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Nachrichten

Freitag, 19. Januar 2007

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

BERLIN: Das Orkantief 'Kyrill' hat in Deutschland und in Europa Schäden in Millionenhöhe verursacht. Mehr als 30 Menschen kamen ums Leben, davon zehn in Deutschland. Der Orkan erreichte Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometer. Dächer wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt und Strommasten umgeknickt. Inzwischen hat sich der Sturm abgeschwächt. Die Behörden haben die Unwetterwarnungen teilweise aufgehoben. Die befürchtete Sturmflut in Norddeutschland blieb aus. Aufräumarbeiten laufen im ganzen Land auf Hochtouren. Der durch den Orkan lahmgelegte Bahnverkehr in Deutschland normalisiert sich nur langsam. Zahlreiche Bahnstrecken sind wegen umgestürzter Bäume und abgerissener Oberleitungen nicht befahrbar. Der neue Berliner Hauptbahnhof bleibt nach dem Absturz eines tonnenschweren Stahlträgers gesperrt.

MÜNCHEN: Nach seiner Rücktrittsankündigung will CSU-Chef Edmund Stoiber mit Spitzenpolitikern seiner Partei zusammentreffen und über seine Nachfolge sprechen. Für den CSU-Vorsitz wollen der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber und Bundesagrarminister Horst Seehofer kandidieren. Bayerns Innenminister Günther Beckstein ist bisher als einziger für das Amt des Ministerpräsidenten im Gespräch. Stoiber hatte nach wochenlagem Machtkampf am Donnerstag angekündigt, er werde zum 30. September sein Amt als Regierungschef aufgeben und nicht erneut als CSU-Vorsitzender kandidieren.

BERLIN: Der Bundestag debattiert zur Stunde über den möglichen Einsatz von Tornado-Aufklärungsflugzeugen im Süden Afghanistans. Die Opposition erwartet von der Bundesregierung eine Antwort auf die Frage, ob sie einer entsprechenden Anforderung der Nato nachkommen will. Offen ist auch, ob es für den Einsatz ein neues Mandat des Bundestages geben soll. Vor allem Vertreter der Linksfraktion sind der Meinung, dass es durch den Einsatz zu einer Vermischung der internationalen ISAF-Mission in Afghanistan mit dem Anti-Terror-Einsatz 'Enduring Freedom' komme. Ähnliche Befürchtungen äußerte auch die FDP.

BASRA: US-Verteidigungsminister Robert Gates ist in der südirakischen Stadt Basra eingetroffen. Bei seinem zweiten Besuch im Irak seit Amtsantritt wollte er mit britischen und amerikanischen Kommandeuren über die Lage beraten. Großbritannien hat rund 7.000 Soldaten vor allem im Süden des Landes stationiert und stellt damit nach den USA das zweitgrößte ausländische Truppenkontingent im Irak.

WASHINGTON: Der Wiederaufbau im Irak wird neben der Gewalt auch durch Missmanagement und schlechte Haushaltsplanung verzögert. Versäumnisse und Fehlplanungen der irakischen Regierung hätten dazu geführt, dass mehr als sechs Milliarden Dollar nicht wie vorgesehen in Infrastrukturprojekte investiert worden seien, sagte der Präsident des amerikanischen Rechnungshofes, David Walker. Vor einem Kongressausschuss in Washington kritisierte Walker weiter, vor allem in den wichtigen Bereichen Sicherheit, Stromversorgung und Öl gebe es keine Fortschritte im Irak.

LONDON: Die USA wollen den geplanten Dreiergipfel mit dem israelischen Regierungschef Ehud Olmert und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas noch vor Mitte Februar stattfinden lassen. Bis dahin werde es intensive diplomatische Bemühungen geben, sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice in London. Rice hatte zuvor mit Kanzlerin Angela Merkel in Berlin gesprochen. Die Kanzlerin bekräftigte dabei, die EU werde im Rahmen des internationalen Nahost-Quartetts ihren Beitrag zur Wiederbelebung des Friedensprozesses leisten.

JERUSALEM: Israel will dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas 100 Millionen Dollar an bislang eingefrorenen Steuereinnahmen überweisen. Ein Regierungssprecher sagte, damit sollten die moderaten Kräfte innerhalb der palästinensischen Führung gestärkt werden. Die Zahlungsanweisung soll noch an diesem Freitag erfolgen. Insgesamt hat Israel mehr als 500 Millionen Dollar palästinensischer Steuergelder eingefroren, um sicherzustellen, dass dieses Geld nicht der radikalen Hamas-Regierung zugute kommt. Israels Vize-Verteidigungsminister Ephraim Sneh sagte, er halte einen Friedensvertrag mit den Palästinensern binnen zwei Jahren für möglich.

SEOUL: Die Sechs-Nationen-Verhandlungen über das Atomprogramm Nordkoreas werden möglicherweise schon Anfang Februar wieder aufgenommen. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap zitiert einen Diplomaten, wonach die dreitägigen Sondierungsgespräche zwischen US-Chefunterhändler Christopher Hill und seinem nordkoreanischen Kollegen Kim Kye Gwan vielversprechend verlaufen sein sollen. Die beiden Politiker hatten sich in der deutschen Hauptstadt Berlin getroffen. Hill wird an diesem Freitag in Südkorea das weitere Vorgehen erörtern. Das nordkoreanische Außenministerium teilte ohne nähere Angaben mit, in Berlin sei eine Vereinbarung getroffen worden. Die letzte Atom-Gesprächsrunde war im Dezember ohne Fortschritte beendet worden.

WIEN: Der Iran steht nach Einschätzung westlicher Diplomaten vor der Ausweitung seiner umstrittenen Urananreicherung. Die dortigen Fachleute seien bereit, 3.000 Zentrifugen in ihrer Atomanlage in Natans zu installieren, hieß es in Wien unter Berufung auf Untersuchungsergebnisse von UN-Inspektoren. Damit wurden die bisherigen Ankündigungen der Teheraner Führung erstmals von unabhängiger Seite bestätigt.

BERLIN: Bundesagrarminister Horst Seehofer und Bauernpräsident Gerd Sonnleitner haben mit dem traditionellen Politikerrundgang die 72. Internationale Grüne Woche für das Publikum freigegeben. In diesem Jahr sind bei der weltgrößten Schau der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Berlin Bio-Energie, nachwachsende Rohstoffe und der boomende Biomarkt Schwerpunktthemen. Bis zum 28. Januar zeigen 1.600 Aussteller aus 56 Ländern ein internationales Angebot.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nachlassender Wind. Von Baden bis Südbayern kräftiger Regen, sonst wechselnd wolkig. Vor allem im Nordosten Schauer. Tageshöchstwerte zwischen acht und vierzehn Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 6 Grad, Regen; Berlin: 6 Grad, wolkig; Dresden: 6 Grad, nach Regen; Köln/Bonn und Frankfurt am Main: 10 Grad, leichter Regen und München: 10 Grad, stark bewölkt.

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