1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Freitag, 19. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

SANAA: Die drei im Jemen entführten Deutschen sind nach Angaben eines jemenitischen Regierungsvertreters wieder frei. Sie befänden sich in der Obhut der jemenitischen Regierung und sollten noch an diesem Freitag in die Hauptstadt Sanaa gebracht werden. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte dies zunächst nicht. Die drei Deutschen, eine im Jemen arbeitende Entwicklungshelferin und ihre Eltern, waren am Sonntag bei einem Ausflug in der Region El Bajda verschleppt worden. Die Kidnapper hatten die Freilassung zweier Stammesmitglieder erzwingen wollen, die wegen einer früheren Entführung inhaftiert sind. Außerdem verlangten sie eine Entschädigung für ein enteignetes Grundstück.

BERLIN: Der Bundestag hat mit großer Mehrheit den Einsatz der Marine gegen Piraten am Horn von Afrika beschlossen. In namentlicher Abstimmung gaben die Abgeordneten eine Fregatte und bis zu 1.400 Soldaten frei für die Abschreckung und Bekämpfung der Seeräuberei im Rahmen der EU-Mission 'Atalanta'. Mit dem zunächst einjährigen Militäreinsatz soll auch die Hilfe für die notleidende Bevölkerung in Somalia gesichert werden. Die Fregatte 'Karlsruhe' der deutschen Marine befindet sich bereits im Einsatzgebiet und kann nach der Zustimmung des Bundestages sofort ihre Mission starten.

BERLIN: Trotz des anhaltenden Widerstands der Opposition und zahlreicher Verbände hat der Bundesrat das umstrittene BKA-Gesetz gebilligt. Die Entscheidung fiel allerdings mit knapper Mehrheit. Damit werden dem Bundeskriminalamt erweiterte Befugnisse bei der Terrorismusabwehr eingeräumt. Das von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble vorgelegte Gesetz war im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat nochmals geändert worden. Der Kompromiss sieht unter anderem vor, dass heimliche Online-Durchsuchungen von Computern Verdächtigter auch bei Gefahr im Verzug von einer vorherigen richterlichen Genehmigung abhängig gemacht werden sollen.

KARLSRUHE: Der frühere RAF-Terrorist Christian Klar ist wieder auf freiem Fuß. Wie sein Anwalt mitteilte, verließ der 56-Jährige nach 26 Jahren im Gefängnis die Justizvollzugsanstalt Bruchsal. Das Oberlandesgericht Stuttgart hatte Ende November entschieden, dass Klar nach Ablauf seiner Mindesthaftzeit zum 3. Januar 2009 auf Bewährung entlassen werden muss. Die Richter sahen keine Rückfallgefahr mehr.

WASHINGTON: Einen Monat vor Amtsantritt des gewählten US-Präsidenten Barack Obama hat das Pentagon erste Schritte zur Schließung des umstrittenen Gefangenenlagers Guantánamo auf Kuba eingeleitet. Verteidigungsminister Robert Gates, der unter Obama im Amt bleiben wird, habe eine entsprechende Prüfung in Auftrag gegeben, verlautete aus Washington. Obama hatte die Schließung des weltweit kritisierten Lagers zu einem seiner ersten politischen Ziele erklärt.

BERLIN: Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat die Weitergabe von deutschen Geheimdienst-Erkenntnissen während des Irak-Krieges an die USA verteidigt. Vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages setzte er sich wie sein Vorgänger Joschka Fischer gegen Vorwürfe zur Wehr, die ehemalige rot-grüne Bundesregierung habe sich entgegen ihrer offiziellen Ablehnung insgeheim am Krieg beteiligt. Steinmeier gestand aber zu, dass Informationen von zwei BND-Agenten in Bagdad auch die Lagebilder der US-Militärs beeinflusst hätten. Politiker von CDU und CSU stellten die Glaubwürdigkeit Steinmeiers in Frage. Der SPD-Kanzlerkandidat sprach indessen von vorgezogenem Wahlkampf.

GAZA-STADT: An diesem Freitagmorgen ist offiziell die sechsmonatige Waffenruhe zwischen Israel und militanten Palästinensergruppen zu Ende gegangen. Die Feuerpause war im Juni von Ägypten vermittelt worden. Nun gibt es Befürchtungen vor neuen Gewaltausbrüchen. Die radikal-islamische Hamas und drei weitere Palästinenserfraktionen hatten am Donnerstag mitgeteilt, die Waffenruhe werde nicht verlängert.

RABAT: Wegen der Beteiligung an den Bombenanschlägen von Madrid im März 2004 ist ein Marokkaner in seinem Heimatland zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Haftstrafe für den 31-jährigen Abdelilah Ahriz gefordert. Ihm wurde unter anderem die Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe vorgeworfen, die für die Anschläge auf die Pendlerzüge in der spanischen Hauptstadt verantwortlich sein soll. Bei den Anschlägen waren 191 Menschen getötet und etwa 1.800 verletzt worden.

TOKIO: Im Zuge des konjunkturellen Abschwungs hat die Bank von Japan ihre Leitzinsen von 0,3 auf 0,1 Prozent gesenkt. Unter Marktbeobachtern war der Schritt erwartet worden, nachdem die US-Notenbank am Dienstag bereits die Zinsen auf faktisch Null gesenkt hatte. Außerdem beschlossen die japanischen Währungshüter weitere Maßnahmen, um die Lage am Kreditmarkt zu entspannen.

WASHINGTON: Der zentrale Informant in der Watergate-Affäre, Ex-FBI-Vizechef Mark Felt, ist mit 95 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Familie. 33 Jahre lang hatte Felt es für sich behalten, dass er unter dem Pseudonym "Deep Throat" die Reporter der "Washington Post" mit entscheidenden Informationen über die Watergate-Affäre versorgt hatte. Diese führten schließlich zum unrühmlichen Abgang des republikanischen Präsidenten Richard Nixon 1974. Erst 2005 hatte Felt seine Rolle in dem Skandal preisgegeben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist regnerisch-trüb bei maximal ein bis acht Grad. An der Küste Aufheiterungen, im Süden auch Schnee.

Audio und Video zum Thema