serbischen Provinz Kosovo am Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vorbei durchzusetzen, sollte Russland dort weiterhin alle Resolutionen blockieren. Außenministerin Condoleeza Rice sagte, die US-Regierung fühle sich einem unabhängigen Kosovo verpflichtet. Auf dem einen oder auf dem anderen Weg werde man dorthin gelangen. Der UN-Sicherheitsrat will sich an diesem Freitag mit einem Vorschlag befassen, der weitere Gespräche zwischen Serbien und den Kosovo-Albanern über den künftigen Status vorsieht. Das Problem ist auch Gesprächsthema zwischen Außenminister Frank-Walter Steinmeier und seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow heute in Berlin.

BERLIN: In Deutschland finden an diesem Freitag mehrere Veranstaltungen zum 63. Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler statt. Zunächst legten Vertreter von Bundesrat und Bundeswehr im Hof der Gedenkstätte Bendlerblock einen Kranz nieder. Am Abend hält der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl beim traditionellen Gelöbnis der neuen Bundeswehr-Rekruten in Berlin eine Rede. Am 20. Juli 1944 hatten Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg und drei Mitverschwörer versucht, Hitler bei einer Lagebesprechung mittels einer Kofferbombe zu töten. Kurz nach dem fehlgeschlagenen Attentat wurden alle vier standrechtlich im Bendlerblock in Berlin erschossen.

BERLIN: Die Deutsche Bahn will nach eigenen Angaben alles tun, um einen Streik der Lokführer zu vermeiden. Ein Mitglied des Vorstands sagte, einzig auf die Forderung von 31 Prozent mehr Lohn könne man nicht eingehen. Es bleibe bei dem Angebot, 4,5 Prozent mehr zu zahlen. Auch die Gewerkschaft der Lokführer zeigte sich weiter gesprächsbereit. Die Gehaltsforderung sei noch verhandelbar, so ein Sprecher. Wichtig sei ein eigener Tarifvertrag. Bahnführung und Gewerkschaft hatten sich bei Verhandlungen am Donnerstag nicht auf einen neuen Vertrag einigen können. Am Montag will die Gewerkschaft eine Urabstimmung über einen Streik einleiten. Bis das Ergebnis vorliegt, voraussichtlich am 6. August, soll nicht gestreikt werden.

COLOMBO: In Sri Lanka sind bei neuen Kämpfen zwischen dem Militär und den nach Unabhängigkeit strebenden Tamilen-Rebellen zwölf Menschen getötet worden. Wie die Armee mitteilte, waren drei Soldaten unter den Todesopfern. Neun der Getöteten seien Aufständische gewesen. Es habe auch zahlreiche Verletzte bei dem Angriff der so genannten Befreiungstiger von Tamil Eelam etwa 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Colombo gegeben.

PARIS: Der Tschad hat der Stationierung von EU-Soldaten an der Grenze zur sudanesischen Krisenregion Darfur zugestimmt. Details des Einsatzes müssten aber noch besprochen werden, sagte Präsident Idriss Deby nach einem Treffen mit seinem französischen Kollegen Nicolas Sarkozy in Paris. Grundsätzlich sei es wichtig, dass die Europäische Union ein Kontingent entsende, um Einheimische und die 250.000 Darfur-Flüchtlinge zu schützen. Die Kämpfe in Darfur greifen immer öfter auch auf den Osten des Tschad über.

SAO PAULO: Nach dem Flugzeugunglück in der brasilianischen Millionenmetropole konzentrieren sich die Ermittler jetzt auf einen Pilotenfehler oder technische Mängel an der Maschine als Ursache für die Katastrophe. Nach örtlichen Fernsehberichten flog der Airbus A320 mit einer defekten Schubumkehr. Dies sei der Fluggesellschaft Tam bekannt gewesen, hieß es. Zunächst waren Schäden an der Rollbahn verantwortlich gemacht worden. Das Flugzeug war bei der Landung auf dem Stadtflughafen Congonhas über die Rollbahn hinausgeschossen und in ein Gebäude samt Tankstelle gerast. Alle 186 Menschen an Bord und weitere am Boden kamen ums Leben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zunächst noch weitgehend freundlich. Im Tagesverlauf Aufzug von Schauern und Gewittern. Schwülwarm bei 21 bis 33 Grad.

Am Mittag meldeten:

Hamburg: 22°, stark bewölkt;
Berlin: 24°, wolkig;
Dresden: 24°, leicht bewölkt;
Köln/Bonn: 24°, wolkig;
Frankfurt am Main: 26°, wolkig und
München: 28°, wolkenlos.

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