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Nachrichten

Freitag, 15. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

RÜSSELSHEIM: Der Autobauer Opel bekommt eine neue Führung. Hans Demant, der bisherige Opel-Chef, ist zurückgetreten. Demant, der seit 2004 an der Spitze von Opel stand, wird künftig die Produktrechte des Opel-Mutterkonzerns General Motors überwachen. Beobachter gehen davon aus, dass Nick Reilly, der Europachef von General Motors, künftig auch Opel leiten wird. - Im Januar und Februar sind laut der "Süddeutschen Zeitung" an den vier deutschen Standorten rund 12.000 Opel-Mitarbeiter von Kurzarbeit betroffen. Als Grund wurde die geringe Nachfrage genannt.

BERLIN: Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, gibt sein Amt auf. Er werde auf dem nächsten Bundesparteitag im Mai nicht erneut für den Posten kandidieren, erklärte Bartsch in Berlin. Der Linken-Politiker zog damit die Konsequenzen aus dem Machtkampf mit Parteichef Oskar Lafontaine. Bartsch, dessen Verhältnis zu Lafontaine als zerrüttet gilt, war zuletzt Illoyalität vorgeworfen worden. Während der Geschäftsführer bei den ostdeutschen Landesverbänden großen Rückhalt genoß, verlangten viele westdeutsche Linken-Politiker seine Ablösung.

PEKING: Bundesaußenminister Guido Westerwelle ist zu seinem Antrittsbesuch in China eingetroffen. In Peking kam er zunächst mit Außenminister Yang Jiechi zusammen. Nach den Worten von Westerwelle setzte er sich bei der Begegnung für eine Verbesserung der Menschenrechtslage in China ein. Später stehen auch Gespräche mit Regierungschef Wen Jiabao auf dem Programm. Themen dürften dann neben Wirtschaftsfragen der Klimaschutz sowie mögliche Sanktionen gegen den Iran wegen dessen Atompolitik sein. - Die Ehefrauen der prominenten chinesischen Dissidenten Liu Xiaobo und Hu Jia forderten Westerwelle auf, sich für ihre inhaftierten Männer einzusetzen.

PORT-AU-PRINCE: Nach dem schweren Erdbeben in Haiti ist die Lage in den betroffenen Gebieten weiter dramatisch. Noch immer graben die Überlebenden mit bloßen Händen in den Trümmern nach Vermissten. Nach Schätzungen des Roten Kreuzes sind bei dem Beben vom Dienstag bis zu 50.000 Menschen ums Leben gekommen. Soldaten haben damit begonnen, die Beisetzung von Opfern in Massengräbern vorzubereiten. Damit soll der Ausbruch von Seuchen in der stark zerstörten Hauptstadt Port-au-Prince verhindert werden. Korrespondentenberichten zufolge ist die Stimmung in der Bevölkerung verzweifelt. Ein Sprecher der UN-Friedensmission sagte, die Menschen würden angesichts schleppender Hilfsmaßnahmen wütender und ungeduldiger. Bereits die dritte Nacht in Folge verbrachten die meisten Einwohner von Port-au-Prince im Freien. Drei Millionen Menschen sind obdachlos.

WASHINGTON: Die USA haben sich an die Spitze der internationalen Hilfe für die Erdbebenopfer in Haiti gestellt. US-Präsident Barack Obama berief einen Krisenstab ein und stellte als Sofortmaßnahme 100 Millionen Dollar zur Verfügung. Der Präsident bat zudem seine Amtsvorgänger George W. Bush und Bill Clinton, die Katastrophenhilfe für Haiti zu koordinieren. Soldaten der US-Küstenwache sind bereits in dem Karibikstaat im Einsatz. An diesem Freitag soll vor Haiti ein amerikanischer Flugzeugträger mit Hubschraubern eintreffen, die dringend für die Verteilung der Hilfsgüter benötigt werden. Am Flughafen von Port-au-Prince sind mittlerweile rund 60 Maschinen aus aller Welt mit Lebensmitteln und Medikamenten eingetroffen, was die Helfer vor Ort vor logistische Probleme stellt. Zeitweise war der Luftraum über der Stadt überfüllt. Nach Einschätzung des Roten Kreuzes gibt es in Haiti kein ausreichendes Krisenmanagement.

WASHINGTON: In den USA sorgen hohe Bonus-Zahlungen an Bankmanager weiter für Unmut. Nach Agenturberichten plant etwa die Citigroup, ihren führenden Mitarbeitern für das Krisenjahr 2009 ähnlich hohe Boni zu zahlen wie im Jahr zuvor. US-Präsident Barack Obama stellte in Washington seine Pläne vor, die Geldinstitute im Gegenzug an den Kosten des staatlichen Bankenrettungsfonds während der Finanzkrise zu beteiligen. "Wir wollen unser Geld zurück und wir werden es bekommen", sagte Obama wörtlich. Die 50 größten Banken sollten mindestens zehn Jahre lang eine Sonderabgabe bezahlen. Nach Angaben des Weißen Hauses sollen so jene 117 Milliarden Dollar zusammenkommen, die als Verlust beim Bankenrettungsfonds erwartet werden.

WASHINGTON: Die US-Regierung hat Gespräche mit Vertretern Chinas über den massiven Angriff von Hackern auf den Internet-Konzern Google in der Volksrepublik aufgenommen. Washington verlange eine Aufklärung des Falles, teilte ein Sprecher des Außenministeriums mit. Nach Angaben von Google wollten die Hacker in E-Mail-Konten chinesischer Bürgerrechtler einbrechen. Ein Sprecher von Präsident Barack Obama sagte, die Regierung unterstütze die Entscheidung von Google, wegen des Angriffs die chinesischen Zensurvorschriften nicht mehr zu respektieren und sich notfalls ganz aus der Volksrepublik zurückzuziehen. - Bei der Attacke auf Google nutzten die Hacker offenbar eine bislang unbekannte Sicherheitslücke beim Internet-Explorer von Microsoft. Der US-Software-Riese bestätigte, dass es eine Lücke gebe.

BRÜSSEL: Die designierte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard hat Europa zu einer stärkeren Reduzierung der Treibhausgase aufgefordert. Bei ihrer Anhörung vor der endgültigen Berufung im Europaparlament sagte Hedegaard, die Union müsse in dieser Frage zusammenhalten. Der Kohlendioxid-Ausstoß solle bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent unter das Niveau von 1990 gesenkt werden. Die Dänin wies zugleich Vorwürfe zurück, nach dem Scheitern des Kopenhagener Klimagipfels ungeeignet für das Amt in der EU-Kommission zu sein. Man dürfe nicht diejenigen kritisieren, die versucht hätten, die Welt zu mobilisieren.

BERLIN: Mit dem traditionellen Prominentenrundgang ist die 75. Grüne Woche in Berlin gestartet. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner führte die Runde an, gefolgt von Bauernpräsident Gerd Sonnleitner und Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit. Auf der Messe präsentieren noch bis übernächsten Sonntag fast 1600 Austeller ihre Agrarprodukte. - Ilse Aigner kündigte zur Eröffnung der Messe eine Bildungsinitiative in Kindergärten und Schulen zum Thema Ernährung an. Kinder sollten so früh wie möglich zu kritischen Verbrauchern erzogen werden.

BERLIN: Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat sich dafür ausgesprochen, den Atommüll aus der einsturzgefährdeten Schachtanlage Asse bei Wolfenbüttel möglichst zurückzuholen und woanders endzulagern. Vor einer endgültigen Entscheidung müsse es aber noch Untersuchungen geben, etwa zum Zustand der Abfälle, sagte der CDU-Politiker der "Braunschweiger Zeitung". - Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, den gesamten Atommüll aus dem maroden Lager Asse herauszuholen. Laut "Kölner Stadt-Anzeiger" schlägt das Bundesamt vor, die Fässer in Zukunft im stillgelegten Eisenerz-Bergwerk Schacht Konrad bei Salzgitter zu lagern.

MÜNCHEN: In der Debatte um mehr Zuwanderer im öffentlichen Dienst haben sich Politiker von Union und SPD gegen eine Quotenregelung ausgesprochen. Der SPD-Politiker Olaf Scholz sagte der "Süddeutschen Zeitung", eine solche Regelung sei mit der Verfassungskultur in Deutschland nicht vereinbar. Auch der CDU-Innenexperte Hans-Peter Uhl lehnte eine gesetzliche Verpflichtung zur Einstellung eines bestimmten Anteils aus Zuwandererfamilien ab. Sie reagierten damit auf einen Vorstoß der Integrationsbeauftragten Maria Böhmer. Sie forderte, mehr Menschen mit Migrations-Hintergrund im öffentlichen Dienst einzusetzen.

Das Wetter in Deutschland: Im Norden und Nordosten dicht bewölkt oder trüb, sonst gebietsweise heiter und trocken. Tageshöchsttemperaturen zwischen minus fünf Grad im Osten und plus drei im Westen.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: Minus 2 Grad, dunstig

Berlin: Minus 4 Grad, dunstig

Dresden: Minus 1 Grad, bedeckt

Köln/Bonn: Plus 1 Grad, bedeckt

Frankfurt am Main: 0 Grad, bedeckt

München: Minus 3 Grad, dunstig.

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