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Nachrichten

Freitag, 20. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag

BERLIN: Der Bundestag debattiert an diesem Freitag über den BND-Einsatz während des Irak-Kriegs 2003. Außenminister Frank-Walter Steinmeier will vor den Abgeordneten Stellung zur Tätigkeit zweier Agenten des Bundesnachrichtendienstes in Bagdad nehmen. Vor allem geht es um den Vorwurf der Opposition, die damalige Bundesregierung habe indirekt doch die USA unterstützt. FDP, Grüne und Linkspartei wollen die Angelegenheit durch einen Untersuchungsausschuss aufgeklärt haben. Uneins sind sie sich aber noch über dessen Auftrag. Die Unionsparteien schlugen inzwischen die Einsetzung eines Sonderermittlers vor. Seine Sitzung begann das Parlament mit einer Debatte über den Jahresbericht 2005 des Wehrbeauftragten, Reinhold Robbe. Dieser verlangte, dass die Bundeswehr nach jahrelangen Reformen und Auslandseinsätzen jetzt zur Ruhe kommen müsse.

BERLIN: Alle politischen Parteien in Deutschland haben die Drohung des französischen Staatschefs Jacques Chirac mit einem möglichen Einsatz von Atomwaffen kritisiert. Politiker von CDU/CSU, SPD und Grünen sprachen von nicht hilfreichen Äußerungen im aktuellen Konfliktfall mit dem Iran. FDP-Chef Guido Westerwelle und Grünen-Vizefraktionschef Jürgen Trittin forderten die Bundesregierung auf, den französischen Staatschef zur Zurückhaltung aufzurufen. Diese hatte nicht auf die Äußerungen Chiracs reagiert. Er hatte am Donnerstag in einer Rede unter Anspielung auf den Iran solchen Ländern mit Atomschlägen gedroht, die gegen Frankreich terroristische Mittel einsetzten.

NEW YORK: In der Auseinandersetzung um das iranische Atomprogramm hat sich UN-Generalsekretär Kofi Annan gegen eine sofortige Einschaltung des Weltsicherheitsrats ausgesprochen. Er rate den Iranern, eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Verhandlungen weitergehen könnten, sagte Annan. Er appellierte zugleich an Teheran, nicht weiter mit Atombrennstoffen zu forschen. Iran hatte damit jüngst wieder begonnen.

WASHINGTON: Die US-Regierung hat ein angebliches Angebot der Terrorgruppe El Kaida über eine Waffenruhe zurückgewiesen. Ein Sprecher des Präsidialamtes sagte, die USA verhandelten nicht mit Terroristen, sondern würden ihnen das Handwerk legen. Zuvor hatte der arabische Fernsehkanal Al Dschasira ein Tonband gesendet, das von El Kaida-Chef Osama bin Laden stammen soll. Auf der Aufnahme droht Bin Laden mit neuen Anschlägen in den USA, bot aber auch einen langfristigen Waffenstillstand unter bestimmten Bedingungen an. Aus Kreisen des US-Geheimdienstes CIA verlautete, die Aufnahme sei echt. Damit wäre sie das erste Lebenszeichen von Bin Laden seit 2004.

BEIRUT: Der neue UN-Chefermittler im Mordfall Hariri, Serge Brammertz, ist im Libanon eingetroffen. Brammertz sagte in Beirut für die Ermittlungen zur Ermordung des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri Objektivität zu. Der belgische Jurist ist Nachfolger des Berliner Oberstaatsanwalts Detlev Mehlis. Mehlis war nach sechsmonatigen Untersuchungen im Auftrag der Vereinten Nationen zu dem Schluss gekommen, dass ranghohe syrische und libanesische Geheimdienstbeamte an dem Attentat auf Hariri im Februar 2005 beteiligt waren.

NÜRNBERG: Die Mitarbeiter des AEG-Hausgerätewerks in Nürnberg streiken. Mit Beginn der Frühschicht versammelten sich mehrere hundert Beschäftigte vor den Werkstoren. Dort sagte der Vize-Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, bei einer Kundgebung, es werde so lange gestreikt, bis ein akzeptables Ergebnis für die Mitarbeiter erreicht sei. Die Gewerkschaft will einen Sozialtarifvertrag für die rund 1.700 Beschäftigten erreichen, da der Mutterkonzern Electrolux das Werk bis Ende 2007 schließen will.

BRASILIA: Die linksgerichteten Präsidenten von Brasilien, Argentinien und Venezuela haben bei ihrem Dreier-Gipfel den Bau eines Gasversorgungssystems für ganz Südamerika beschlossen. Das entsprechende Abkommen wurde von Luiz Inácio Lula da Silva, Néstor Kirchner und Hugo Chávez unterzeichnet. Dabei wurde auch eine gemeinsame Ausbeutung der Öl- und Gas-Vorkommen im Golf von San Jorge in Argentinien und im Orinoco-Becken in Venezuela vereinbart. Die Pipeline soll mehr als 8.000 Kilometern lang werden und durch ganz Südamerika führen. Der Bau dürfte zwischen 16 und 20 Milliarden Dollar kosten.

CAPE CANAVERAL: Die erste Sonde zum Planeten Pluto ist gestartet. Eine Atlas-5-Rakete hob mit zwei Tagen Verspätung vom Raumfahrt- Zentrum Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab. Die Sonde 'New Horizons' soll die fünf Milliarden Kilometer zum Pluto in neun Jahren zurücklegen. Ziel ist die Erforschung des äußersten Planeten des Sonnensystems und weiterer Himmelskörper des eisigen Kuiper- Gürtels. Das Projekt der US-Raumfahrtbehörde Nasa kostet etwa 700 Millionen Dollar. Pluto wurde 1930 entdeckt und ist der letzte noch nicht von Sonden erforschte Planet. Er ist ein Drittel kleiner als der Mond der Erde.

BUDAPEST: Beim Absturz einer slowakischen Militärmaschine vom Typ Antonow sind im Osten Ungarns mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Ein Sprecher der ungarischen Polizei sagte, nur ein Mensch habe das Unglück überlebt. Nach seinen Worten waren 45 Menschen an Bord. Die slowakische Regierung sprach von 43 Insassen. An Bord waren slowakische Soldaten der Kosovo-Schutztruppe KFOR. Die Soldaten waren auf dem Heimweg aus Pristina.

JAMMU: Bei einem Busunfall im indischen Teil Kaschmirs sind nach Angaben der Polizei mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen. Der Bus war in dem Unionsstaat Jammu-Kaschmir von der Fahrbahn abgekommen und in eine rund 120 Meter tiefe Schlucht gestürzt.

NEW YORK: Der amerikanische Soulsänger Wilson Pickett, der unter anderem durch den Song 'In the Midnight Hour' berühmt wurde, ist im Alter von 64 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Seine größten Hits feierte er in den 60ern. Pickett wurde in die so genannte 'Rock n Roll Hall of Fame' aufgenommen. 2004 trat er letztmals öffentlich auf.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nur im Süden schön, sonst meist stark bewölkt mit Regen, im Norden und Osten gefrierend. Tageswerte zwischen minus drei und plus neun Grad.