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Nachrichten

Freitag, 16. Februar 2007

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

BERLIN: Die Gesundheitsreform, eines der zentralen und zugleich umstrittensten Reformprojekte der großen Koalition, soll an diesem Freitag die letzte parlamentarische Hürde nehmen. Ungeachtet des Widerstands von fünf Bundesländern gilt eine Zustimmung des Bundes r a t s als sicher. Vertreter der gesetzlichen Kassen machten deutlich, dass sie mit neuem heftigen Streit bei Einführung des Gesundheitsfonds ab 2009 rechnen. Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft rechnet nicht mit einem dauerhaften Bestand der Reformen.

WIESBADEN: In Deutschland ist trotz der höheren Mehrwertsteuer der befürchtete Preisschock zum Jahresbeginn ausgeblieben. Wie das Statistische Bundesamt bekannt gab, stiegen die Verbraucherpreise im Januar um 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Seit Dezember sanken die Lebenshaltungskosten sogar. Es seien kaum Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent erkennbar, sondern vor allem Saisoneffekte, erläuterten die Bundesstatistiker.

MOSKAU: Mit einer überraschenden Regierungsumbildung hat der russische Präsident Wladimir Putin seinen bisherigen Verteidigungsminister Sergej Iwanow befördert. Er ernannte den 54-Jährigen zum neuen Ersten Vize-Regierungschef. Putin teilte mit, Iwanow werde neben dem Rüstungskomplex für Teile der zivilen Wirtschaft zuständig sein. Der frühere Geheimdienstler und Vertreter einer harten Linie gilt seit langem als möglicher Nachfolgekandidat Putins, dessen Amtszeit 2008 ausläuft. Zum neuen Verteidigungsminister wurde der bisherige Chef der Steuerbehörde, Anatoli Serdjukow, bestimmt.

GAZA-STADT: Der palästinensische Ministerpräsident Ismail Hanija hat formell seinen Rücktritt erklärt und damit den Weg für eine Einheitsregierung von Hamas und Fatah freigemacht. Präsident Mahmud Abbas beauftragte Hanija mit der Regierungsbildung. Dazu hat er jetzt fünf Wochen Zeit. Ziel ist es, wie vergangene Woche im saudiarabischen Mekka vereinbart, den seit Monaten andauernden Machtkampf zwischen der radikal-islamischen Hamas unter der Führung von Hanija und der gemäßigteren Fatah von Abbas zu beenden. Weiterhin ist unklar, ob und in welcher Form die künftige palästinensische Regierung das Existenzrecht des Staates Israel anerkennen wird.

WASHINGTON: Angesichts der immer weiter zunehmenden Gewalt in Afghanistan hat US-Präsident George W. Bush die NATO-Partner zu mehr Engagement aufgefordert. Die Allianz müsse dem Beispiel der USA folgen und mehr Soldaten bereitstellen, um Sicherheitslücken zu füllen. Es dürfe keine nationalen Sonderregelungen für den Einsatzort der Soldaten geben, sagte Bush in Washington. In diesem Zusammenhang ist die Beschränkung des Bundeswehreinsatzes auf den Norden Afghanistans und auf Kabul bereits mehrfach in die Kritik geraten. Die US-Armee entsendet 3.200 weitere Soldaten, um unter anderem gegen die befürchtete Frühjahrsoffensive der radikal- islamischen Taliban gewappnet zu sein.

BAGDAD: Der El-Kaida-Führer im Irak, Abu Ajjub Al-Masri, soll bei einem Gefecht mit irakischen Soldaten nördlich der Hauptstadt Bagdad verletzt worden sein. Mehrere Fernsehsender berichten unter Berufung auf das Innenministerium, Al-Masri sei nach dem Gefecht geflohen. Einer seiner Berater sei getötet worden. Der gebürtige Ägypter Al-Masri hatte im Juni vergangenen Jahres die Nachfolge des bei einem US-Angriff getöteten El-Kaida-Chefs Abu Mussab El Sarkawi übernommen.

SEOUL: Immer mehr Nordkoreaner flüchten aus dem verarmten kommunistischen Staat ins benachbarte Südkorea. Das südkoreanische Vereinigungsministerium teilte mit, seit Ende des Koreakrieges im Jahr 1953 habe deren Zahl inzwischen die 10.000-er Marke überschritten. Derweil deutete Südkoreas Präsident Roh Moo-hyun eine Wiederaufnahme der Reis- und Düngemittellieferungen an, die im vergangenen Jahr wegen des nordkoreanischen Raketentests gestoppt worden waren. Er verteidigte die Hilfe zudem gegen Kritiker und verglich sie mit dem US-Marshall-Plan für Europa nach dem Zweiten Weltkrieg.

BOGOTA: Im Kampf gegen die mächtigen Drogenkartelle in Kolumbien hat die Polizei mehr als zehn Millionen Dollar Bargeld beschlagnahmt. Das Geld sei in einer Luxuswohnung in der Stadt Cali im Westen des Landes entdeckt worden, teilte die Polizei mit. In der Region um Cali herrscht das für seine besondere Brutalität berüchtigte Drogenkartell Norte del Valle, das allein in den vergangenen acht Jahren etwa 500 Tonnen Kokain im Wert von rund zehn Milliarden Dollar exportiert haben soll. Kolumbien gilt als weltweit größter Produzent von Kokain.

LAS PALMAS: Die Entführung einer mauretanischen Passagiermaschine ist auf dem Flughafen von Las Palmas auf Gran Canaria unblutig beendet worden. Nach Angaben der Behörden stellten die Sicherheitskräfte den Kidnapper. Alle 79 Insassen seien wohlauf. Zuvor hatte es geheißen, einige Passagiere seien möglicherweise durch Schüsse des Entführers verletzt worden. Der Luftpirat hatte die Boeing 737 kurz nach dem Start in Mauretaniens Hauptstadt Nouakchott auf einem Inlandsflug in seine Gewalt gebracht. Er wollte angeblich nach Frankreich.

LOS ANGELES: Mit Mega-Konzerten auf mehreren Kontinenten soll im Juli auf den Klimawandel aufmerksam gemacht werden. Der frühere US-Vizepräsident Al Gore kündigte die Konzerte unter dem Motto 'SOS - Save our Selves' für das symbolische Datum des 7.7.07 an. Der Klimawandel betreffe jeden und könne nur mit einer gemeinsamen globalen Bewegung gestoppt werden, sagte Gore in Los Angeles. Nach dem Vorbild der 'Live 8'-Konzerte im Kampf gegen die Armut in Afrika sollen bei den Konzerten bekannte Künstler auftreten. Mit den Einnahmen soll eine Stiftung zum Kampf gegen den Klimawandel gegründet werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten meist neblig-trüb, sonst viel Sonne. An der Ostsee maximal vier, am Rhein bis zu 15 Grad.

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