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Nachrichten

Freitag, 18. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TEL AVIV: Israel hat das Westjordanland und den Gazastreifen für mindestens eine Woche komplett abgeriegelt. Grund dafür ist das jüdische Passah-Fest. Besonders betroffen ist davon das Westjordanland, da die Grenze zum Gazastreifen seit der Machtübernahme der Hamas ohnehin nahezu dauerhaft geschlossen ist. Zudem hat Israel die Treibstofflieferungen in den Gazastreifen erneut unterbrochen. Die Armee begründete das Vorgehen mit dem jüngsten Angriff eines militanten Palästinensers auf einen Grenzposten im Norden des Autonomiegebiets. Bei einer israelischen Razzia in Nablus im Westjordanland wurde nach palästinensischen Angaben ein Anführer der militanten Al-Aksa-Märtyrerbrigaden getötet.

HARARE: Simbabwes Oppositionsführer Morgan Tsvangirai hat dem britischen Sender BBC gesagt, nach der Wahl habe es Geheimgespräche seiner Bewegung für einen Demokratischen Wandel -MDC- mit der Partei von Präsident Robert Mugabe über eine gemeinsame Regierung gegeben. Die Verhandlungen seien aber kurz vor einer Einigung plötzlich abgebrochen worden. Tsvangirai sprach sich zum ersten Mal für eine strafrechtliche Verfolgung des Mugabe-Regimes aus, ähnlich dem UN-Tribunal zur Ahndung der Bürgerkriegsverbrechen in Sierra Leone. Die Gewalt könne wohl nur gestoppt werden, wenn die Verantwortlichen wissen, dass sie eines Tages dafür gerade stehen müssen, sagte Tsvangirai. Erstmals seit der Wahl vor fast drei Wochen wird Präsident Mugabe heute eine öffentliche Rede halten, aus Anlass des 28. Jahrestages der Unabhängigkeit.

LUXEMBURG: Der Vorstoß von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zur vorübergehenden Aufnahme verfolgter Christen aus dem Irak stößt in der Europäischen Union auf Skepsis. Die EU müsse Flüchtlinge ungeachtet ihrer Religion oder Rasse aufnehmen und ihnen Asyl gewähren, sagte der slowenische Ressortchef und amtierende EU-Ratspräsident Dragutin Mate vor einem Ministertreffen in Luxemburg. Ähnlich äußerte sich der luxemburgische Integrationsminister Nicolas Schmit. Schäuble hatte das Thema auf die Tagesordnung setzen lassen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte Deutschland auf, außer verfolgten Christen auch andere Flüchtlinge aus dem Irak aufzunehmen.

TIFLIS: Georgien hat die internationale Gemeinschaft wegen des Streits mit Russland über die nach Unabhängigkeit strebenden Provinzen Abchasien und Südossetien um Hilfe gebeten. Außenminister David Bakradse plädierte im georgischen Fernsehen für eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zu dem Thema. Russlands Präsident Wladimir Putin, der eine Unabhängigkeit Abchasiens und Südossetiens unterstützt, hatte angekündigt, die Beziehungen zu den beiden Regionen vertiefen zu wollen. Dadurch sieht die Regierung in Tiflis die Souveränität des Landes gefährdet.

BANGKOK: Die olympische Fackel ist in Thailand angekommen. Bis zum Fackellauf am Samstag wird das olympische Feuer in einem Luxushotel von Sicherheitskräften streng bewacht. Wie zuvor in anderen Ländern bereiteten sich auch die thailändischen Sicherheitskräfte auf anti-chinesische Proteste vor. Die Polizei kündigte ein hartes Durchgreifen an. Damit droht der Olympische Fackellauf auch in Thailand zu einem Katz- und Mausspiel zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten zu werden.

WASHINGTON: Mit einer persönlichen Geste hat Papst Benedikt der XVI. auf den Skandal um pädophile Priester in den USA reagiert. Während seines USA-Besuchs traf sich das Oberhaupt der katholischen Kirche überraschend mit Männern und Frauen, die als Kinder von Priestern missbraucht worden waren. Der Papst habe sich die Berichte der Opfer angehört und anschließend mit ihnen gebetet, hieß es. Benedikt XVI. hatte bereits mehrfach seine tiefe Scham über das Geschehene ausgedrückt. Auf dem Programm des Papstes stand auch ein Treffen mit Vertretern anderer Religionen. Dabei betonte der Pontifex, dass man den Dialog nicht nur auf die Gemeinsamkeiten des Glaubens beschränken solle, sondern man müsse auch Gespräche über die Unterschiede führen können. Der Papst wird an diesem Freitag in New York eine Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen halten.

BERLIN: Das Bundesinnen- und das Justizministerium haben sich auf eine umfassende Überwachung der Wohnungen von Terrorverdächtigen verständigt. Wie die 'Süddeutsche Zeitung' berichtet, soll das Bundeskriminalamt (BKA) in diesen Wohnungen künftig nicht nur Wanzen anbringen, sondern auch kleine Videokameras installieren dürfen. Das Blatt beruft sich dabei auf den Gesetzentwurf zum neuen BKA-Gesetz. Demnach dürfen Terrorverdächtige in Zukunft auch automatisch abgehört werden können. Dies beziehe sich auf alles, was sie sagten - auch auf private und intime Details. Bisher galten solche Eingriffe wegen der Unverletzlichkeit der Wohnung und der Vertraulichkeit privater Gespräche als politisch nicht durchsetzbar. Mehrere SPD-Bundestagsabgeordnete wie der Vorsitzende des Innenausschusses, Sebastian Edathy, und der Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz äußerten sich kritisch zu einer Überwachung per Videokamera.

FRANKFURT AM MAIN: Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten für ein sehr niedriges Einkommen. Innerhalb eines Jahrzehnts sei der Anteil der Geringverdiener von 15 auf 22 Prozent gestiegen, berichtet die "Frankfurter Rundschau" unter Berufung auf eine Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen. Betroffen seien insgesamt 6,5 Millionen Beschäftigte. Rund zwei Millionen Menschen müssten sich sogar mit Einkommen unter fünf Euro pro Stunde begnügen. Bereits 2005 habe hier die Bundesrepublik im internationalen Vergleich leicht vor Großbritannien und nur knapp unter dem Niveau in den USA rangiert, hieß es weiter.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wolkig mit Auflockerungen, im Südwesten vereinzelt Regen. Am freundlichsten wird es in Sachsen, Franken und an der Nordsee. Tagestemperaturen zwischen acht Grad in Vorpommern und bis zu 16 Grad in Mainfranken.

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