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Nachrichten

Freitag, 18. Mai 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag

SAMARA: Der EU-Russland-Gipfel im russischen Samara ist mit der Bestätigung der unterschiedlichen Positionen bei den bilateralen Problemen beendet worden. Kanzlerin Angela Merkel als amtierende EU-Ratsvorsitzende sagte, bei dem Treffen mit Präsident Wladimir Putin sei es wichtig gewesen, miteinander zu reden. Es gelinge nicht immer, sich gegenseitig zu überzeugen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso lobte ebenfalls den Meinungsaustausch. Beide kritisierten, dass Regierungsgegner an der Anreise zu heute in Samara geplanten Demonstrationen gehindert wurden. Putin sprach ebenfalls von einem konstruktiven Dialog mit den EU-Vertretern, nutzte aber die Gelegenheit, die baltischen EU-Staaten wegen ihrer Politik gegenüber der russischen Minderheit zu kritisieren. Zu den Problemen mit der EU gehört unter anderem das russische Importverbot für polnisches Fleisch. Polen blockiert deshalb den Abschluss eines neuen EU-Russland-Partnerschaftsvertrags.

BERLIN: Deutschland hat den angekündigten Rücktritt von Weltbank-Chef Paul Wolfowitz begrüßt. Finanzminister Peer Steinbrück sagte, das sei gut für die Arbeitsfähigkeit der Bank. Der deutsche Vertreter im Direktorium der Weltbank, Eckhard Deutscher, äußerte sich ähnlich und kritisierte Wolfowitz. Dieser habe wichtige Entscheidungen selbst, ohne Einbeziehung des Direktoriums getroffen. Auch habe er keine Vorstellung von der eigentlichen Aufgabe der Weltbank gehabt. Wolfowitz habe deren Ansehen schwer geschadet. Der Weltbank-Chef hatte am Donnerstag nach wochenlangem Druck wegen der Beförderung seiner Lebensgefährtin auf einen hochdotierten Posten seinen Rücktritt für den 30. Juni angekündigt.

POTSDAM: Die Finanzminister der G8-Staaten beginnen an diesem Freitag in Potsdam zweitägige Beratungen zur Vorbereitung des G8-Gipfeltreffens Anfang Juni. Themenschwerpunkte sind die Hilfe für Afrika sowie die Gefahren durch die spekulativen Hedge-Fonds. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück bekräftigte vorab die Absicht der Bundesregierung, mehr Geld in die Entwicklungshilfe für Afrika stecken zu wollen. Bei den westlichen Industrieländern wird mit Sorge registriert, dass sich viele afrikanische Staaten inzwischen Geld auch bei Schwellenländern wie China und Russland leihen. An der heutigen Sitzung nehmen auch die Finanzminister fünf afrikanischer Staaten teil.

PARIS: Zwei Tage nach dem Amtsantritt von Präsident Nicolas Sarkozy ist die neue französische Regierung vorgestellt worden. Stellvertreter von Premierminister Francois Fillon ist der frühere Regierungschef Alain Juppé, der zugleich dem Umweltministerium vorsteht. Für die von Sarkozy angestrebte Regierung der politischen Öffnung stehen die Ernennung des Sozialisten Bernard Kouchner zum Außenminister und die Berufung des Zentrumspolitikers Hervé Morin an die Spitze des Verteidigungsressorts. Das Innenministerium, dass der Konservative Sarkozy selbst vier Jahre leitete, ging an Ex-Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie. Sein langjähriger Vertrauter Brice Hortefeux ist Chef des neuen Ressorts für Einwanderung und nationale Identität. Insgesamt umfasst das französische Kabinett acht Minister und sieben Ministerinnen.

ASTANA: In Kasachstan hat das Parlament die bisher bestehende Beschränkung der Amtszeit von Präsident Nursultan Nasarbajew aufgehoben. Dem Gesetzentwurf zufolge, der noch von Nasarbajew unterzeichnet werden muss, darf dieser künftig eine unbegrenzte Zahl von Amtsperioden an der Macht bleiben. Bislang wäre seine derzeitige, 2012 zu Ende gehende Amtszeit die letzte gewesen. Nur einer von 100 Abgeordneten beider Parlamentskammern stimmte gegen die Änderung

GAZA: Bei einem neuen Luftangriff Israels im Gazastreifen sind mindestens vier Angehörige der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas getötet worden. Sechs Menschen erlitten nach Auskunft von Rettungskräften Verletzungen. Ein Militärsprecher sagte, die Hamas-Kämpfer hätten Anschläge auf Israel geplant. Am Donnerstag waren bei israelischen Luft- und Panzerangriffen im Gazastreifen mindestens zehn Menschen getötet worden. Zur Begründung verwies die Armee auf den anhaltenden Beschuss israelischer Städte durch palästinensische Raketen.

BAGDAD: Im Irak hat ein Selbstmordattentäter an einer Straßensperre drei Polizisten mit in den Tod gerissen. Zwei Beamte seien bei dem Bombenanschlag 60 Kilometer südlich von Bagdad verletzt worden, teilten die Behörden mit. In Bakuba griffen rund 50 Aufständische einen Militärstützpunkt an und lieferten sich anschließend mit US-Soldaten ein Feuergefecht. Dabei wurden nach Armeeangaben mindestens sechs Angreifer getötet. Unterdessen setzten Tausende von amerikanischen US-Soldaten südlich der irakischen Hauptstadt die Suche nach drei Kameraden fort, die bei einem Angriff von Aufständischen am Samstag verschleppt worden waren. Vier US-Soldaten und ein Übersetzer starben bei der Attacke.

NEU DELHI: Bei einem Bombenanschlag auf eine Moschee in der südindischen Stadt Hyderabad sind mindestens fünf Menschen getötet worden. Mehr als 20 Menschen seien verletzt worden, teilten Kliniken mit. Der Sprengsatz ging nach dem Freitagsgebet hoch. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Aufgebrachte Moslems protestierten nach der Explosion in der Altstadt Hyderabads, wo die Moschee liegt. Polizisten und Journalisten wurden mit Steinen beworfen. Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, in ihren Häusern zu bleiben. In Indien verüben radikale Hindu-Nationalisten und extremistische Muslime immer wieder Anschläge, um Spannungen zwischen den beiden größten Glaubensgemeinschaften dort zu schaffen.

MANILA: Auf den Philippinen sind bei einer Bombenexplosion drei Menschen getötet und rund 20 verletzt worden. Der Sprengsatz detonierte nach Polizeiangaben in einem Busbahnhof von Cotobato-Stadt, rund 1.000 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Die Behörden schließen einen Terror-Anschlag nicht aus. Cotabato-Stadt ist das politische und wirtschaftliche Zentrum der muslimischen Region im Süden der Philippinen. Dort kämpfen Separatisten seit Jahrzehnten für eine Unabhängigkeit von der Zentralregierung des überwiegend katholischen Landes.

BERLIN: Die Organisation 'Reporter ohne Grenzen' hat Bundespräsident Horst Köhler aufgerufen, sich bei seiner bevorstehenden Vietnam- und China-Reise für Menschenrechte und die Freilassung inhaftierter Journalisten einzusetzen. In einem offenen Brief heißt es, in Vietnam seien in der letzten Zeit vor allem Journalisten und Menschenrechtsaktivisten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Dasgleiche treffe auf China zu, wo mindestens 32 Journalisten und 50 Internet-Nutzer im Gefängnis säßen, weil sie ihre Meinung äußerten. Köhler reist vom 21. bis 26. Mai in beide Staaten.

BERLIN: Nach einer Woche Streik haben Politiker die Deutsche Telekom und die Gewerkschaft Verdi aufgerufen, wieder zu verhandeln. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger warnte in einer Fernseh-Gesprächsrunde, ein wochenlanger Streik schade dem Unternehmen. Nicht nur, dass Kunden zu anderen Anbietern wechselten. Auch wachse wegen des schlechten Aktienkurses die Gefahr einer feindlichen Übernahme. Ähnlich äußerte sich der frühere Wirtschaftsminister Wolfgang Clement. Verdi-Chef Frank Bsirske zeigte sich in der Gesprächsrunde kompromissbereit. Seit einer Woche werden wegen der geplanten Ausgliederung von 50.000 Mitarbeitern in Service-Gesellschaften Bereiche des Konzerns bestreikt. Der russische Mischkonzern Sistema erneuerte derweil sein Angebot vom Herbst, in großem Stil bei der Deutschen Telekom einsteigen zu wollen.

BRÜSSEL: Der stellvertretende amerikanische Außenminister John Negroponte hat vor einer Ausbreitung der El Kaida in die Staaten südlich der Sahara gewarnt. Das jüngste Auftreten der so genannten "El Kaida im islamischen Maghreb" in Algerien lasse befürchten, dass zum Beispiel auch Tschad, Mali oder Niger bedroht sein könnten, sagte Negroponte in einem Interview mit mehreren europäischen Zeitungen. Er bekräftigte, ein zu schneller Abzug der US-Truppen aus dem Irak werde die Aktivitäten des Terrorismus eher fördern.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten und Süden heiter, im Westen ziehen immer mehr Wolken auf. Tageswerte zwischen 14 und 23 Grad.

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