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Nachrichten

Freitag, 20. Februar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

STOCKHOLM: Der zum schwer angeschlagenen US-Konzern General Motors -GM- gehörende schwedische Automobilhersteller Saab hat Insolvenz angemeldet, will die Produktion aber fortsetzen. Eine Unternehmenssprecherin teilte mit, Saab habe bei Gericht den Antrag zu einer Neuorganisation der Marke als unabhängiges Unternehmen außerhalb des GM-Konzernverbundes gestellt. Als mögliche Rettung für Saab gilt nach Medienberichten zudem ein Zusammengehen mit der deutschen GM-Tochter Opel. Auch der deutsche Autobauer kämpft derzeit darum, im Falle einer Insolvenz des amerikanischen Mutterkonzerns nicht mitgerissen zu werden. Wie bei Saab gilt auch bei Opel ein Herauslösen aus dem GM-Konzern als eine mögliche Option, um die Zukunft der Marke zu sichern. - Saab beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen fährt seit Jahren hohe Verluste ein.

BERLIN: Der Bundesrat entscheidet an diesem Freitag in einer Sondersitzung über das größte Konjunkturpaket in der Geschichte der Bundesrepublik. Mit dem Aktionsplan der Bundesregierung sollen für 2009 und 2010 rund 50 Milliarden Euro bereitgestellt werden für Investitionen, Wirtschaftshilfen sowie Steuer- und Abgabensenkungen. Die Landesregierungen von CDU und SPD verfügen im Bundesrat aber nicht über die notwendige Mehrheit. Die Große Koalition ist somit auch auf Stimmen von Bundesländern mit einer Beteiligung von FDP, Grünen oder der Linkspartei angewiesen. Die FDP kündigte bereits Vorbehalte an. Für das ebenfalls zur Abstimmung stehende Gesetz zur teilweisen Umstellung der Kfz-Steuer auf den CO2-Ausstoß zeichnete sich keinerlei Mehrheit ab. Die Länder hatten den Entwurf am Donnerstag nicht gebilligt.

OTTAWA: Die USA und Kanada wollen beim Klimaschutz enger zusammenarbeiten. Das haben US-Präsident Barack Obama und der kanadische Ministerpräsident Stephen Harper in Ottawa vereinbart. Gemeinsam sollen besonders umwelt- und klimafreundliche Technologien zur Eindämmung der Treibhausgas-Emmissionen entwickelt werden. Die klimaschädliche Nutzung der riesigen Ölsandvorkommen in der kanadischen Provinz Alberta soll aber nicht gestoppt werden, wie nach der ersten Auslandsreise Obamas in Ottawa verlautete. Branchenexperten schätzen, dass Kanada mit der Extraktion von Öl aus Ölsand bis zu 175 Milliarden Barrel Öl produzieren kann. Damit hätte Kanada nach Saudi-Arabien die weltweit zweitgrößten Ölreserven.

ISLAMABAD: Bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Begräbnisfeier sind im Nordwesten Pakistans mindestens 20 Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei wurden mindestens 40 weitere Personen verletzt. Der Nordwesten Pakistans ist häufig Schauplatz schiitisch-sunnitischer Auseinandersetzungen.

SEOUL: US-Außenministerin Hillary Clinton und ihr südkoreanischer Amtskollege Yu Myung Hwan haben das kommunistische Nordkorea erneut vor weiteren Drohgebärden gewarnt. Es sei nicht hinnehmbar, dass Nordkorea weiter an der Entwicklung von Atomwaffen arbeite, betonten beide Minister auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Seoul. Sie drängten Nordkorea zur Rückkehr an den Verhandlungstisch bei den so genannten Sechs-Nationen Gesprächen. Kurz vor der Ankunft Clintons in Südkorea hatte die nordkoreanische Volksarmee nochmals kundgetan, sie sei zu einem Krieg gegen Südkorea bereit. Während ihres Besuches in Südkorea ernannte Clinton den früheren Botschafter Steven Bosworth zum US-Sondergesandten für Nordkorea. - Zum Abschluss ihrer ersten Reise als US-Außenministerin wird Clinton an diesem Freitag in China erwartet.

KRAKAU: Beim Treffen mit seinen NATO-Kollegen im polnischen Krakau will Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung für eine Normalisierung der Beziehungen zu Russland eintreten. Der Minister sagte, es gebe ein gemeinsames Sicherheitsinteresse, daher wäre es richtig, den Dialog im NATO-Russland-Rat wieder aufzunehmen, der seit dem Georgien-Krieg nur auf informeller Seite weitergeführt wurde. An diesem zweiten Tag ihres Treffens beraten die Verteidigungsminister auch über die Beziehungen des Nordatlantischen Bündnisses zu Georgien und der Ukraine. Hier bekräftigte Jung nochmals die Vorbehalte der Bundesregierung gegen einen baldigen Beitritt der beiden Länder zur NATO.

ANTANANARIVO: Bei neuen blutigen Ausschreitungen zwischen der Armee und Oppositionellen sind auf der Insel Madagaskar nach Medienberichten mindestens acht Zivilisten getötet worden. Wie örtliche Radiosender melden, eröffneten Soldaten das Feuer auf Demonstranten, die für mehrere Stunden in der Hauptstadt Antananarivo vier Ministerien besetzt hatten. Fernsehsender strahlten zudem Aufnahmen aus der Stadt Fianarantsoa im südlichen Hochland aus, auf denen gewaltsame Übergriffe der Armee gegen Zivilisten zu sehen waren. Zusammenstöße wurden auch aus der Hafenstadt Tamatave gemeldet. Der vor Afrikas Ostküste gelegene Inselstaat wird seit Dezember von einem erbitterten Machtkampf zwischen Präsident Marc Ravalomanana und seinem Rivalen Andry Rajoelina erschüttert.

BUENOS AIRES: Argentinien weist den britischen Bischof Richard Williamson aus. Die Regierung in Buenos Aires räumte ihm eine Frist von zehn Tagen ein, um das Land zu verlassen. Grund ist, dass Williamson den Massenmord an den Juden unter den Nationalsozialisten in Deutschland leugnet. Mit seinen Aussagen beleidige der Geistliche Argentinien, das jüdische Volk und die gesamte Menschheit, heißt es zur Begründung in einer offiziellen Erklärung des Innenministeriums. Die Aussagen Williamsons waren bekanntgeworden, als Papst Benedikt XVI. im Januar die Exkommunikation von vier fundamentalistischen Bischöfen der Pius-Bruderschaft aufgehoben und damit weltweite Proteste ausgelöst hatte.

BERLIN: In der Antarktis nimmt an diesem Freitag die deutsche Forschungsstation 'Neumayer III' offiziell ihren Betrieb auf. Das für 39 Millionen Euro in sieben Monaten errichtete Haus steht auf 16 beweglichen Stelzen, getragen vom 200 Meter dicken Ekström-Schelfeis. Der Platz reicht aus, um neun Menschen das Überwintern zu sichern. Im antarktischen Sommer können noch weitere Forscher hinzukommen. Sie sollen unter anderem Klimadaten und die Konzentration umweltschädlicher Gase messen, das Verbot von Nuklearversuchen mitüberwachen und bei der Erforschung von Walen helfen. 'Neumayer III' wird vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven betrieben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und zur Mitte Schnee oder Schneeregen, im Westen Regen. Richtung Osten meist trocken, aber kaum Auflockerungen. Höchstwerte zwischen minus 1 und 6 Grad.

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