1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Freitag, 15. September 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush ist mit seinen Plänen für die Lockerung der Vorschriften bei Verhören von Terrorverdächtigen auf Widerstand im Kongress gestoßen. Der Streitkräfteausschuss des Senats stimmte für einen eigenen Gesetzentwurf, der ein Folterverbot klar festschreibt. Vier Senatoren von Bushs republikanischer Partei stimmten mit den Demokraten und verhalfen der Vorlage zur Mehrheit. Das Votum im republikanisch dominierten Senatsplenum steht noch aus. Bush will mit einem neuen Gesetz ermöglichen, dass weiter scharfe Verhörmethoden bei Terrorverdächtigen angewandt werden können. Zugleich sollen damit die zuständigen US-Beamten vor der Verfolgung wegen Kriegsverbrechen geschützt werden.

JERUSALEM: Der tödliche Beschuss eines UN-Beobachterpostens im Südlibanon durch das israelische Militär ist auf fehlerhafte Karten der Region zurückzuführen. Dies geht aus einem israelischen Untersuchungsbericht zu dem Zwischenfall hervor. Bei dem Angriff, der der Hisbollah-Miliz galt, waren im Juli im Rahmen der Libanon-Offensive vier Mitarbeiter der Vereinten Nationen aus Österreich, Kanada, China und Finnland getötet worden. Die UN wollen eigene Untersuchungen zu der israelischen Militäraktion durchführen.

SINGAPUR: Der Internationale Währungsfonds hat die Weltgemeinschaft ermahnt, sich für schwierigere Zeiten zu wappnen. Die Phase robusten Weltwirtschaftswachstums werde nicht für immer anhalten, warnte IWF-Direktor Rodrigo de Rato auf der gemeinsamen Jahrestagung von Währungsfonds und Weltbank in Singapur. Das gegenwärtig starke Wirtschaftswachstum sollte genutzt werden, jetzt Vorsorge gegen mögliche Finanzkrisen zu schaffen.

ISLAMABAD: Das pakistanische Parlament hat in einer einstimmig verabschiedeten Resolution die Bemerkungen von Papst Benedikt XVI. zum Islam verurteilt. Die Äußerungen seien abfällig, der Papst müsse sich dafür bei den Muslimen entschuldigen. Der Vatikan hatte nach der Kritik von Muslimen an den Äußerungen schon versucht, die Haltung des Papstes klarzustellen. Der Papst respektiere den Islam, erklärte Vatikansprecher Federico Lombardi nach der Rückkehr des Kirchenoberhaupts von dessen Deutschlandbesuch. Benedikt hatte in einer Rede in Regensburg einen Kaiser aus dem 14. Jahrhundert zitiert. Dieser hatte erklärt, der Prophet Mohammed habe nur Schlechtes und Inhumanes in die Welt gebracht.

SYDNEY: Die australische Regierung plant die Einführung eines Einbürgerungstests. Dies kündigte Ministerpräsident John Howard an. So sollen etwa Englischkenntnisse und Kenntnisse der australischen Geschichte und Kultur überprüft werden. Bislang verlangt das Land von Einbürgerungswilligen nur, dass sie sich eine Liste mit zehn Rechten und Pflichten der australischen Bürger einprägen.

MADRID: Erstmals ist vor den Kanarischen Inseln ein Boot mit einer großen Anzahl asiatischer Flüchtlinge aufgetaucht. Auf dem Fischerboot, das wahrscheinlich aus Guinea-Bissau kam, waren etwa 220 Menschen, die meisten aus Pakistan. Das Boot wurde nach Teneriffa geschleppt. Zuvor war eine erste Gruppe senegalesischer Flüchtlinge in ihre Heimat zurückgeflogen worden. Bislang war die Rückführung am Widerstand der dortigen Behörden gescheitert. Seit Jahresanfang kamen etwa 25.000 afrikanische Flüchtlinge auf den Kanarischen Inseln an.

BRÜSSEL: Der Grünen-Europa-Abgeordnete Cem Özdemir hat Deutschland schweres Versagen bei der Wahrung der Menschenrechte im Anti-Terror-Kampf vorgeworfen. Die frühere Bundesregierung unter Gerhard Schröder habe nicht genug für die Freilassung des Deutsch-Türken Murat Kurnaz unternommen. Die gegenwärtige Regierung setze sich nicht ausreichend für den Deutsch-Syrer Mohammed Zammar ein, der in einem syrischen Folterkeller sitze. Es könne nicht angehen, dass Zammar, der einen deutschen Pass besitze, nicht geholfen werde, weil Syrien ihn nicht aus der Staatsbürgerschaft entlasse.

BERLIN: In die festgefahrenen Verhandlungen über die Gesundheitsreform ist wieder Bewegung gekommen. Eine Expertengruppe der großen Koalition einigte sich nach achtstündigen Beratungen am Donnerstagabend in Berlin auf einen Drei-Stufen-Plan zur Entschuldung der Krankenkassen. Die übrigen strittigen Punkte sollen bis zum Ende nächster Woche geklärt werden. Dies gelte auch für den Gesundheitsfonds und die Neuregelungen für die Private Krankenversicherung, teilten die Verhandlungsführer von Union und SPD, Wolfgang Zöller und Elke Ferner, mit.

DETROIT: Der angeschlagene US-Autokonzern Ford hat sich mit den Gewerkschaften auf einen Plan zum Stellenabbau geeinigt. Mit dem Abkommen wird allen 75.000 Arbeitern in den amerikanischen Ford-Werken ein Angebot zum freiwilligen Verlassen des Unternehmens gemacht. Jüngeren Mitarbeitern werden Abfindungszahlungen, älteren Übergangsregelungen in den Ruhestand angeboten. Ford hat in der ersten Hälfte dieses Jahres rund 1,4 Milliarden Dollar Verlust gemacht.

FLORENZ: Die italienische Schriftstellerin und Journalistin Oriana Fallaci ist im Alter von 77 Jahren in Florenz gestorben. Sie war seit längerem an Krebs erkrankt. Fallaci hatte sich noch kürzlich vor Gericht verantworten müssen, weil ihr Buch 'Die Kritik der Vernunft' nach Ansicht von Muslimen den Islam beleidigt. Darin schrieb sie unter anderem, Europa werde jeden Tag mehr zu einer Kolonie des Islam.

FRANKFURT AM MAIN: Die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland ist auch finanziell ein großer Erfolg gewesen. Das WM-Organisationskomitee erwirtschaftete nach vorläufigen Zahlen einen Überschuss von 135 Millionen Euro. Nach Steuern und einer Zahlung an den Fußball-Weltverband FIFA bleiben mehr als 56 Millionen Euro Gewinn. Diesen teilen sich der DFB und die Deutsche Fußball-Liga.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend wieder heiter und trocken. Im Südwesten im Tagesverlauf einzelne Schauer. Tagestemperaturen zwischen 22 und 28 Grad.

Audio und Video zum Thema