1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Freitag, 14. Dezember 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 11-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BRÜSSEL: Nach der Unterzeichnung des EU-Reformvertrags sind die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union in Brüssel zu einem Gipfeltreffen zusammengekommen. Im Mittelpunkt der Beratungen dürfte die Kosovo-Frage stehen. Die EU ist uneins darüber, wie sie auf eine zu erwartende Unabhängigkeitserklärung der südserbischen Provinz reagieren sollte. Entschiedene Kritik an einer Souveränität kommt von Zypern. Die Regierung der Republik Zypern ist besorgt, dass von einer solchen Entwicklung auch ein Signal für den türkisch-zyprischen Norden der Mittelmeerinsel ausgehen könnte. Auch Spanien, die Slowakei, Griechenland und Rumänien haben sich besorgt gezeigt, dass eine Unabhängigkeit des Kosovo separatistischen Bestrebungen in anderen Ländern Auftrieb geben könnte. Daneben steht die Einsetzung eines sogenannten Rates der Weisen auf der Tagesordnung. Dieses vom französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy vorgeschlagene Gremium soll sich mit wichtigen Zukunftsfragen befassen.

NUSA DUA: Die Beratungen der Welt-Klimakonferenz auf Bali haben sich auf die Frage zugespitzt, ob im Abschlussdokument konkrete Ziele für die Treibhausgasminderung der Industriestaaten festgeschrieben werden. Wenige Stunden vor dem Ende der Konferenz zeichnet sich noch keinerlei Einigung ab. Über die Knackpunkte verhandeln stellvertretend für die mehr als 150 Länder auf Bali zur Zeit noch zwölf Minister in einer Kerngruppe, darunter der deutsche Bundesumweltminister Siegmar Gabriel. Die EU besteht weiterhin auf einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes um bis zu 40 Prozent bis 2020. Dagegen sperren sich vor allem die die USA sowie die Länder Kanada, Japan und Saudi-Arabien. Einigung erzielte die Konferenz indes beim Schutz der Tropenwälder zur Vermeidung von Treibhausgasen. Dies solle als Beitrag zum Klimaschutz im nächsten Vertrag berücksichtigt werden, berichten Teilnehmer.

NEW YORK: Die USA haben dem Sudan mit neuen UN-Sanktionen gedroht, sollte die Regierung in Khartum die Aufstellung der internationalen Darfur-Truppe weiter behindern. Die sudanesische Führung verzögere immer wieder die Umsetzung von Vereinbarungen, kritisierte der UN-Botschafter der USA, Zalmay Khalilzad, in New York nach einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats. Darin ging es um die Aufnahme von Spezialeinheiten aus Thailand, Nepal und den skandinavischen Ländern in die 26.000 Mann starke Darfur-Truppe. Hier verweigere der Sudan weiter seine Zustimmung. so Khalilzad. Die Soldaten der Friedenstruppe werden sowohl von den Vereinten Nationen wie auch von der Afrikanischen Union gestellt.

WASHINGTON: Das Parlament des US-Bundesstaates New Jersey hat die Abschaffung der Todesstrafe beschlossen. Dem entsprechenden Gesetz zufolge sollen für die schwersten Verbrechen künftig lediglich lebenslängliche Haftstrafen ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung verhängt werden. Damit ist New Jersey in Kürze der 14. US-Bundesstaat, in dem es keine Todesstrafe mehr gibt. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte 1976 Hinrichtungen wieder erlaubt. Es ist seitdem das erste Mal, dass ein Bundesstaat mit Todesstrafe diese wieder abschafft.

GAZA-STADT: Bewaffnete haben im Gazastreifen einen hochrangigen Politiker der Fatah entführt. Omar al Ghul sei aus einem Haus heraus verschleppt worden, teilte seine Familie mit. Al Ghul ist ein Berater des palästinensischen Ministerpräsident Salam Fajjad, der nach der Übernahme des Gazastreifens durch die Hamas im Juni eingesetzt wurde, um die Regierung im Westjordanland zu leiten. Er gilt als scharfer Kritiker der radikalislamischen Organisation und hat die Hamas in einer Zeitungskolumne mehrfach angegriffen.

PANMUNJOM: Die Gespräche zwischen Nord- und Südkorea über die Einrichtung einer gemeinsamen Fischereizone sind gescheitert. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldet, endeten die dreitägigen Verhandlungen im Grenzort Panmunjom ohne die angestrebte Vereinbarung. Hauptstreitpunkt sind die Seegrenzen im Gelben Meer, die nach dem Koreakrieg -1950 bis 1953- von den Vereinten Nationen festgelegt wurden. In dem umstrittenen Gebiet kam es 1999 und 2002 zu blutigen Gefechten mit der Beteiligung von Kriegsschiffen. Der südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun und der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il hatten bei ihrem Treffen im Oktober vereinbart, den Konflikt durch die Einrichtung einer gemeinsamen Fischereizone zu lösen.

FRANKFURT AM MAIN: Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa steigt bei der amerikanischen Billigfluglinie JetBlue ein. Nach Angaben beider Unternehmen erwirbt die Lufthansa 19 Prozent der Anteile von JetBlue. Der Kaufpreis beträgt 300 Millionen US-Dollar. Der vereinbarte Aktientransfer muss noch von der US-Kartellbehörde genehmigt werden. Den Großteil ihrer Flugdienste bietet JetBlue von New York, Boston und Orlando in die USA und die Karibik an. Lufthansa kooperiert in den USA im Rahmen der Star Alliance bereits mit den Fluggesellschaften US Airways und United Airlines.

BERLIN: Der Bundestag hat den Weg für einen allgemein verbindlichen Mindestlohn in der Post-Branche freigemacht. Mit breiter Mehrheit stimmte er der Aufnahme der Briefzustelldienste in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz zu. Mit Blick auf die Liberalisierung der Post-Märkte ab 1. Januar hatten sich die Tarifpartner auf einen Mindestlohn für Briefdienstleister zwischen 8,00 Euro und 9,80 Euro verständigt. Der Bundesrat muss der Neuregelung am nächsten Donnerstag noch zustimmen. Für den Mindestlohn hatten sich in der Debatte alle Fraktionen mit Ausnahme der FDP ausgesprochen. Als Unsinn wies Bundesarbeitsminister Olaf Scholz Einwände zurück, wonach Mindestlöhne Arbeitsplätze kosteten. Fast alle Deutschland vergleichbaren Länder hätten Mindestlöhne. Das habe ihre wirtschaftliche Entwicklung nicht behindert.

BERLIN: Mit einem Gesetz gegen so genannte Scheinvaterschaften hat der Bundestag eine Lücke im Ausländerrecht geschlossen. Anders als bisher sollen Behörden künftig die Möglichkeit haben, eine Vaterschaft anzufechten. Die große Koalition reagierte auf Berichte, wonach von der Abschiebung bedrohte Ausländerinnen Geld an deutsche Männer gezahlt haben, damit sich diese als Vater ihrer Kinder ausgeben. In diesem Fall brauchten die ausländischen Mütter eine Abschiebung nicht mehr zu fürchten.

ESSEN: Immer mehr Arbeitnehmer müssen laut einem Zeitungsbericht Nebenjobs annehmen, um über die Runden zu kommen. Die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtet unter Berufung auf die Bundesagentur für Arbeit, die Zahl der Beschäftigten, die einen 400-Euro-Job als Nebenjob ausüben, sei seit 2003 bundesweit um 800.000 auf fast zwei Millionen gestiegen.
Bundesweit sind demnach 6,6 Millionen Menschen als Minijobber registriert, 2,6 Millionen mehr als im Jahr 2000. Besonders viele Minijobber arbeiten bei der Gebäudereinigung, im Gesundheitswesen, in Hotels und Gaststätten sowie im Einzelhandel.

WIESBADEN: Die Verbraucher in Deutschland mussten im November 3,1 Prozent mehr für ihre Lebenshaltung aufbringen als vor einem Jahr. Damit sei die Inflation erstmals seit 13 Jahren wieder über die Drei-Prozent-Marke gestiegen, erklärte das Statistische Bundesamt. Kräftige Preiserhöhungen bei Lebensmitteln und hohe Energiekosten seien die Hauptursache. Von Oktober auf November legten die Lebenshaltungskosten um 0,5 Prozent zu.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vor allem im Osten dichte Wolken mit etwas Schnee oder Schneeregen. Nach Westen hin freundlicher und weitgehend trocken. Höchstwerte zwischen null und fünf Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: zwei Grad, stark bewölkt;
Berlin: ein Grad, nach Schneefall;
Dresden: minus ein Grad, Schneegriesel;
Köln/Bonn: zwei Grad, wolkig;
Frankfurt am Main: ein Grad nach Regen und
München: minus zwei Grad, stark bewölkt.

Audio und Video zum Thema