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Nachrichten

Freitag, 17. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Der Deutsche Bundestag hat mit großer Mehrheit das 480 Milliarden Euro schweren Rettungspaket für den Finanzsektor gebilligt. Für das von der Bundesregierung eingebrachte Gesetz stimmten bei einer Enthaltung 476 Abgeordnete, dagegen 99. Grüne und die Linkspartei hatten zuvor ihr Nein angekündigt. Noch an diesem Freitag berät auch der Bundesrat über das Gesetz. Die Zustimmung gilt als sicher. Damit das Gesetz wie geplant am Montag in Kraft treten kann, soll Bundespräsident Horst Köhler es noch im Laufe des Tages unterscheiben.

FRANKFURT AM MAIN: Nach der Talfahrt vom Donnerstag ist der deutsche Aktienindex DAX mit einem Plus in den Handel gestartet. Der Leitindex sprang bei der Börseneröffnung um fast drei Prozent nach oben. Auch die Börsen in London und Paris eröffneten mit Kursgewinnen. Sie folgten damit den Leitbörsen aus den USA und Asien. In New York hatte der Dow-Jones-Index um 4,7 Prozent zugelegt. Auch der Nikkei-Index schloss in Tokio mit knapp 2,8 Prozent im Plus.

SINGAPUR: Der Ölpreis hat wegen wachsender Erwartungen einer Produktionssenkung der Opec deutlich zugelegt. Auch die jüngsten Kursgewinne an den US-Börsen trugen dazu bei. Der Preis für US-Leichtöl stieg um 2,50 Dollar auf 72,35 Dollar je Barrel. Auch die Nordseesorte Brent verteuerte sich um rund 2,20 Dollar. Zuvor hatte die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) angesichts des zuletzt stark gesunkenen Ölpreises ihr Sondertreffen um drei Wochen auf den 24. Oktober vorverlegt. Dann soll in Wien auch über eine Drosselung der Fördermenge beraten werden. Am Donnerstag war der Ölpreis auf den tiefsten Stand seit 15 Monaten gefallen.

NEW YORK: Die Generalversammlung der Vereinten Nationen stimmt an diesem Freitag über die fünf neuen nicht-ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates ab. Auch der Iran bewirbt sich um einen Sitz. Wegen seines umstrittenen Atomprogramms gilt eine Zustimmung jedoch als unwahrscheinlich. Für die beiden europäischen Sitze haben Österreich, die Türkei und Island Interesse angemeldet. Deutschland bewirbt sich in diesem Jahr nicht. - Von den zehn nicht-ständigen Mitgliedern des höchsten UN-Gremiums werden jedes Jahr fünf neu gewählt. Die Amtszeit dauert zwei Jahre. Die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates sind die USA, Russland. Großbritannien, Frankreich und China. Sie haben bei allen Entscheidungen ein Vetorecht.

KANDAHAR: Bei einem Luftangriff in der südafghanischen Provinz Helmand sind mindestens 17 Zivilisten getötet worden, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Ein Sprecher des Provinzgouverneurs sagte, ein Wohnhaus sei nach dem Angriff eingestürzt. Die Internationale Schutztruppe ISAF teilte mit, der Vorfall in dem Bezirk Nad Ali werde untersucht. In Afghanistan kommen immer wieder Zivilisten bei Einsätzen der im Land stationierten ausländischen Truppen ums Leben, was von der Regierung in Kabul wiederholt scharf kritisiert wurde.

GENF: Die Vereinten Nationen begehen an diesem Freitag den Welttag zur Überwindung der Armut. Dazu finden weltweit Aktionen unter dem Motto "Stand up and take action" statt. Nach Berechnungen der Weltbank leben rund 1,4 Milliarden Menschen in extremer Armut. Sie verfügen über weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, wegen der Finanzkrise und der steigenden Lebensmittel- und Energiepreise könnten rund 100 Millionen Menschen zusätzlich unter die Armutsgrenze fallen. Die Fortschritte im Kampf gegen das Elend in den vergangenen Jahren seien akut gefährdet.

DUBLIN: Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan hat den Industriestaaten vorgeworfen, ihre Zusagen im Kampf gegen den weltweiten Hunger nicht einzuhalten. Im kommenden Jahr seien 970 Millionen Menschen von Hunger und Unterernährung betroffen, 50 Millionen mehr als in diesem Jahr, betonte Annan zum Welternährungstag bei einer internationalen Konferenz im irischen Dublin. Der Hunger in den ärmsten Ländern der Welt erfordere zwingend dieselbe Aufmerksamkeit wie die derzeitige Krise an den Finanzmärkten. Annan unterstrich, der Tod von 10.000 Kindern wegen Unterernährung an einem Tag in der so genannten Dritten Welt müsse als ebensolche Tragödie betrachtet werden wie der Zusammenbruch einer Bank. Der frühere UN-Generalsekretär bezweifelte, dass die G8-Staaten ihr Versprechen einlösten, die Entwicklungshilfe für Afrika bis 2010 auf 50 Milliarden Dollar aufzustocken.

HARARE: Die Gespräche über eine Regierung der Nationalen Einheit in Simbabwe kommen nach Angaben der Opposition nicht voran. Ein Sprecher der Oppositionspartei 'Bewegung für Demokratischen Wandel' sprach von Stillstand, nachdem Parteichef Morgan Tsvangirai wieder mehrere Stunden lang mit Präsident Robert Mugabe in Harare verhandelt hatte. Mugabe hatte kürzlich ohne Absprache zwei Vertraute als seine Stellvertreter vereidigt und einseitig mehrere Schlüsselministerien mit Mitgliedern seiner Partei besetzt. Nach der im September unter Vermittlung des südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki getroffenen Übereinkunft soll die Macht eigentlich zwischen beiden Seiten geteilt werden.

HAVANNA/PARIS: In den ersten offiziellen Gesprächen mit Kuba seit fünf Jahren hat die Europäische Union dem Karibikstaat eine Wiederaufbauhilfe nach den verheerend wütenden Hurrikanen 'Ike' und 'Gustav' angeboten. Zu diesem Zweck kamen in Paris der französische Außenminister Bernard Kouchner als EU-Ratspräsident und EU-Entwicklungshilfekommissar Louis Michel mit dem kubanischen Außenminister Felipe Perez Roque zusammen. Dabei bekräftigte die EU ihre grundsätzliche Bereitschaft, die Zusammenarbeit etwa in Wirtschafts-, Technologie- und Umweltfragen wiederaufzunehmen. Nach der Festnahme etlicher Dissidenten in Kuba hatten die europäischen Staaten 2003 den Dialog abgebrochen. Mit der Annäherung soll der seit Februar amtierende Präsident Raul Castro zu weiteren demokratischen Schritten ermuntert werden.

BERLIN: Die jüdischen Gemeinden in Deutschland erhalten künftig mehr Unterstützung von der Bundesregierung. Der Bundestag votierte einstimmig für einen Gesetzentwurf der Bundesregierung, wonach der Zentralrat der Juden künftig fünf Millionen Euro jährlich bekommen soll. Grund seien vor allem wachsende Aufgaben der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland, heißt es in dem Entwurf. Der Bundesrat muss dem Gesetz noch zustimmen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt mit etwas Sonne, besonders im Norden noch einige Schauer. Im Süden wolkig mit Aufheiterungen und meist trocken. Tagestemperaturen acht bis 14 Grad Celsius.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 8°, stark bewölkt;
Berlin: 8°, bedeckt;
Dresden: 7°, fast wolkenlos;
Köln/Bonn: 6°, nach Schauer;
Frankfurt am Main: 6°, leicht bewölkt und
München: 7°, nach Regen

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