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Nachrichten

Freitag, 15. Februar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Nach der Steuerfahndung bei Postchef Klaus Zumwinkel sollen nach Informationen des 'Handelsblatts' in den kommenden Tagen Razzien bei weiteren reichen und prominenten deutschen Steuersündern durchgeführt werden. Zumwinkel war am Donnerstag zu den Vorwürfen, Steuern in Höhe von mindestens einer Million Euro hinterzogen zu haben, vernommen worden. Weil er geständig war und eine hohe Kaution hinterlegte, blieb er auf freiem Fuß. Mehrere Politiker fordern inzwischen den sofortigen Rücktritt des Postchefs. SPD-Chef Kurt Beck rief die Justiz auf, keinen -so wörtlich- Deal mit ihm einzugehen. Das würde dem Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung widersprechen. Es war erwartet worden, dass der 64-jährige Zumwinkel Ende des Jahres aus Altersgründen bei der Post ausscheidet.

BERLIN: Die internationale Bankenkrise ist laut Finanzminister Peer Steinbrück noch nicht zuende. In einer Regierungserklärung zur Lage auf den Finanzmärkten sagte er im Bundestag, noch sei nicht klar, welches Institut in welchem Ausmaß betroffen sei. Er forderte alle Banken, die mit so genannten faulen Krediten zu tun hätten, auf, -so wörtlich- klar Schiff zu machen und Wertberichtigungen vorzunehmen. Insgesamt werde von 400 Milliarden Dollar an Wertberichtigungen ausgegangen; gerade ein Drittel davon sei vorgenommen. Steinbrück machte deutlich, dass es wegen der Finanzkrise kein kurzfristiges Stützungsprogramm der Bundesregierung nach dem Vorbild der USA geben werde. Die international beschlossenen Maßnahmen würden die Finanzmärkte beruhigen und stabilisieren.

BONN: Die Postbank hat trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen im vergangenen Jahr ihren Gewinn deutlich gesteigert. Die zur Deutschen Post gehörende Bank steigerte ihren Reingewinn im Vergleich zu 2006 um 25 Prozent auf 870 Millionen Euro. Als Gründe gab das Unternehmen ein starkes Zinsgeschäft sowie positive Effekte aus der Unternehmenssteuerreform an. Die Auswirkungen der US-Hypothekenkrise habe man gut weggesteckt: die Wertminderung habe bei 112 Millionen Euro gelegen. In diesem Jahr strebt die Postbank trotz Übernahmegerüchten eine weitere Steigerung ihres Geschäfts an. Interesse an einer Übernahme hat unter anderen die Deutsche Bank angemeldet.

NEW YORK/ PRISTINA: Serbien hat vor dem Weltsicherheitsrat für den Fall einer Unabhängigkeitserklärung den Kosovo-Albanern mit Sanktionen gedroht, aber nicht mit gewaltsamen oder militärischen Schritten. Man werde alle wirtschaftlichen und diplomatischen Mittel nutzen, um eine Loslösung der Provinz im Süden zu verhindern oder rückgängig zu machen, sagte der serbische Außenminister Vuk Jeremic in New York. Serbien und Russland riefen den Weltsicherheitsrat auf, sich der angekündigten Abspaltung entgegenzustellen. -- Neben den USA sind die meisten EU-Staaten bereit, den neuen Staat auf dem Balkan umgehend anzuerkennen, darunter auch Deutschland. Es wurde erwartet, dass der Regierungschef des Kosovo, Hashim Thaci, noch diesen Freitag das genaue Datum der Unabhängigkeitserklärung bekanntgeben wird.

KRASNOJARSK: Einen Tag nach der Grundsatzrede von Russlands Präsident Wladimir Putin hat dessen voraussichtlicher Nachfolger Dmitri Medwedew seine eigenen politischen Ideen umrissen. Als Hauptziele nannte er dabei weniger staatliche Kontrolle der Wirtschaft, die Förderung des Mittelstands und den Schutz des Privatbesitzes. Sollte er in das höchste Staatsamt gewählt werden, werde er sich außerdem für eine unabhängige Justiz einsetzen, sagte Medwedew auf einem Wirtschaftsforum im sibirischen Krasnojarsk. Zudem müsse die grassierende Korruption stärker bekämpft werden. --- Der 42-jährige Politiker ist derzeit Erster Stellvertretender Ministerpräsident und geht als Favorit in die Präsidentenwahl am 2. März.

PEKING: Trotz einer weltweiten Konjunkturabkühlung erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) für China in diesem Jahr ein Wachstum von zehn Prozent. Die gegenwärtige Finanzkrise, die auf dem US-Immobilienmarkt begonnen habe, beeinträchtige auch die chinesische Wirtschaft, führe aber nur zu einer geringeren Abschwächung, sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in Peking. 2007 hatte der Zuwachs bei 11,4 Prozent gelegen. --- Nach Treffen mit Regierung und Zentralbank sprach sich Strauss-Kahn vor der Presse für eine "schnellere Aufwertung" des chinesischen Yuan aus. - Ein flexiblerer Wechselkurs sei im eigenen Interesse Chinas, um Stabilität zu wahren und globale Ungleichgewichte im Handel zu bewältigen.

N'DJAMENA: Knapp zwei Wochen nach dem Rebellenangriff auf die Hauptstadt des Tschad hat Staatspräsident Idriss Déby den Ausnahmezustand über das gesamte Land verhängt. Mit den auf 15 Tage befristeten Maßnahmen solle die Stabilität des Staates gewährleistet werden, erklärte Déby in Fernsehen und Rundfunk. Ab Mitternacht galt eine nächtliche Ausgangssperre. --- Die Polizei erhält Sonderrechte zur Personenkontrolle und zur Durchsuchung von Wohnungen. Anfang Februar war es den Rebellen gelungen, bis zum Präsidentenpalast in N'Djamena vorzustoßen. Regierungstruppen konnten die Aufständischen allerdings zurückschlagen.

NAIROBI: Die verfeindeten politischen Lager in Kenia haben sich darauf geeinigt, eine neue Verfassung auszuarbeiten. Dies soll nach Auskunft von Unterhändlern der Regierung binnen eines Jahres geschehen. Zudem wurde in Nairobi mitgeteilt, dass die Konfliktparteien ein Abkommen unterzeichnet hätten. Der als Vermittler tätige frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan werde an diesem Freitag Einzelheiten der Vereinbarung bekanntgeben. Die Zusammensetzung der kenianischen Regierung - das Hauptstreitthema zwischen den Anhängern von Präsident Mwai Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga - sei aber nach wie vor strittig, hieß es weiter.

CHICAGO: Wieder ist eine Hochschule in den USA Schauplatz eines Blutbads geworden. Bei einem Amoklauf an der Universität von Northern Illinois tötete ein ehemaliger Student in einem Hörsaal fünf Personen und verletzte 16 weitere, bevor er sich selbst erschoss. -- Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich bei dem Täter um einen ehemaligen Soziologie-Studenten der Universität in DeKalb bei Chicago, der aktuell aber nicht eingeschrieben war. --- Es war bereits die fünfte Schießerei an einer amerikanischen Schule binnen einer Woche.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und Südwesten zunächst wolkig, dann im Tagesverlauf wie im übrigen Bundesgebiet heiter und gelegentlich sonnig. Tagestemperaturen zwischen ein und acht Grad.


Am Morgen meldeten:

Hamburg: minus 4°, wolkenlos;

Berlin: minus 1°, fast wolkenlos;

Dresden: minus 3°, wolkig;

Köln/Bonn: 1°, wolkig;

Frankfurt am Main: 2°, stark bewölkt und

München: minus 1°, Glatteisregen.

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