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Nachrichten

Freitag, 18. Januar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: In der Debatte über die Schließung des Nokia-Werks in Bochum hat das Bundeswirtschaftsministerium vor Unsachlichkeit gewarnt. Der parlamentarische Staatssekretär Hartmut Schauerte sagte, nach dem aktuellen Sachstand gebe es keine Anzeichen für Subventionsbetrug. Das Unternehmen habe sich offenbar an die Bedingungen gehalten, von denen die gewährten öffentlichen Fördergelder abhängig gemacht wurden. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück warf dem finnischen Handy-Hersteller vor, durch die Werksschließung die gesellschaftliche Stabilität zu gefährden. Mit seinem Vorgehen untergrabe Nokia das Vertrauen der Menschen in die soziale Marktwirtschaft, sagte Steinbrück im Deutschlandfunk. Das Unternehmen erklärte sich inzwischen bereit, über einen Sozialplan für die 2.300 Beschäftigten zu verhandeln. Das Werk in Bochum soll aber auf jeden Fall geschlossen werden. Derzeit beraten Politiker, Betriebsrat und Gewerkschaften über die Zukunft der Belegschaft.

PEKING: China und Großbritannien haben eine Ausweitung ihres Handelsvolumens bis 2010 vereinbart. Es soll von derzeit 40 Milliarden Dollar auf 60 Milliarden Dollar steigen. In Anwesenheit des britischen Premiers Gordon Brown und des chinesischen Regierungschefs Wen Jiabao wurden in Peking zudem Kooperations-Abkommen für mehrere Bereiche, darunter auch der Bildungsbereich, unterzeichnet. Brown war an diesem Freitag zu einem dreitägigen China-Besuch eingetroffen. Bei seinen Gesprächen will er nach eigenen Angaben auch die Menschenrechte und demokratische Prinzipien ansprechen.

PEKING: China hat den Iran aufgerufen, die Verhandlungen mit den westlichen Staaten über einen Stopp des Uran-Anreicherungsprogramms wieder aufzunehmen. Außenminister Yang Jiechi sagte nach einem Treffen mit Irans Atomunterhändler Saeed Jalili, die Nuklearfrage sei jetzt an einem entscheidenden Punkt angekommen. China, das Vetomacht im Weltsicherheitsrat ist, wird sowohl vom Iran wie auch von den USA umworben, gegen beziehungsweise für weitere UN-Sanktionen zu stimmen. In der kommenden Woche findet in Berlin eine Sitzung der fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder sowie Deutschlands zu der Frage statt. Am Donnerstag hatte US-Staatssekretär John Negroponte bei einem Treffen mit Yang für weitere Sanktionen geworben.

NAIROBI: Kenias Opposition will ihre Massenproteste gegen die umstrittene Präsidentenwahl wie angekündigt an diesem Freitag zunächst beenden. Ein Sprecher sagte, der Protest gegen Präsident Mwai Kibaki werde aber mit Boykottaktionen und mit Streiks weitergeführt. Am Donnerstag war die Polizei in Nairobi und anderen Städten wieder gewaltsam gegen die Demonstranten vorgegangen. Bis zu sieben Menschen wurden getötet. Derweil trafen mit Graca Machel, der Frau des früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela, sowie dem früheren tansanischen Präsidenten Benjamin Mpaka zwei neue Vermittler im Land ein. Oppositionschef Raila Odinga verlangt eine Wiederholung der unter Wahlbetrugsvorwürfen stehenden Präsidentenwahl vom Dezember.

JERUSALEM: Die UN-Hilfsorganisation für palästinensische Flüchtlinge UNRWA hat nach der Abriegelung des Gazastreifens durch Israel gewarnt, die Situation der dort lebenden Bevölkerung werde sich weiter verschlechtern. Ein Sprecher sagte, selbst Hilfslieferungen könnten die Grenze nicht mehr passieren. Verteidigungsminister Ehud Barak ließ am Donnerstag wegen der anhaltenden Raketenangriffe auf Israel die Grenzübergänge für mehrere Tage schließen. Die palästinensische Autonomieregierung stellte derweil die Friedensverhandlungen mit Israel nach den Angriffen der israelischen Luftwaffe im Gazastreifen in Frage. Niemand könne mit Gesprächen fortfahren, falls diese Situation andauere, verlautete aus Ramallah.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush will an diesem Freitag Einzelheiten des Konjunktur-Programmes vorstellen, mit dem einer Rezession im Lande begegnet werden soll. Zentralbankchef Ben Bernanke hatte sich im Kongress zuvor dafür ausgesprochen, ein solches Programm aufzulegen. Es solle allerdings finanziell begrenzt und zeitlich befristet sein. Das Volumen der Finanzspritze solle zwischen 50 und 150 Milliarden Dollar betragen. Infolge der Immobilienkrise und steigender Treibstoffpreise war die Kaufkraft der US-Bürger in der letzten Zeit weiter gesunken. Der Wohnungsbau verzeichnete im vergangenen Monat einen Einbruch von mehr als 14 Prozent.

BELGRAD: Die Wahlkommission in Serbien bleibt bei ihrem Verbot, keine Beobachter aus den USA und Großbritannien zu der Präsidentschaftswahl am Sonntag zuzulassen. Sie reagierte mit ihrem Entscheid auf einen Einspruch pro-demokratischer Gruppen gegen ein entsprechendes Verbot. Diese hatten angegeben, das Verbot schade dem Ansehen Serbiens im Ausland. Die Kommission, die überwiegend mit Nationalisten besetzt ist, begründete ihren Entscheid nochmals mit der Unterstützung der USA und Großbritanniens für eine Unabhängigkeit der unter UN-Verwaltung stehenden serbischen Provinz Kosovo.

SOFIA: Bulgarien wird sich nach langem Widerstand an dem russisch-italienischen Gaspipeline-Projekt 'South Stream' beteiligen. Das teilte Regierungschef Sergej Stanischew nach einer außerordentlichen Kabinettssitzung mit. Der staatliche Rundfunk berichtete, der Beschluss sei auf Druck des russischen Präsidenten Wladimir Putin gefallen. Dieser war am Freitag zusammen mit seinem möglichen Nachfolger, Gazprom-Chef Dmitri Medwedew, in Sofia eingetroffen. Bulgarien gab sich nun mit einer 50-Prozent-Beteiligung zufrieden, nachdem es zuvor eine Mehrheit verlangt hatte. Die South-Stream-Pipeline soll unter dem Schwarzen Meer durch Bulgarien führen und Südeuropa mit russischem Gas versorgen. Beteiligt an dem Projekt sind Gazprom und der italienische Eni-Konzern.

BERLIN: Der Wettbewerb auf dem Strommarkt in Deutschland kommt nach Auskunft der Bundesnetzagentur immer schneller in Gang. Im vergangenen Jahr wechselten den Angaben zufolge mehr als eine Million Kunden den Stromanbieter. Das seien doppelt so viele wie 2006. Für die kommenden Jahre erwartet die Behörde eine weitere Verschärfung des Wettbewerbs.

ALGIER: Zwei deutsche Firmen haben einen Architektur-Wettbewerb zum Bau einer Großmoschee in der algerischen Hauptstadt Algier gewonnen. Das Konsortium setzte sich gegen 17 Wettbewerber durch. Der Gebetsraum soll 40.000 Gläubigen Platz bieten. Auf dem Vorplatz können sich bis zu 80.000 Gläubige zum Gebet versammeln. Wann mit dem Bau begonnen wird, wurde nicht mitgeteilt. Nach Mekka und Medina beherbergt Algier dann die drittgrößte Moschee der Welt.

LOS ANGELES: In Hollywood haben sich die großen Filmstudios mit den Regisseuren auf einen neuen Drei-Jahres-Tarifvertrag geeinigt. Die Regisseure werden danach doppelt so viel wie bisher für die Weiterverwertung ihrer Arbeiten im Internet erhalten. Die Einigung könnte Signalwirkung für die Filmautoren haben. Diese streiken seit Anfang November ebenfalls für eine höhere Beteiligung an den Einnahmen aus der Internet- und DVD-Verwertung. Die Vertreter der Filmstudios luden die Autoren nun zu neuen Verhandlungen ein. Die letzte Runde im Dezember scheiterte.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt, vor allem in der Osthälfte zunächst noch teils kräftige Schauer, später zunehmend trocken. Am Abend im Westen erneut aufkommender Regen. Höchstwerte fünf bis zwölf Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg
und Dresden: 7 Grad, Regen;
Berlin: 5 Grad, wolkig;
Köln/Bonn: 9 Grad, stark bewölkt;
Frankfurt am Main: 8 Grad, Schauer und
München: 6 Grad, Schauer.

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