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Nachrichten

Freitag, 14. August 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zu einem Kurzbesuch des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew nach Sotschi am Schwarzen Meer aufgebrochen. Themen der Unterredung dürften die Weltwirtschaftskrise, der Atomstreit mit dem Iran und die Rettung der insolventen Wadan-Werften in Mecklenburg-Vorpommern sein, wo ein weiteres russisches Engagement diskutiert wird. Vor ihrem Abflug betonte die Kanzlerin, sie werde auch das Thema Menschenrechte ansprechen. Aktueller Anlass ist die Ermordung der Menschenrechtlerin Sarema Sadulajewa und ihres Mannes in Tschetschenien. Merkel mahnte eine ernsthafte Strafverfolgung an.

GROSNY: In der russischen Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus sind bei Feuergefechten zwischen Sicherheitskräften und islamistischen Rebellen mindestens sechs Menschen getötet worden. Wie die Agentur Interfax berichtet, waren Sondereinheiten des Innenministeriums gegen die in einem Gebäude verschanzten Untergrundkämpfer vorgegangen. Die Gewalt militanter Islamisten gegen pro-russische Einrichtungen im Nordkaukasus hat in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. In der Nachbarrepublik Dagestan wurden bei einem Angriff auf eine Polizeistation und eine nahegelegene Badeanstalt am Donnerstag mindestens 14 Menschen getötet, darunter drei der Angreifer. Bei Anschlägen und Entführungen kamen zuletzt auch mehrfach hochrangige Regierungsbeamte sowie Menschenrechtler ums Leben.

BERLIN: Nach den positiven Konjunkturanzeichen erwartet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in den kommenden Monaten ein weiteres Wachstum. Er glaube nicht an einen konjunkturellen Rückschlag, sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann dem Berliner Tagesspiegel. Im zweiten Quartal 2009 war die deutsche Wirtschaft erstmals seit mehr als einem Jahr wieder gewachsen, wenn auch nur um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Die Bundesregierung und führende Wirtschaftsexperten warnten jedoch vor einer verfrühten Euphorie.

NÜRNBERG: Beim insolventen Arcandor-Konzern fällt im Versandgeschäft in den nächsten Monaten gut ein Drittel der Arbeitsplätze weg. Rund 3.700 der 10.500 Stellen werden beim Versandunternehmen Primondo mit seinem Flaggschiff Quelle gestrichen. Dies teilte die vorläufige Insolvenzverwaltung in Nürnberg mit. Die mehr als 100 Technik-Center werden geschlossen, zudem soll es künftig deutlich weniger sogenannte Quelle-Shops geben. Auch bei Karstadt stünden drastische Einschnitte bevor. Geprüft wird die Schließung von 19 der insgesamt 126 Waren- und Sporthäuser.

BERLIN: Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat mehr Personal für den Kampf gegen Internet-Kriminalität gefordert. Notwendig seien etwa 2000 so genannte Cyber-Cops, sagte Gewerkschaftschef Rainer Wendt in einem Zeitungsinterview. Das Internet sei der größte Tatort der Welt und dürfe nicht sich selbst überlassen werden. Die Polizeigewerkschaft verlangte auch eine bessere Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern bei diesem Thema.

TEHERAN: Im Iran hat der unterlegene Präsidentschaftskandidat Mehdi Karubi seine Vorwürfe gegen die Regierung verschärft. Inhaftierte Oppositionelle wurden demnach nicht nur vergewaltigt, sondern auch zu Tode gefoltert. Es seien einige junge Menschen zu Tode geprügelt worden, nur weil sie bei Protesten gegen das Ergebnis der umstrittenen Präsidentenwahl Parolen skandiert hätten, heißt es auf der Internetseite Karubis. Er forderte eine unabhängige Untersuchung. Am Sonntag hatte Karubi gesagt, Frauen und Männer aus der Protestbewegung seien in Gefängnissen misshandelt und vergewaltigt worden. Die Regierung wies dies als haltlos zurück. Auch der UN-Sonderberichterstatter Manfred Nowak warf dem Iran vor, oppositionelle Häftlinge zu foltern.

CARACAS: In Venezuela sind bei Zusammenstößen zwischen Gegnern und Befürwortern eines umstrittenen Bildungsgesetzes mehrere Menschen verletzt worden. Nach Medienberichten erlitten zwölf Journalisten Verletzungen, als Sympathisanten der regierenden Sozialistischen Einheitspartei von Präsident Hugo Chávez sie angriffen. Die Journalisten hatten in der Hauptstadt Caracas Flugblätter gegen das Gesetz verteilen wollen. Die Gesetzesgegner befürchten eine zu starke Mitsprache des Staates in Bildungsfragen und eine Einschränkung der Autonomie der Universitäten. Zuvor war die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas gegen hunderte Demonstranten vorgegangen, die zum Sitz des Parlamentes vordringen wollten.

RANGUN: Wenige Tage nach Verlängerung des Hausarrestes für Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist der demokratische US-Senator Jim Web zu Gesprächen mit Vertretern des Militärregimes in Birma eingetroffen. Als erster amerikanischer Senator seit Jahrzehnten will er am Samstag in der Regierungshauptstadt Naypyidaw auch mit Juntachef Than Shwe sprechen. Webb gilt als Vertreter der neuen Entspannungspolitik der US-Regierung von Präsident Barack Obama. Die neuerliche Haftverlängerung Suu Kyis war weltweit scharf kritisiert worden. Gleichwohl konnte sich der Weltsicherheitsrat am Donnerstag nur auf eine schwache Erklärung einigen, in der eine "ernsthafte Besorgnis" geäußert wird. Gegen die im Entwurf geforderte Verurteilung hatten sich China und Russland gesperrt.

TAIPEH: Durch den Taifun "Morakot" sind in Taiwan vermutlich 500 Menschen ums Leben gekommen. Präsident Ma Ying-Jeou sagte bei einem Treffen mit Sicherheitsberatern, 117 Menschen seien in Folge des Taifuns getötet worden. Nach den Erdrutschen in dem Dorf Hsiaolin würden 380 Bewohner vermisst. Angesichts der dramatischen Lage in den Katastrophengebieten wurden tausende zusätzliche Soldaten als Helfer entsandt. Der Taifun war am Wochenende über die Region hinweggefegt und hatte mehrere Schlammlawinen ausgelöst, die ganze Dörfer unter sich begruben. Präsident Ma wird vorgeworfen, die Rettungsarbeiten zu zögerlich vorangetrieben zu haben.

SACRAMENTO: Im Norden Kaliforniens hat ein Waldbrand Tausende Menschen in die Flucht getrieben. Im Landkreis Santa Cruz wurden nach Behördenangaben bereits 2400 Menschen vorsorglich in Sicherheit gebracht. Über tausend Häuser sind in den Ortschaften Bonny und Swanton von den Flammen bedroht. Hunderte Feuerwehrleute sind im Einsatz, um ein Übergreifen zu verhindern. Seit Ausbruch der Buschbrände am Mittwoch wurden rund 1000 Hektar Land verbrannt. Auch im Bezirk Santa Barbara wütet ein Waldbrand, den die Feuerwehr erst zum Teil unter Kontrolle bringen konnte.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden wechselhaft mit Schauern und Gewitter, sonst überwiegend freundlich und trocken. Höchstwerte zwischen 18 und 26 Grad.

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