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Nachrichten

Freitag, 16. Juni 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

BERLIN: Der Bundesrat hat mit den Beratungen über das Antidiskriminierungsgesetz begonnen, mit dem eine EU-Richtlinie umgesetzt wird. Es soll Diskriminierungen im Arbeits- und Zivilrecht verhindern helfen. Thema im Bundesrat ist auch die für 2007 geplante Mehrwertsteuererhöhung. Die Zustimmung der Länderkammer zu der Erhöhung um drei Punkte auf 19 Prozent gilt inzwischen als sicher. Wie Unions- und SPD-Politiker übereinstimmend mitteilten, konnte in der strittigen Frage der Kürzung der Bundesmittel für den Nahverkehr ein Kompromiss erzielt werden. Die Kürzungen werden danach zwischen 2008 und 2010 um rund 500 Millionen Euro geringer ausfallen als von der Bundesregierung bisher geplant. Von einer Einigung in dieser Frage hatten einige Ländervertreter ihre Zustimmung zur Steuerererhöhung abhängig gemacht.

BERLIN: Im Tarifkonflikt der Ärzte an Universitäts- und Landeskliniken kommen die Tarifparteien an diesem Freitag zur wahrscheinlich entscheidenden Verhandlungsrunde zusammen. Beide Seiten hatten sich zuvor optimistisch gezeigt, dass der bislang längste Arbeitskampf der Ärzte in Deutschland nach mehr als drei Monaten beendet werden kann. Die Ärzte verlangen ein deutlich höheres Gehalt, bessere Arbeitszeiten und einen arztspezifischen Tarifvertrag.

SHANGHAI: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat das internationale Angebot zur Lösung des Atomstreits als einen Schritt vorwärts begrüßt. Bei einer Pressekonferenz in Shanghai kündigte er eine Antwort auf das Angebot in -so wörtlich- naher Zukunft an. Ahmadinedschad hatte sich zuvor mit dem chinesischen Präsident Hu Jintao getroffen. Vor der Presse relativierte er auch seine Leugnung des Holocaust. Er plädierte jetzt für eine unabhängige Untersuchung, ob es die Judenvernichtung tatsächlich gegeben habe. Ahmadinedschad hält sich im Rahmen einer regionalen Konferenz zentral-asiatischer Staaten in Shanghai auf.

KABUL: Die US-geführten Truppen und die afghanische Armee haben ihre Offensive gegen die Taliban-Rebellen fortgesetzt. Bei der am Mittwoch begonnenen Operation in der südöstlichen Provinz Paktia seien bislang mindestens 40 Taliban-Kämpfer getötet worden, teilte die US-Armee mit. Ziel sei, im Süden des Landes in den kommenden Wochen die entsprechenden Bedingungen für die Übernahme des Truppen-Kommandos durch die Nato zu schaffen. Die Taliban hatten zuletzt zahlreiche Anschläge unter anderen auf ausländische Truppen und gegen Wiederaufbauteams verübt.

COLOMBO: Sri Lankas Luftwaffe hat erneut die Hochburg der tamilischen Rebellen in der Stadt Kilinochchi im Norden des Landes bombardiert. Anlass war der blutige Anschlag auf einen Bus am Donnerstag, bei dem mindestens 64 Menschen getötet worden sind. Die Regierung machte die tamilischen Rebellen dafür verantwortlich. Diese kündigten an, auf die Bombenangriffe entsprechend reagieren zu wollen. Der seit 2002 geltende Waffenstillstand ist immer brüchiger geworden. Ein Sprecher der hauptsächlich von skandinavischen Ländern besetzten Beobachtermission forderte beide Seiten auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

DILI: Auf Ost-Timor haben die seit Wochen rebellierenden Ex-Soldaten an diesem Freitag mit der Übergabe ihrer Waffen begonnen. Deren Anführer, Major Alfredo Reinado, hatte zuvor angegeben, man folge damit einem Aufruf von Präsident Xanana Gusmao. Die Waffen sollen nach und nach den ausländischen Friedenstruppen übergeben werden, die von ihren Regierungen nach dem Ausbruch des Aufstands im März nach Ost-Timor entsandt worden waren.

KATHMANDU: In Nepal ist es zu einem als historisch bezeichneten ersten Treffen des jahrelang untergetauchten Anführers der maoistischen Rebellen, Prachandra, und Regierungschef Girija Prasad Koirala gekommen. Nachdem beide zunächst alleine miteinander gesprochen hatten, nahmen anschließend die Chefs der sieben wichtigsten Parteien des Landes an dem Treffen teil. Hauptthema ist die Wahl einer neuen verfassunggebenden Versammlung. Es ist bereits der dritte Versuch in Nepal, den seit zehn Jahren andauernden Bürgerkrieg zu beenden.

GENF: Die Vereinten Nationen haben vor einer weiteren Verelendung in den Großstädten gewarnt. Das UN-Siedlungsprogramm UNHABITAT rechnet in seinem neuen Jahresbericht damit, dass die Zahl der Slumbewohner von derzeit einer Milliarde auf rund 1,4 Milliarden im Jahre 2020 steigt. Die meisten Slums gebe es in Entwicklungsländern. Besonders krass sei die Situation in vielen Gegenden des südlichen Afrika sowie Südostasiens. Werde nicht bald mit entsprechenden Maßnahmen reagiert, könnte sich die Unzufriedenheit der Bewohner in den Elendsvierteln gewaltsam entladen.

Zur Fußball-Weltmeisterschaft: In der Gruppe B hat Schweden Paraguay mit 1: 0 besiegt. Paraguay ist damit in der Vorrunde gescheitert. Schweden dagegen kann auf ein Weiterkommen hoffen. England hat sich in der Gruppe B bereits für das Achtelfinale qualifiziert. Das 2:0 über Trinidad/Tobago war jedoch ein mühsamer Arbeitssieg. In der Gruppe A setzte sich Ecuador gegen Costa Rica mit 3:0 durch. Die Südamerikaner stehen damit ebenfalls im Achtelfinale. Der Sieg Ecuadors machte auch die Achtelfinal-Teilnahme der Deutschen perfekt, die tags zuvor Polen mit 1:0 besiegt hatten. Durch einen Sieg gegen Ecuador nächsten Dienstag zöge das Klinsmann-Team als Gruppenerster in die zweite Runde.--Die Partien an diesem Freitag: In der Gruppe C spielen Argentinien - Serbien/Montenegro sowie Niederlande - Elfenbeinküste; in der Gruppe D: Mexiko - Angola.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Osthälfte teils kräftige Gewitter mit Unwettergefahr, im Westen nur noch wenige Schauer. Tageshöchstwerte zwischen 18 Grad an der Nordsee und 30 Grad in der Lausitz.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 15 Grad, bedeckt

Berlin: 19 Grad, leichter Regen

Dresden: 20 Grad, etwas Regen

Köln/Bonn: 13 Grad, bedeckt

Frankfurt am Main: 19 Grad, stark bewölkt

München: 24 Grad, fast wolkenlos