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Nachrichten

Freitag, 18. September 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Deutschland hat den Weg für den EU-Reformvertrag von Lissabon endgültig frei gemacht. Nach dem Bundestag stimmte am Freitag auch der Bundesrat für die Begleitgesetze. Mit den Gesetzen werden die Mitbestimmungsrechte der Parlamente erweitert. Die Regierung kann aber auch künftig bei Verhandlungen in der EU von der Bundestagsmeinung abweichende Entscheidungen treffen, wenn sie dies für richtig hält. Sie ist dann aber den Parlamenten rechenschaftspflichtig. Der Bundestag hatte die Begleitgesetze zum EU-Vertrag bereits in einer Sondersitzung verabschiedet. Damit kann Bundespräsident Horst Köhler den Vertrag endgültig abzeichnen. Vertragsgegner haben allerdings neue Klagen in Karlsruhe angekündigt. Das könnte die Ratifizierung erneut verzögern. Die Gesetze waren nötig geworden, nachdem das Bundesverfassungsgericht eine stärkere Mitwirkung des Parlaments bei europäischen Entscheidungen verlangt hatte.

ERFURT: Der Spitzenkandidat der Linken in Thüringen, Bodo Ramelow, will auf das Ministerpräsidentenamt verzichten. Damit soll eine rot-rot-grüne Regierung in dem Bundesland ermöglicht werden. Ramelow strebt stattdessen nach eigenen Angaben das Amt des Ministers für Wirtschaft und Energie in einer solchen Koalition an. Die Linke war bei der Landtagswahl Ende August nach der CDU zweitstärkste Kraft geworden und landete zugleich deutlich vor der SPD. In einer rot-rot-grünen Landesregierung wäre die Linke somit die stärkste Kraft, deshalb hatte die Partei zunächst das Ministerpräsidentenamt für sich reklamiert. Die SPD hatte es aber abgelehnt, einen Kandidaten der Linken zum Ministerpräsidenten zu wählen.

BERLIN: Das Bundeswirtschaftsministerium läßt nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" neue Typen von Kernkraftwerken erforschen. Hierzu habe das Haus von Minister Karl-Theodor zu Guttenberg einen dreijährigen Forschungsauftrag an die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit vergeben. Das Projekt solle unmittelbar nach der Bundestagswahl anlaufen. Das Ministerium verteidigte den Auftrag. Nur so könne man die Sicherheit von neuen Atommeilern im Ausland bewerten, auch wenn diese nie in Deutschland gebaut würden. Die Spitzenkandidatin der Grünen, Renate Künast, warf der Union dagegen vor, Pläne zum Bau neuer Kernkraftwerke in Deutschland zu verfolgen.

ANSBACH: Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat nach dem Amoklauf an einem Gymnasium im bayerischen Ansbach ein flächendeckendes Frühwarnsystem an Schulen gefordert. Der Chef der Gewerkschaft, Rainer Wendt, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die Tat belege einmal mehr, dass Deutschlands Schulen keine sicheren Orte seien. In Ansbach will die Polizei an diesem Freitag Eltern, Mitschüler und Lehrer des Täters vernehmen. Auch der Schüler selbst soll befragt werden, sollte dies sein Gesundheitszustand zulassen. Beamte hatten den 18-Jährigen gestern mit mehreren Schüssen gestoppt, nachdem er eine Gymnasiastin lebensgefährlich mit einer Axt verletzt und zwei Molotow-Cocktails in Klassenräume geworfen hatte. Dabei erlitten sieben weitere Schüler und ein Lehrer Verletzungen.

BRÜSSEL: Eine Woche vor dem G-20-Treffen der wichtigsten Wirtschaftsnationen in Pittsburgh hat sich die Europäische Union auf strengere Regeln für Bonuszahlungen an Bank-Manager geeinigt. Die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedsstaaten verständigten sich bei einem Sondergipfel in Brüssel darauf, dass bei einer schlechten Geschäftsentwicklung von Banken Boni künftig auch ganz gestrichen werden können. Außerdem will die EU in Pittsburgh schärfere Kontrollen des Finanzsystems und globale Strategien für den Schuldenabbau durchsetzen. Keine Einigung gab es hingegen in der Frage einer weltweiten Finanzmarkt-Steuer. Dafür hatten sich unter anderem Deutschland und Österreich ausgesprochen. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete das Treffen in Brüssel als Erfolg. Sie sagte, Europa demonstriere bei der Reform des Weltfinanzsystems Geschlossenheit.

TEHERAN: In der iranischen Hauptstadt und anderen Städten des Landes haben nach Angaben der staatlichen Medien Hunderttausende Menschen anlässlich des Al-Kuds-Tags gegen Israel demonstriert. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. Wie von der Staatsmacht befürchtet, nahmen an der Kundgebung aber auch zahlreiche Anhänger der Opposition teil. Augenzeugen sprachen von Tausenden Menschen, die sich durch grüne Armbänder oder Kleidung als Anhänger von Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi zu erkennen gaben. Sie protestierten erneut gegen den umstrittenen Wahlsieg von Präsident Ahmadinedschad. Es war die erste größere Kundgebung der Opposition seit Mitte Juli. Die Polizei hatte die Opposition im Vorfeld gewarnt, die Veranstaltung für Proteste gegen die Regierung zu nutzen.

ISLAMABAD: Bei einem Selbstmordanschlag in Pakistan sind nach jüngsten Angaben mindestens 25 Menschen getötet und viele weitere verletzt worden. Der Attentäter raste laut Polizei in einem mit Sprengstoff beladenen Wagen in ein Hotel in der Ortschaft Kohat im Nordwesten des Landes. Die Region nahe der Grenze zu Afghanistan gilt als Hochburg der radikalislamischen Taliban und anderer Extremisten. Die Behörden vermuten als Hintergrund des Anschlags Konflikte zwischen Schiiten und Sunniten.

PJÖNGJANG: Im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm ist Machthaber Kim Jong Il einem Agenturbericht zufolge zur Wiederaufnahme von Gesprächen bereit. Kim habe beim Treffen mit einem chinesischen Gesandten in Pjöngjang gesagt, sein Land werde am Ziel einer atomaren Abrüstung der koreanischen Halbinsel festhalten, meldete Chinas amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Nordkorea wolle die dabei auftauchenden Probleme in bilateralen und multilateralen Gesprächen lösen. Die USA hatten der kommunistischen Führung in Pjöngjang vor knapp einer Woche direkte Verhandlungen angeboten. Der Westen, Japan und China drängen Nordkorea seit Längerem zur Wiederaufnahme der Gespräche über sein Nuklearprogramm.

KABUL: Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat einen zweiten Durchgang der Präsidentschaftswahl wegen der Wahlfälschungsvorwürfe abgelehnt. Die Wahl am 20. August sei glaubwürdig und fair abgelaufen, sagte Karsai dem US-Nachrichtensender CNN . Wenn aufgrund der Wahlfälschungsvorwürfe ein zweiter Wahlgang angesetzt werde, sei dies "selbst Betrug", fügte Karsai hinzu. - Die EU-Beobachtermission hatte erklärt, es gebe Zweifel an der Gültigkeit von rund 1,5 Millionen Stimmzetteln. Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielt Karsai 54,6 Prozent der Stimmen; sein Herausforderer Abdullah Abdullah kam auf knapp 28 Prozent. Karsai ließ gegenüber CNN die Bereitschaft erkennen, Abdullah in eine Einheitsregierung aufzunehmen.

HAVANNA: Die USA und Kuba verhandeln erstmals seit 1963 über die Aufnahme eines direkten Postverkehrs. Die zuständige Abteilungsleiterin des US-Außenministeriums, Bisa Williams, nahm dazu in der kubanischen Hauptstadt Gespräche mit der dortigen Regierung auf. Williams ist die hochrangigste US-Regierungsvertreterin seit 2002, die Kuba besucht. - In den USA leben rund anderthalb Millionen Exil-Kubaner. Die Post zwischen den USA und Kuba wird über Drittländer - etwa über Mexiko - abgewickelt. - US-Präsident Barack Obama verfolgt eine Politik der vorsichtigen Annäherung an Havanna, verlängerte aber am Montag das bestehende Handelsembargo um ein Jahr.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nördlich von Mosel und Main sonnig. Sonst anfangs stärker bewölkt, vereinzelt etwas Regen. Höchstwerte zwischen 17 und 24 Grad.

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