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Nachrichten

Freitag, 15. Mai 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag- als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WIESBADEN: Die deutsche Wirtschaft ist zu Jahresbeginn so stark eingebrochen wie nie. Das Bruttoinlandsprodukt sank von Januar bis März im Vergleich zum Vorquartal um 3,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Dies war der größte Rückgang seit Einführung der Quartalsvergleiche im Jahr 1970. Damit ging das BIP zum vierten Mal in Folge gegenüber dem Vorquartal zurück. Im Vergleich zum ersten Quartal 2008 bedeutet das ein Minus von 6,9 Prozent. Als Gründe für den Einbruch der Wirtschaftsleistung nannten die Statistiker sowohl die deutlich zurückgegangenen Exporte und Importe als auch niedrigere Investitionen. Die Konsumausgaben seien dagegen gestiegen. - Das Bruttoinlandsprodukt drückt den Wert aller erwirtschafteten Waren und Dienstleistungen aus.

BERLIN: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag DIHK hat nach der jüngsten Steuerschätzung vor Panikmache gewarnt. Die Einnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden lägen in den kommenden fünf Jahren trotz der Krise durchschnittlich über denen der vergangenen fünf Jahre, sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann der "Frankfurter Rundschau". Driftmann meldete auch Zweifel an der Aussagefähigkeit der Zahl von 316 Milliarden Euro Mindereinnahmen an. Das seien fiktive Mindereinnahmen angesichts einer zu optimisischen früheren Prognose. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück mahnte angesichts der Steuerschätzung Haushaltsdisziplin an und schloss sowohl Steuersenkungen als auch Steuererhöhungen aus.

BERLIN: Die Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Opel-Standorten unterstützen eine Treuhandlösung für den angeschlagenen Autobauer. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" nach einer Befragung der Politiker. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will mit der vorgeschlagenen Übergangslösung Opel im Falle einer Insolvenz den US-Mutterkonzerns General Motors vor der Pleite retten und Zeit für die Suche nach einem Investor gewinnen. Als Finanzier ist ein Bankenkonsortium unter Beteiligung der KfW-Bankengruppe im Gespräch. Opel hat Standorte in vier Bundesländern. Dort sind insgesamt rund 25.000 Menschen beschäftigt.

COLOMBO: Sri Lankas Regierung zeigt sich fest entschlossen, den letzten noch von tamilischen Rebellen gehaltenen Küstenstreifen bis Sonntag einzunehmen. Binnen 48 Stunden sollten die bis zu 50.000 dort festsitzenden Zivilisten "aus den Klauen der Rebellen befreit" werden, zitierte ein Regierungssprecher den srilankischen Präsidenten Mahinda Rajapakse. Die Armee werde die Kontrolle über das gesamte Tamilengebiet übernehmen. Der Weltsicherheitsrat hatte zuvor eindringlich an die Konfliktparteien appelliert, die Sicherheit der Zivilbevölkerung in der Region zu garantieren. Durch eine im Januar gestartete Großoffensive konnten die sogenannten "Befreiungstiger von Tamil Eelam" im Nordosten Sri Lankas auf ein wenige Quadratkilometer großes Gebiet zurückgedrängt werden.

BERLIN: Angesichts schwerer Kämpfe zwischen Armee und radikal-islamischen Taliban im Swat-Tal im Nordwesten Pakistans hat sich Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier besorgt über die Lage der Zivilbevölkerung geäußert. Hunderttausende Menschen dort seien auf der Flucht und brauchten dringend Hilfe, sagte Steinmeier der "Bild"-Zeitung. Der Minister appellierte an die pakistanische Regierung, endlich Recht und Ordnung wiederherzustellen. - Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in den vergangenen zweieinhalb Wochen mehr als 830.000 Menschen vor den Kämpfen im Swat-Tal geflohen. Neben anderer internationaler Hilfe für die Betroffenen stellte Deutschland drei Millionen Euro bereit. Die Europäische Union hilft mit 5,5 Millionen Euro.

TOKIO: Japan schickt zwei Aufklärungsflugzeuge in den Kampf gegen Piraten vor der Küste Somalias. Das Verteidigungsministerium teilte mit, die Maschinen würden im Juni in Dschibuti stationiert. Sie sollen die beiden japanischen Zerstörer unterstützen, die seit März im Golf von Aden patrouillieren. In der Region ist inzwischen mehr als ein Dutzend Kriegsschiffe aus anderen Ländern im Einsatz, darunter Deutschland. Es ist das erste Mal, dass sich Japans Streitkräfte an einer solchen Aktion in ausländischen Gewässern beteiligen. Derweil kündigte der Iran an, zwei Kriegsschiffe für die Piratenbekämpfung abzustellen. Am Donnerstag vereitelten Kriegsschiffe aus den USA und Südkorea die Kaperung eines ägyptischen Frachters und nahmen 17 mutmaßliche Seeräuber fest.

JERUSALEM: Papst Benedikt XVI. hat am letzten Tag seiner Nahost-Reise Christen, Juden und Muslime erneut zur Versöhnung aufgerufen. Benedikt appellierte bei seinem Besuch im griechisch-orthodoxen Patriarchat in Jerusalem an die Gläubigen der Stadt, die Religionsfreiheit zu achten und friedlich zusammenzuleben. Die Bewohner der Stadt sollten zudem die Chance auf angemessenen Wohnraum sowie ungehinderten Zugang zu Bildung und Arbeit haben. Israel hatte Ostjerusalem 1967 besetzt und später annektiert. Seitdem beklagt die arabische Bevölkerung, zu der die Christen gehören, dass die Stadtverwaltung ihnen zu wenige Baugenehmigungen erteilt. Zum Abschluss seines Israel-Besuchs betete Benedikt in der Grabeskirche Christi.

WIEN: Nach ihrer Entlassung aus viermonatiger Haft hat die US-Journalistin Roxana Saberi den Iran verlassen und ist nach Wien geflogen. Das berichtet der Österreichische Rundfunk. Die 32-Jährige wird nach einer Meldung der Nachrichtenagentur afp von ihren Eltern und ihrem Bruder begleitet. Ihr Vater hatte zuvor angekündigt, dass Saberi rasch in die USA zurückkehren werde. Die iranischstämmige Journalistin war am Montag aus einem Gefängnis in Teheran entlassen worden. Zuvor war ihre achtjährige Haftstrafe wegen Spionage für die USA in eine zweijährige Bewährungsstrafe umgewandelt worden. US-Präsident Barack Obama hatte sich persönlich für ihre Freilassung eingesetzt.

JAKARTA: Zum Abschluss der ersten Weltozeankonferenz in Indonesien haben die etwa 5.000 Teilnehmer einen Appell gegen Meeresverschmutzung und Überfischung verabschiedet. Die Regierungsvertreter aus mehr als 80 Staaten sprachen sich in Manado auf der Insel Sulawesi auch dafür aus, die von dauerhafter Überschwemmung gefährdeten Küstenregionen vor den Auswirkungen des Klimawandels zu bewahren. In der Abschlusserklärung rief die Konferenz insbesondere zum Schutz von Mangrovenwäldern, Feuchtgebieten und Korallenriffen auf.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Fast überall regnerisch, nur in Südostbayern und an Oder und Neiße meist trocken mit Aufheiterungen. Höchstwerte 10 bis 25 Grad.


Am Morgen meldeten:


Hamburg und Berlin: 12°, wolkig;

Dresden: 13°, leicht bewölkt;
Köln/Bonn: 16°, stark bewölkt;

Frankfurt am Main: 15°, stark bewölkt, sowie

München: 11°, dunstig.

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