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Nachrichten

Freitag, 16. November 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 11-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Am dritten Streiktag bei der Bahn drohen nach Unternehmensangaben vor allem im Osten massive Versorgungsengpässe. Die Lage im Güterverkehr habe sich, so ein Bahnsprecher wörtlich, dramatisch zugespitzt. Während im Westen noch eine Grundversorgung aufrechterhalten werde könne, würden im Osten nur noch ganz wichtige Versorgungszüge fahren. Dort sind die meisten Lokführer in der GDL gewerkschaftlich organisiert. Im Personennah- und -fernverkehr müssen sich die Bahnkunden trotz Ersatzfahrplänen weiter auf Beeinträchtigungen einstellen. GDL-Chef Manfred Schell bekräftigte, man wolle mindestens zehn Prozent mehr Lohn. Bei 31 Prozent sei man sogar bereit, auf die Forderung nach einem eigenen Tarifvertrag zu verzichten. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee rief beide Seiten auf, sich nach Ende des Streiks am Samstagmorgen wieder an den Verhandlungstisch zu setzen.

PARIS: In Frankreich hat die Regierung die Gewerkschaften zur Beendigung der Bahnstreiks aufgerufen. Erst dann seien Dreiparteiengespräche von Regierung, Gewerkschaften und Bahnunternehmen möglich, sagte Arbeitsminister Xavier Bertrand. Die Gewerkschaften wollen die Streiks fortsetzen. Doch hatte die Beteiligung bereits am Donnerstag deutlich abgenommen. Frankreichs Eisenbahner protestieren gegen die Abschaffung von Sonderregelungen für die Rente von 1,6 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Zugleich demonstrieren die Studenten gegen die Einführung von Studiengebühren und die verstärkte Finanzierung von Hochschulen durch die Privatwirtschaft.

ISLAMABAD: Nach der Auflösung des Parlaments ist in Pakistan das neue Kabinett vereidigt worden. Chef der Übergangsregierung ist der bisherige Senatsvorsitzende Mohammadmian Soomro, ein enger Vertrauter von Präsident Pervez Musharraf. Soomro soll bis zu den für Anfang Januar vorgesehenen Parlamentswahlen amtieren. In einer ersten Stellungnahme lehnte Oppositionsführerin Benazir Bhutto die neue Regierung ab. Diese habe Hochverrat begangen, weil sie unter dem Ausnahmezustand vereidigt worden sei. Zuvor hatten die Behörden den Hausarrest von Bhutto wieder aufgehoben.

SEOUL: Die Regierungschefs von Nord- und Südkorea, Kim Yong Il und Han Duck Soo, haben zum Abschluss ihrer Gespräche in Seoul ihren Entspannungskurs bekräftigt und mehrere Wirtschaftsprojekte beschlossen. So soll am 11. Dezember ein grenzüberschreitender Güterzugverkehr zum gemeinsamen Industriezentrum in der nordkoreanischen Stadt Kaesong aufgenommen werden. Außerdem wurde die Einrichtung einer Fischereizone an der Westküste der Halbinsel vereinbart. Im Gelben Meer war es 1999 und 2000 noch zu einer Konfrontation von Kriegsschiffen beider Staaten gekommen. Südkorea sagte auch Reparaturarbeiten an Fernstraßen und Bahnstrecken im Norden zu. Die Gespräche auf der Ebene der Regierungschefs waren die ersten seit 15 Jahren.

BERLIN: Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat den Etat 2008 beschlossen. Er sieht eine Neuverschuldung des Bundes von knapp zwölf Milliarden Euro vor. Das ist eine Milliarde Euro weniger als von Finanzminister Peer Steinbrück geplant. Die Investitionen werden auf rund 25 Milliarden Euro aufgestockt. Der Großteil des Aufstockungsbetrags von 362 Millionen Euro soll in den Ausbau des Straßen- und Schienennetzes fließen. Für das laufende Jahr soll es trotz steigender Steuermehreinnahmen bei der beschlossenen Neuverschuldung von 14,4 Milliarden Euro bleiben. Die zusätzlichen Steuereinnahmen sollen für weitere Investitionen etwa im Denkmalschutz verwendet werden.

BERLIN: Die Abgeordneten des Bundestages haben eine Erhöhung ihrer monatlichen Bezüge beschlossen. Die Diäten steigen 2008 und 2009 um insgesamt 9,4 Prozent auf dann 7.668 Euro. Gegen die Erhöhung waren die Oppositionsparteien. CDU/CSU und SPD machten jedoch geltend, die Diäten seien seit 2003 nicht mehr angehoben worden. Leichte Abstriche müssen die Abgeordneten künftig bei der Altersversorgung hinnehmen. Die Bezüge sinken geringfügig. Außerdem wird die Rente mit 67 eingeführt. Die FDP sprach sich dafür aus, eine unabhängige Kommission zu gründen, die künftig die Gehälter der Parlamentarier festlegen solle.

WIEN: Die Internationale Atomenergie-Behörde hat einen neuen Bericht zum international umstrittenen iranischen Atomprogramm veröffentlicht und damit unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Die USA und Großbritannien kündigten an, auf weitere Strafmaßnahmen gegen die Führung in Teheran drängen zu wollen. Dagegen sah sich diese von dem Bericht aus Wien in ihrer bisherigen Politik bestärkt. Die UN-Organisation hatte in ihrer Bilanz bestätigt, dass der Iran bisher im wesentlichen wahrheitsgemäße Informationen über sein Nuklearprogramm geliefert habe. Allerdings sei der von den Vereinten Nationen geforderte Stopp der Uran-Anreicherung weiterhin nicht erfüllt.

NEW YORK: Der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen hat einen weltweiten Hinrichtungsstopp gefordert. 99 Staaten stimmten in New York für einen entsprechenden Resolutionsentwurf, darunter alle europäischen Länder. 52 Länder votierten dagegen, 33 enthielten sich. Der Entscheidung war eine kontroverse Debatte vorausgegangen. So warfen Befürworter der Todesstrafe wie Ägypten, Jamaica und Singapur den Europäern eine kolonialistische Bevormundung vor. Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International werden Hinrichtungen derzeit noch in 66 Staaten praktiziert, darunter in China, Weißrussland, Pakistan, im Iran und in den USA.

NAIROBI: In Kenia hat die Wahlkommission zur Präsidentschaftswahl am 27. Dezember neun Kandidaten zugelassen, darunter eine Frau. Vier Bewerber wurden abgelehnt. Neben Amtsinhaber Mwai Kibaki treten unter anderen auch der frühere Außenminister Kalonzo Musyoka und der Oppositionspolitiker Raila Odinga an.

DHAKA: Im Südwesten von Bangladesch sind mindestens 200 Menschen durch den Zyklon 'Sidr' ums Leben gekommen. Nach Behördenangaben starben die meisten Menschen durch umstürzende Bäume. Der Tropensturm erreichte Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde und brachte sintflutartige Regenfälle mit sich. Tausende Wellblech- und Bambushütten wurden zerstört. Am Donnerstag waren in den betroffenen Gebieten bereits 350.000 Menschen evakuiert worden. Derzeit bewegt sich 'Sidr' in Richtung Norden auf Dhaka, die Hauptstadt von Bangladesch, zu. Massive Schäden wurden auch aus Indien gemeldet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist bewölkt, im Norden gebietsweise Nieselregen oder Schneegriesel. Nach Westen hin zeitweise auch heiter. Tageswerte zwischen minus drei und plus neun Grad.

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