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Nachrichten

Freitag, 19. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON/ FRANKFURT AM MAIN: Die US-Regierung arbeitet angesichts eskalierender Turbulenzen an den Finanzmärkten an einem umfassenden Rettungsplan. Nach einem Krisentreffen mit Präsident George W. Bush informierten Finanzminister Henry Paulson und der Chef der Notenbank Fed, Ben Bernanke, den Kongress über das Vorhaben. Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer US-Medien ist eine vom Staat organisierte Zweckgesellschaft geplant, in die Finanzinstitute ihre faulen Kredite und riskanten Wertpapiere auslagern könnten. Dies würde die Bilanzen der Banken von Belastungen befreien und ihnen einen normalen Geschäftsbetrieb ermöglichen. Bereits erste Gerüchte über diese Notpläne hatten die Kurse an der Wall Street nach oben getrieben. Hoffnung auf US-Hilfen und die weltweite Intervention der großen Zentralbanken sorgten auch an den Börsen Asiens und Europas für deutlichen Aufwind.

BERLIN: Die Überweisungspanne bei der staatseigenen Förderbank KfW hat personelle Konsequenzen. Zwei Vorstandsmitglieder und ein Bereichsleiter seien vom Dienst suspendiert worden, teilte der Verwaltungsratsvorsitzende und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos nach einer Krisensitzung in Berlin mit. Die KfW hatte der Investmentbank Lehman Brothers noch rund 300 Millionen Euro überwiesen, obwohl die Pleite der US-Bank bereits absehbar war. Auch auf die deutschen Landesbanken dürften nach Presseberichten neue Abschreibungen in Milliardenhöhe zukommen. -- Im Fall der KfW-Panne warf der FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms Finanzminister Peer Steinbrück Versagen vor. Solms sagte der Deutschen Welle, als Konsequenz solle die KfW unter Aufsicht der Bundesbank und der Finanzaufsicht BaFin gestellt werden.

TEL AVIV: In Israel zeichnen sich für die neue Vorsitzende der Kadima-Partei, Zipi Livni, schwierige Koalitionsverhandlungen ab. Die orthodoxe Schas-Partei will sich an der künftigen Regierung nur beteiligen, wenn beim Status von Ost-Jersualem keine Zugeständnisse an die Palästinenser gemacht werden. Parteichef Eli Jischai forderte zudem mehr Familienförderung, was Livni bislang abgelehnt hatte. Sie war am Mittwoch nur knapp zur neuen Parteichefin gewählt worden und hatte sofort mit den Sondierungsgesprächen begonnen. --- Auch ihre eigene Partei streitet über den Kurs gegenüber den Palästinensern. Oppositionsführer Benjamin Netanjahu drängt auf Neuwahlen.

LA PAZ: Eine Woche nach der Ausweisung des Botschafters der USA aus Bolivien hat der linksgerichtete Präsident Evo Morales die Bedeutung guter Beziehungen zu Russland gewürdigt. Er bedauere, dass seine Regierung die Kontakte zu Moskau nicht schon vor zwei Jahren ausgebaut habe. Deshalb sei es an der Zeit, dies nachzuholen. Unterdessen vereinbarten Vertreter Boliviens mit dem russischen Staatskonzern Gazprom und der französischen Total, umfangreiche Erdgasvorkommen im Südosten des Landes zu erschließen. – Im innerbolivianischen Streit über die künftige Verteilung von Steuern aus der Erdgas- und Ölförderung hatten am Donnerstag Morales und die konservative Opposition Gespräche aufgenommen.

WASHINGTON: US-Außenministerin Condoleezza Rice hat die russische Politik scharf kritisiert. Es ergebe sich ein Bild, das Russland im Inneren zunehmend autoritär und nach außen zunehmend aggressiv zeige, sagte Rice in einer Rede vor der Stiftung "German Marshall Fund". Hingegen schlug der russische Präsident Dmitri Medwedew im Streit mit den USA über den Kaukasus-Konflikt versöhnliche Töne an. In Moskau sagte Medwedew, die bilateralen Beziehungen könnten repariert werden, wenn der gesunde Menschenverstand sich gegenüber dem Kalten-Kriegs-Denken durchsetze.

SEOUL: Nordkorea will nach Informationen der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap seinen umstrittenen Atomreaktor Yongbyon wieder in Betrieb nehmen. Der Neustart der Anlage werde derzeit vorbereitet, zitierte Yonhap einen nordkoreanischen Atomunterhändler. - Nordkorea ist verärgert, weil die USA das kommunistische Land nicht von ihrer Liste so genannter Schurkenstaaten gestrichen haben. Ein solcher Schritt war im Rahmen der Gespräche über die Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms vorgesehen gewesen.

HARARE: In Simbabwe ist es Regierung und bisheriger Opposition nicht gelungen, sich auf die Verteilung der Ministerposten in der geplanten gemeinsamen Koalitionsregierung zu verständigen. Die Verhandlungen seien ergebnislos unterbrochen worden, hieß es. Die Partei von Staatspräsident Robert Mugabe habe alle Schlüsselministerien für sich beansprucht, kritisierte die 'Bewegung für Demokratischen Wandel'. Nach monatelangem politischen Chaos hatten sich Mugabe und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai auf eine Machtteilung geeinigt. Ein Anfang der Woche unterzeichnetes Abkommen sieht vor, dass Mugabe zwar Staatschef bleibt, einen Teil seiner Kompetenzen aber an den designierten Regierungschef Tsvangirai abgeben muss.

PEKING/ BRÜSSEL: Der Skandal um verseuchte Babymilch in China weitet sich aus, immer neue Details werden bekannt. Wie die Regierung bestätigte, wurde Melamin nun auch in Frischmilch nachgewiesen. Die Pekinger Behörde für Qualitätskontrolle meldete, bei staatlichen Tests in Großmolkereien seien zehn Prozent der Proben mit der giftige Chemikalie verunreinigt gewesen. Drei führende Hersteller wurden aufgerufen, ihre Produkte aus den Regalen zurückzurufen. Vertreter der Europäischen Union appellierten an China, die Affäre vollständig aufzuklären. --- In der Volksrepublik sind mehr als 6.300 Kleinkinder an Nierensteinen erkrankt, weil sie mit Melamin versetztes Milchpulver bekommen hatten. Vier Säuglinge waren gestorben.

ZUM SPORT: In den Erstrunden-Hinspielen des Fußball-UEFA-Cups verlor Borussia Dortmund gegen Udinese Calcio 0:2. Bundesliga-Spitzenreiter Hamburger SV musste sich mit einem enttäuschenden 0:0 gegen den rumänischen Außenseiter Unirea Urziceni zufriedengeben. Der VfB Stuttgart konnte hingegen beim bulgarischen Verein Cherno More Warna 2:1 gewinnen. Der VfL Wolfsburg setzte sich 1:0 gegen Rapid Bukarest durch. Die Rückspiele finden Anfang Oktober statt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten und Nordwesten zum Teil stark bewölkt, an der Ostsee ist Regen möglich. Im Westen und Süden scheint länger die Sonne. Maximal 14 bis 17 Grad.

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