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Nachrichten

Freitag, 2. Mai 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

LONDON: Bei der Kommunalwahl in England und Wales hat die regierende Labour-Partei von Premierminister Gordon Brown die schwersten Verluste seit 40 Jahren eingefahren. Nach Auszählung der meisten der 159 Wahlkreise kommt Labour laut Berichten der BBC auf 24 Prozent der Stimmen, noch einen Prozentpunkt hinter den Liberaldemokraten. Die oppositionellen Konservativen verbuchen rund 44 Prozent für sich. Ob Londons Bürgermeister Ken Livingstone weiter im Amt bleiben kann, wird erst am Abend Ortszeit bekannt sein. Er liegt fast gleichauf mit seinem konservativen Mitbewerber Boris Johnson. Die Labour-Vize-Vorsitzende Harriet Harman gestand die Wahlniederlage ein. Die Gründe für die herben Verluste müssten nun genau analysiert werden. Es war der erste Stimmungstest für den seit fast einem Jahr regierenden Brown.

LONDON: Die britische Hauptstadt London steht an diesem Freitag im Mittelpunkt zweier Außenminister-Treffen. Zunächst kommen die Außenminister des Nahost-Quartetts zusammen, um über die Entwicklung in der Region sowie über Hilfe für die Palästinenser zu beraten. Anschließend beraten die Außenminister der fünf ständigen Weltsicherheitsratsstaaten sowie Deutschlands über das weitere Vorgehen im Atomstreit mit dem Iran. US-Außenministerin Condoleezza Rice warnte Israel vorab, den Ausbau jüdischer Siedlungen in den besetzten Palästinensergebieten fortzusetzen. Im Atomkonflikt mit dem Iran gehe sie davon aus, dass dieser an einer Rückkehr an den Verhandlungstisch nicht interessiert sei. Nach Angaben von Diplomaten wollen die Minister ein neues Angebot ausarbeiten.

HONGKONG: Nach einer Tour durch 20 Staaten der Welt ist die olympische Fackel auf chinesischem Boden eingetroffen. Sie wurde am Flughafen von Hongkong von Gouverneur Donald Tsang in Empfang genommen; anschließend startete der Lauf durch die Straßen der Stadt. Am Rande des Laufs kam es zu Rangeleien zwischen pro- und anti-chinesischen Gruppen. Etwa 20 Menschen wurden festgenommen. In mehreren Staaten hatte es zuvor während des Fackellaufs zum Teil gewalttätige Proteste gegen die Tibet-Politik der chinesischen Regierung gegeben. Die Route der Fackel durch China führt auch durch Tibet.

ANKARA: Die türkische Luftwaffe hat nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu in der Nacht zum Freitag erneut Lager der kurdischen Separatistenorganisation PKK im Nordirak bombardiert. Rund 30 Kampfjets seien im Einsatz. Die Angriffe richteten sich gegen führende Mitglieder der PKK in der Region Kandil und fänden weitab jeglicher zivilen Ansiedlungen statt. Die Türkei hat schon mehrfach PKK-Stellungen im Nachbarland angegriffen, wo deren Kämpfer Unterschlupf suchen. - Die auch von der Europäischen Union verbotene Kurdische Arbeiterpartei kämpft seit 1984 für einen eigenen kurdischen Staat im Südosten der Türkei. In dem Konflikt starben seidem fast 40.000 Menschen.

BERLIN: Die Große Koalition streitet weiter über die Einführung von Mindestlöhnen. Unionsfraktionschef Volker Kauder sagte der 'Bild'-Zeitung, dass CDU und CSU Mindestlöhnen in der Zeitarbeits-Branche nicht zustimmen werden. SPD und Gewerkschaften hatten diese ins Zentrum ihrer Forderungen bei den Kundgebungen am 1. Mai gestellt. Mit Mindestlöhnen bei der Zeitarbeit würden vielen Menschen neue Beschäftigungschancen genommen, begründete Kauder seine Ablehnung. Bisher haben acht weitere Branchen ihre Aufnahme ins so genannte Arbeitnehmer-Entsendegesetz beantragt, darunter auch die Leih- und Zeitarbeit. Die Union bezweifelt allerdings, ob diese die Bedingungen dafür erfüllt.

HAMBURG: Am Rande von Aufmärschen Rechtsextremer in Nürnberg und Hamburg ist es zu teils heftigen Zusammenstößen zwischen Gegendemonstranten und der Polizei gekommen. Die Zahl der Rechtsextremen wurde mit jeweils etwa 1.500 angegeben, die der Gegendemonstranten mit je knapp 10.000. In Hamburg gingen mehrere Autos in Flammen auf, darunter auch Polizeifahrzeuge. In der Nacht zu diesem Freitag flammten nochmals Krawalle auf, als Linksautonome Polizisten mit Feuerwerkskörpern und Steinen angriffen. Auch in Berlin, wo es in den vergangenen Jahren rund um den 1. Mai immer wieder schwere Ausschreitungen linker Gruppen gegeben hatte, kam es nach einem weitgehend friedlichen Feiertag am Abend doch noch zu den befürchteten Gewaltausbrüchen im Stadtteil Kreuzberg. - In Berlin, Hamburg und Nürnberg wurden insgesamt etliche hundert Randalierer festgenommen.

FRANKFURT AM MAIN: Das letzte Mitglied des innersten Kreises der Hitler-Attentäter vom 20. Juli 1944, Philipp Freiherr von Boeselager, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Boeselager hatte damals als junger Offizier den Sprengstoff besorgt. Er hatte bereits 1943 ein Attentat auf Hitler versucht. Boeselager blieb in beiden Fällen unentdeckt. Keiner der Mitverschwörer hatte ihn verraten, auch nicht unter Folter.

DÜSSELDORF: Im nordrhein-westfälischen Oberhausen haben die 54. Internationalen Kurzfilmtage begonnen. Bis zum 6. Mai zeigt das weltweit bedeutendste Festival seiner Art über 430 kurze Produktionen aus 80 Ländern. Davon konkurrieren rund 130 Filme um Preisgeld von insgesamt 38.500 Euro. Um den politischen Film nach den Anschlägen des 11. September 2001 geht es in dem Programm "Grenzgänger und Unruhestifter". Dazu zählen Themen wie Widerstand, Verbrechen und Kolonialisierung. Ein zweiter Themenblock der Kurzfilmtage befasst sich mit Geschichte und Autorität.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zunächst vielerorts heiter. In der zweiten Tageshälfte örtlich Schauer und Gewitter. Die Höchsttemperaturen reichen von 13 bis 18 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 11 Grad, heiter,

Berlin: 13 Grad, wolkenlos,

Dresden: 12 Grad, fast wolkenlos,

Köln/Bonn: 11 Grad, heiter,

Frankfurt am Main: 11 Grad, leicht bewölkt und

München: 12 Grad, wolkig

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