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Nachrichten

Freitag, 19. Oktober 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

LISSABON: Nach zähem Ringen haben die EU-Staats- und Regierungschefs den Weg für eine umfassende Reform der Europäischen Union freigemacht. Bei ihrem Gipfel in Lissabon verständigten sie sich auf einen neuen Grundlagenvertrag, der die gescheiterte EU-Verfassung ersetzt. Der Grundlagenvertrag soll sicherstellen, dass die Europäische Union handlungsfähig bleibt. Der Durchbruch wurde nach Zugeständnissen an Polen und Italien erzielt. So wurde Polen mehr Einfluss im Ministerrat zugestanden; Italien erhält im Europa-Parlament einen Sitz mehr als ursprünglich geplant. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die Einigung als großen Erfolg. Am Vormittag wurde der Gipfel mit Beratungen über die Herausforderungen der Globalisierung fortgesetzt.

ISLAMABAD: Nach dem verheerenden Selbstmord-Anschlag auf den Konvoi der ehemaligen pakistanischen Regierungschefin Benazir Bhutto hat Staatspräsident Pervez Musharraf die Bevölkerung zur Ruhe aufgerufen. Seine Regierung werde alles unternehmen, die Drahtzieher zu fassen und hart zu bestrafen, versicherte Musharraf. Bei dem Anschlag in der Hafenstadt Karatschi waren mehr als 130 Menschen getötet und mehrere hundert verletzt worden. Bhutto selbst blieb unversehrt. Die Kontrahentin Musharrafs war am Donnerstag nach acht Jahren im Exil nach Pakistan zurückgekehrt, wo ihr zehntausende Anhänger einen triumphalen Empfang bereiteten. Extremisten hatten damit gedroht, die frühere Premierministerin zu ermorden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Anschlag in scharfer Form. Zugleich forderte er alle politischen Kräfte des Landes zur Zusammenarbeit auf.

WASHINGTON: Nach dem Durchbruch im Atomstreit mit Nordkorea soll die Nuklearanlage in Yongbyon schon bald demontiert werden. Die Arbeiten könnten in etwa drei Wochen beginnen, teilte ein Sprecher des US-Außenministeriums mit. Auf diesen Zeitplan hätten sich Vertreter beider Länder verständigt. Nordkorea hatte sich Anfang Oktober im Rahmen der so genannten Sechs-Nationen-Gespräche bereit erklärt, die umstrittene Anlage zu beseitigen. Als Gegenleistung erhält der kommunistische Staat umfangreiche Wirtschafts- und Energiehilfen.

PEKING: China hat sich gegen jegliche Verknüpfung der Olympischen Spiele 2008 mit politischen Fragen gewandt. Es sei unangemessen, die Spiele in Peking mit politischen Anliegen zu verbinden oder deswegen zu boykottieren, sagte der Vizepräsident des Organisationskomitees, Liu Jingmin. Die Volksrepublik stockte unterdessen ihr offizielles Olympia-Budget auf zwei Milliarden Dollar auf. Das zusätzliche Geld werde vor allem für Sicherheitsmaßnahmen benötigt, heißt es.

QUITO: Ecuador hat seine Wiederaufnahme in die Organisation Erdöl exportierender Staaten beantragt. Das bestätigte das Außenministerium des südamerikanischen Landes. Staatspräsident Rafael Correa will bereits an der nächsten OPEC-Sitzung Mitte November in Saudi-Arabien teilnehmen. Ecuador hatte die OPEC vor fast 15 Jahren verlassen, weil es seine Forderung nach einer Erhöhung der Förderquote nicht durchsetzen konnte. Das Land erzielt den wichtigsten Teil seiner Einnahmen aus der Erdöl-Förderung.

NEW YORK: Der Ölpreis ist auf einen neuen Rekordstand geklettert. Im elektronischen Handel in New York mussten für ein Barrel erstmals mehr als 90 US-Dollar gezahlt werden. Der steigende Rohölpreis ist vor allem auf die wachsende Nachfrage zurückzuführen. Zudem machen sich geopolitische Einflüsse wie zuletzt die Zustimmung des türkischen Parlaments zu einer Militäroffensive gegen kurdische Rebellen im Nordirak bemerkbar.

PARIS: In Frankreich kommt es streikbedingt weiter zu erheblichen Behinderungen im Nah- und Fernverkehr der Bahn. Wie schon am Donnerstag fielen auch am Freitagmorgen und am Vormittag zahlreiche Züge aus. Eigentlich sollten die Arbeitsniederlegungen nach 24 Stunden zu Ende gehen. Zwei kleinere Gewerkschaften hatten jedoch beschlossen, den Streik zu verlängern. Hintergrund ist das Vorhaben der Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy, die Frühverrentung von Staatsbediensteten abzuschaffen.

BANGKOK: Der mutmaßliche kanadische Kinderschänder Christopher Paul Neil ist im Norden Thailands festgenommen worden. Das teilte die thailändische Polizei mit. Der als Lehrer arbeitende Neil war weltweit von Interpol gesucht worden, nachdem er mehr als 200 Fotos von sich ins Internet gestellt hatte, auf denen er kleine Jungen sexuell missbraucht. Sein Gesicht hatte er dabei verfremdet. Mit Hilfe des Bundeskriminalamtes konnte es rekonstruiert werden. Ermittlungen ergaben, dass er in Thailand eingereist war. Neil soll noch im Tagesverlauf nach Bangkok überstellt werden.

JOHANNESBURG: Vor den Augen seiner Familie ist der auch international bekannte südafrikanische Reggae-Star Lucky Dube in Johannesburg ermordet worden. Unbekannte schossen auf ihn, als er seinen Sohn im Zentrum der Stadt absetzte. Dube erhielt zahlreiche in- und ausländische Musikpreise und trat bei internationalen Benefiz-Konzerten auf, unter anderem 1992 beim WOMAD-Festival an der Seite von Peter Gabriel. In Südafrika zählt er neben Miriam Makeba und Johnny Clegg zu den populärsten Musikern.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt, im Westen und Südwesten länger heiter; in den Höhenlagen der Gebirge ab 600 bis 800 Meter Schnee. Tageswerte bei kühlen fünf bis 12 Grad.

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